Montag, 18. August 2014

453c

Schwert

Mir hängt ein Schwert überm Kopf.
Und ich kann seh'n, wer es hält.
Es ist eine dunkle Gewalt,
die die Menschennatur entstellt.

Mir hängt ein Schwert überm Kopf.
Es will mich, doch nicht so, wie ich bin.
"Sing mein Lied", knurrt die blitzende Klinge.
"Sonst sind Du und die Deinen hin."

Mir hängt ein Schwert überm Kopf.
Es ist leider gar nicht gemütlich.
Von draußen ruft man mir zu:
"Warum einigst du dich denn nicht gütlich?"

Mir hängt ein Schwert überm Kopf.
Jeder fürchtet es und jeder kennt es.
Doch sagen mag man lieber nichts,
denn das Leben ist Stroh und schnell brennt es.

"Sei still!", zischt die dunkle Gewalt.
"Du willst doch nicht, daß es fällt?!"
Mir hängt ein Schwert überm Kopf.
Und ich darf nicht sagen, wer's hält.

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