Sonntag, 14. September 2014

427.

Zum heutigen Evangelium...

Evangelium nach Johannes 3,13-17:
    In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Ich denke an drei Arten der Kreuzerhöhung.

Die erste Art ist die älteste: Ein Kreuz liegt am Boden. Ein Mensch wird an das Kreuz genagelt. Das Kreuz wird aufgerichtet. Eine Kreuzerhöhung.

Die zweite Art hängt mit dem Ursprung des heutigen Festes zusammen: Menschen versammeln sich, um das Kreuz zu verehren. Es wird emporgehoben, damit alle es sehen können. Eine Kreuzerhöhung.

Die dritte Art ist die mit den ersten beiden Arten beschriebene Entwicklung der Bedeutung des Kreuzes: Es wird von einem grausamen Instrument der Folter und des Todes zu einem trostbringenden Zeichen des Heiles. Eine Kreuzerhöhung.

Wie aber konnte diese Entwicklung zustande kommen? Nur durch die Liebe: "Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat."

Einzig die Liebe Gottes kann das Böse in das Gute verwandeln. Wir sind aufgerufen, diese Liebe Gottes zu üben, auch wenn es oft sehr schwer fällt, dies zu tun und nicht einfach im Kreislauf der Verletztheiten, des Beleidigtseis, der Tobsuchtsanfälle, der Gewalt mitzuspielen.

Wir sind aufgerufen, diese Liebe Gottes zu zeigen. Das Böse sieht immer nur sich selbst, weil es sich nur für sich selbst interessiert. Und der Schauer über den eigenen Anblick sorgt dafür, daß das Böse so bleibt, wie es ist, weil es nicht glauben kann, daß es Rettung oder Erlösung gibt. Zeigen wir dem Bösen nur noch mehr Böses, dann sieht es weiterhin nur sich selbst. Zeigen wir dem Bösen die Liebe Gottes, dann zeigen wir ihm, daß es sehr wohl Rettung und Erlösung gibt.

Zeigen wir dem Bösen die Liebe Gottes, dann zeigen wir damit auch, daß wir das Wort Gottes nicht nur gehört haben, sondern auch so handeln, wie das Wort Gottes es verlangt. Dann zeigen wir, daß wir wirklich an IHn glauben, daß wir nicht zugrunde gehen wollen, daß wir uns nach dem ewigen Leben strecken.

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