Freitag, 24. Oktober 2014

387c

Eigentlich ist das Thema ja viel zu ernst,...

... aber ein gewisser Wolfgang Brosche hat auf "The European" trotzdem mal eine saftige Satire zur "Sterbehilfe" rausgehauen, in welcher er einen aufgeklärten Atheisten channelt, der so viel Schiller, di Lampedusa und Cicero namedropt, daß er sich den mühsam aufgebauten Ruf des selbstbestimmten Intellektuellen dann letztlich doch nicht dadurch verderben will, daß er sein heftiges verbales Ankotzen gegen Menschen mit anderem Weltbild gänzlich zu einer Pirincci-Gedenk-Tirade veredelt.

Schade. Das wäre sicherlich noch lustiger und unterhaltsamer geworden.

Kommentare:

Alexander hat gesagt…

Ich habe nachgeschaut: In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 findet ich kein 'Recht auf selbstbestimmtes Sterben'. Vermutlich kennt die Nulpe die Erklärung gar nicht.

Meckiheidi hat gesagt…

Hoffentlich erledigt er sich alleine und braucht keine anderen dazu.

Anonym hat gesagt…

Ich bin Palliativfachkraft, ja, so heißt das nun mal in Deutschland, wenn man sich professionell (als Krankenschwester oder Altenpflegerin) und deshalb zertifiziert um die Belange Sterbender kümmert. Kurzum: ich arbeite in einem Hospiz mit 15 Plätzen. Und meine Erfahrung - und nicht nur die - sondern, auch das was man auf diesen Lehrgängen zur Palliativfachkraft lernt ist, dass das Sterben zum Leben gehört. Und das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben schließt eben auch auch das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben mit ein. Gerade im Rahmen der Palliativpflege und -medizin ist zu verzeichnen, dass der Wunsch nach Selbsttötung abnimmt, wenn Schmerzen und Ängste adäquat und ohne Beinträchtigung des Bewusstseins genommen werden können.
Das Bild, dass ein alter oder sterbenskranker Mensch auf einer Intensivstation verkabelt, verdrahtet, künstlich ernährt und beatmet vor sich hinröchelt, weil man ihn nicht sterben lässt ist eine Horrorvision, vor der sich die Realität in Krankenhäusern und Altenheimen längst verabschiedet hat.
Der Wunsch nach einem selbstbestimmten Tod ist oftmals ein Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben bis zum Tod und da gehört das Sterben mit dazu.
Natürlich bestimmen nicht wir, woran wir sterben. Ist es Krebs? Ist es ein Unfall? Oder eine langsam fortschreitende Herzinsuffizienz, die einem, medikamentös kaum mehr kompensierbar, den Atem nimmt?
Haben Sie jemals Menschen sterben sehen? Und wenn ja woran?
Da gibt es nämlich erhebliche Unterschiede.
Schmerzen, Übelkeit, fast unstillbares Erbrechen, Luftnot, Angstzustände - all das sind Begleitumstände des Sterbens und damit des Lebens(!) die man medizinisch und pflegerisch beeinflussen kann.


