Freitag, 19. September 2014

422b

Lothar Franz von Schönborn in Häppchen (III)

er Mainzer Kurfürst Lothar Franz von Schönborn hat in seinen Briefen manches treffende Wort als Kommentar zu jener Bauleidenschaft geliefert, die innerhalb der Familie oftmals mit einer Mischung von Ironie und Resignation als "Bauwurm" zitiert wird. "Der liebe Gott will, daß Künstler und Handwerker auf dieser Welt bestehen, also muß er auch Narren dazu haben, die sie ernähren" - so heißt es einmal; "das Bauen ist ein Teufelsding, denn wenn man einmal angefangen hat, so kann man nicht mehr aufhören" - so schreibt er ein andermal. Von den geistlichen Fürsten des Hauses Schönborn und ihren Palästen an Rhein und Main gilt Dehios Wort über die großen Schlösser der kleinen Fürsten Deutschlands, daß sie geträumte Geschichte seien, das Denkmal derer, denen es an realer Macht gebrach, um Krieg zu führen, und die sich so auf friedliche Weise vor Zeitgenossen und Nachwelt ihren Namen machten.

[Aus: Die Schönbornzeit, Max H. von Freeden, Mainfränkische Hefte, Heft 80, 1983, Freunde mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V., Würzburg]

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