Mittwoch, 17. September 2014

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Lothar Franz von Schönborn in Häppchen (II)

ie erschien der Kurfüsrt seinen Zeitgenossen? Der Eindruck seiner Persönlichkeit war bedeutend. Lothar Franz war von bestrickender Liebenswürdigkeit, voller Temperament und Humor, dabei mit jedem Zoll ein Fürst. Der sehr kritische Herr von Blainville, Kriegs-Staatssekretär der niederländischen Generalstaaten, der den eben fünfzigjährigen Kurfürsten 1705 in Bamberg besuchte, notierte sich nach der Audienz: "Es bleibt einmal gewiß, daß es wenig Fürsten giebt, die besser geschaffen sind, als der Churfürst von Maynz. Er ist von gutem Gewächse, und hat ein sehr majestätisches Ansehen. In seinem Gesicht ist etwas natürlich Süßes und Reizendes, welches in jedem Liebe und Ehrfurcht erwecket, und seine großmüthige, gesprächige, leutselige und gutthätige Gemüthsart stimmet mit seinem Ansehen vollkommen überein. Er ist ein sehr weiser, verständiger und urtheilsfähiger Herr, der mit seinem eigenen und aller Mächte von Europa ihrem Vortheil wohl bekannt ist. Er liebt die Wissenschaften und schönen Künste, besonders die Baukunst, Malerey und Bildhauerey..."

[Max H. von Freeden in: Kurfürst Lothar Franz von Schönborn, Gedächtnisausstellung zur 300-Jahr-Feier seines Geburtstages, Neue Residenz Bamberg, 1955, Katalog, St. Otto-Verlag, Bamberg]


Persönliche Notiz: Unbedingt an der Re-Gloriolisierung der deutschen Ausdrucksweise arbeiten!

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