Dienstag, 19. August 2014

452.

Gott in der Vorstellung mancher Leute

"Also, am Anfang hat Gott erstmal den Menschen erschaffen. Also irgendwie auch mich. Krone der Schöpfung und so. Und Gott sprach: 'Macht kaputt, was euch kaputt macht (oder auch das, was euch irgendwie nicht in dem Kram paßt)'. Und dann fiel dem alten Kerl auf, daß es ja noch gar nichts zum kaputt machen gibt und daß der Mensch irgendwie so lustlos im Weltall rumschwebte. Also schnell noch die Erde hinterhergeschoben, so mit Pflanzen und Tieren und Bergen und Meeren und dem Kram. Und - ganz wichtig - mit noch 'nem Extra-Mensch, damit die Beiden dann für ganz viele weitere Menschen sorgen können, die dann tausend Dinge lernen und selber Sachen aufbauen und herstellen, die sie schön finden. Ist nämlich blöd, wenn man etas kaputt macht, das niemandem so richtig gehört und das niemandem etwas bedeutet. Deswegen ist es auch so eine zweischneidige Sache mit dem Umbringen anderer Leute. Natürlich passen die mir nicht in den Kram (also außer, wenn sie erstens so sind wie ich und wenn sie zweitens nicht rumnerven), weswegen es ja laut Gott okay ist, sie kaputt zu machen. Ihr Leben gehört ihnen zwar und bedeutet ihnen wohl auch etwas, aber wenn man es ihnen nimmt, dann können sie natürlich nicht mehr rummeckern. Zum Glück hat Gott aber noch ein paar Menschen dazugestellt, denen das Leben anderer tatsächlich etwas bedeutet. Die können dann ja fleißig jammern und schimpfen. Das war also schon mal cool, aber irgendwie kam der Mensch sich doch immer noch so'n bißchen beobachtet vor. Zum Glück sprach Gott aber auch: 'Tut bitte so, als hätte ich euch nicht die Fähigkeit geschenkt, mich zu erkennen. Und tut auch so, als sei da keine Wahrheit (also außer eurer eigenen Wahrheit jetzt)'. Das war vielleicht 'ne Erleichterung! Bin übrigens schon total gespannt, wie's im Himmel ausieht!"

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