Ganz oft habe ich sterbenden Menschen in ihren letzen Stunden begleitet. Letztlich nicht wissend, ob sie meinen Händedruck wahrgenommen oder vielleicht sogar abgelehnt haben.
Manche "warten" sogar mit dem Sterben, bis ein Angehöriger, der über Tage und Nächte am Bett sitzt, mal kurz vor die Tür geht, um frische Luft zu schnappen.
Nur all das ist nicht jedermanns Sache.
Der "bewusste" Tod, das "bewusste Sterben" wünscht sich nach meiner Erfahrung kaum jemand. Das wird aber all Denjenigen zur Erfahrung, die an einer langwierigen, chronischen und letztlich unheilbaren Erkrankung leiden und damit genug Zeit haben, sich mit ihrem letzen Lebensweg auseinander zu setzen. Sterben, dass ist ein Prozess, der sich über eine sehr lange Zeit hinziehen kann, mit übelsten Begleiterscheinungen. Die Palliativmedizin und -pflege kann da eine echte Lebenshilfe sein. Aber wissen Sie eigentlich, wie zermürbend, erschöpfend und ermüdend so eine langwierige Sterbephase sein kann? Viele Patienten haben zuvor jahrelang mit endlosen Therapien versucht, ihre Krankheit zu bekämpfen. Die sind einfach psychisch und physisch ausgebrannt und wünschen sich nur noch den Tod. Und ich finde es fast blasphemisch, über diese Menschen und diejenigen, die sie täglich pflegen und begleiten derart zu urteilen. Ob das Verlangen nach dem Tod eine Sünde im Sinne der Kirche ist, ist für die meisten in dem Zustand keine Frage mehr. Gut, daran kann man vielleicht den allgemeinen Abfall vom Glauben erkennen und beklagen, wenn man in seinen Bücherstuben sitzt und schwere Theologie wälzt, während das Leben aber andere Dinge mit einem vorhat.

Anonym hat gesagt…

Ach und noch was: Sie haben Bloggerkollegen, die dem amtierenden Papst vorwerfen, gegen die Todesstrafe zu sein zeuge von Unkenntnis der katholischen Lehre.
http://pro-theol.blogspot.de/2014/10/der-papst-und-die-todesstrafe.html.
Vielleicht können Sie mal Ihre Empörung und Belustigung auf die eigenen Reihen richten, anstatt über Dinge zu urteilen, von denen sie nur theoretisch eine Ahnung haben zu glauben.

Kassandra hat gesagt…

Wie sind denn die Menschen gestorben bevor es die heutige Medizin und Palliativ Medizin gab?
Sind nicht die Erwartungen an die Medizin und an die Machbarkeit von Gesundheit ins unermessliche gestiegen? Und wenn diese Machbarkeit scheitert verfallen wir in Depression.
Wir haben verlernt, unser Leben in Gottes Hand zu legen und sowohl das Gute als auch das weniger Gute anzunehmen.

Gerd Franken hat gesagt…

Was bedeutet eigentlich "selbstbestimmtes Leben"? Hat sich einer von uns denn selbst bestimmt und ins Leben gerufen?

Alipius hat gesagt…

Niemand hat gesagt, daß in einer sich halbwegs offen dünkenden Gesellschaft nicht über Sterbehilfe debattiert werden darf. Niemand hat geagt, daß man persönliche Berufserfahrung bei dieser Debatte nicht in den Zeugenstand rufen darf. Aber es hat ebenfalls niemand gesagt, daß man sich seitenlang in selbstgefälligen Schimpfereien und Beleidigungen ergehen muß, um seinen Argumenten Schub zu verleihen. Da hätte Brosche mal besser einen Gang rausnehmen sollen. Mit diesem Stil macht er sich nicht nur in den Bücherstuben der Theologie keine Freunde, sondern auch bei Leuten, die u.a. 18 Monate Zivildienst geleistet haben und dabei einige zermürbende und erschöpfende Sterbephasen miterlebet haben (also bei mir).

