Sonntag, 28. September 2014

413b

Zum heutigen Evangelium...

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt. [Matthäus 21,28-32]

Drei Dinge zeichnen die Arbeit im Weinberg aus: Zuerst einmal braucht man viele helfende Hände. Mit nur zwei oder drei Leuten einen ganzen Weinberg abzuernten, das dauert einfach viel zu lange. Diese Tatsache führt zu einer zweiten Eigenschaft der Arbeit im Weinberg: Man arbeitet gemeinsam. Das erleichtert die Lese der Trauben, weil man sie unter vielen Helfern aufteilt und gleichzeitig zusammen auf ein bestimmtes Ziel hin arbeitet. Dieses Ziel ist das dritte Charakteristikum der Arbeit im Weinberg: Man kann nach einiger Zeit die Früchte dieser Arbeit genießen, wenn der neue Wein bereit steht.

Was auf den Weinberg im Gleichnis zutrifft, das trifft auch auf den Weinberg zu, den wir "Welt" nennen und in dem zu arbeiten wir berufen sind, in dem zu arbeiten Gott uns gebeten hat. Es braucht viele Hände, damit die Arbeit gelingen kann. Die Welt ist groß und es gibt unzählige Menschen, die mit der befreienden Botschaft Christi nicht vertraut sind. Wir arbeiten gemeinsam und erfahren dadurch Stärkung und Aufmunterung. So kann es uns leichter fallen, die Leute für Christus zu begeistern und sie im Idealfall dazu zu bewegen, in SEiner Kirche die Sakramente und die Gnade zu empfangen. Und schließlich werden wir eines Tages die Früchte unserer Arbeit genießen können, wenn wir uns vor Gottes Angesicht in SEinem Königreich wiedersehen.

Jedoch: Der Sohn, der die Arbeit im Weinberg nicht erledigt, der sagt "Ich möchte an nichts von all dem Anteil haben!"

Entscheidend ist, daß man den Willen des Vaters tut, unabhängig davon, ob man bei der ursprünglichen Bitte des Vaters zuerst "Ja, mach' ich!" gesagt hat oder "Nö, keine Lust!".

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