Das macht dann auch Ihren unten stehenden Einwurf gleich zweifach hinfällig: Erstens habe ich doch etwas mehr Ahnung, als Sie mir zutrauen. Zweitens trägt man nur bedingt zur Sterbehilfe-Debatte bei, indem man einer unliebsamen Stimme vorschlägt, worum sie sich vieleicht lieber kümmern sollte. Das läßt immer ein wenig Unsicherheit durchschimmern und schadet der eigenen Sache.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Lieber Anonym, bei allem Respekt vor Ihrer Arbeit (ich nehme an, Sie sind der gleiche Anonym, der weiter oben seine Arbeit im Hospiz beschrieben hat), das ist jetzt das zweite Mal in einer Diskussion, daß Sie anderen Ahnungslosigkeit vorwerfen, ohne das beurteilen zu können, und im Falle von Alipius, obwohl er von seiner Arbeit während des Zivildienstes geschrieben hat. Und obwohl er als Priester auch die Aufgabe hat, Moribunden und Sterbenden beizustehen, und zwar nicht nur in den letzten fünf Minuten.
Ich habe zwar nur einmal ein Jahr am Stück und dann ab und zu in kleineren Jobs als Pflegehilfskraft für Alte gearbeitet. Und ich habe auch nur zwei Eltern gehabt und zeitweise gepflegt, nicht mehr. Aber ich glaube nicht, daß mich das völlig inkompetent in existentiellen Fragen bin.
Kein Mensch, der alle Fünfe beisammen hat, wird Ihnen widersprechen darin, daß Sterben fürchterlich sein kann. Ich bin auch der Ansicht, daß unter Umständen lebensverkürzende Palliativmedizin bei Moribunden unbedingt sinnvoll ist (und bin mir dabei mit der Lehre der katholischen Kirche völlig einig). Aber ich halte es für eine Zumutung, Sterbehilfe zu fordern. Genaueres hier.

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Herr Böss sieht das ganz anders:
-> „Freitod ist ein Menschenrecht

Wolfgang Brosche hat gesagt…

Allerwertester,

per Zufall (nicht durch göttliche Fügung) stieß ich auf Ihren Blog.
Er ist durch und durch der Beleg für die katholische Herrenmentalität, in der Selbstbestimmung nicht vorgesehen ist!
Sie und Konsorten mögen ja an Ihren Himmesltyrannen und seine sadistische Leidensgeilheit glauben - unbenommen. Aber halten Sie sich aus dem Leben derjenigen raus, die Ihre 3000 Jahre alte Wüstengottheit und ihren widerlichen Klerus ablehnen.
Ihr empathieloses Christentum ist nichts weiter als die Apologetik der frühen Unbildung der Gläubigen, die sich im 21. Jhrd. als wissensresistente Dummheit erweist, ist die Apologetik der Sklavenmentalität und des Leidenssadismus.
Nein, Ihnen gegenüber muß man mit offenem Visier Tacheles reden. Das verlogene katholische Schleimgesülze von der Liebe des allmächtigen Vaters, der sich am Leiden seiner "Kinder" ergötzt ist noch übler als der immerhin ehrliche Sadismus der IS.
Ich halte Sie und Ihresgleichen für eine Gefahr für Demokratie und Menschenrechte ebenso wie die Taliban und die Salafisten.
ICH mache aus meinem Herzen und Verstand keine Mördergrube. Es muß Ihnen deutlich gesagt werden in diesem durch und durch christlich-monotheistisch verseuchtem Land, daß Sie eine Gefahr sind!
Geben Sie sich doch damit zufrieden, daß Menschen, die nicht so sind wie Sie, in der Hölle schmoren werden. Aber hören Sie auf zu missionieren!

Alipius hat gesagt…

Das ist jetzt aber Satire, oder?

Wolfgang Brosche hat gesagt…

Nein, Herr Dominikaner ,
das ist keine Satire, das ist mein voller Ernst!
Sie können sich ja noch nicht mal vorstellen, daß jemand Ihnen Paroli bietet.
Ich weiß, Sie sind ein Pater und das genügt. Da muß man ja vor Ehrfurcht in die Knie gehen! Nein, weder vor Ihnen, noch Ihrer Meinung, noch Ihrem Gott - Es wird nicht mehr gekrochen, Herr - schon seit der Französischen Revolution nicht mehr, die Ihnen und Ihresgleichen ja immer noch im Magen liegt.
Und um gleich vorzubeugen - ich leide nicht an einer ekklesiogenen Neurose weil ich nie katholisch gewesen bin, aber habe Ihr Lügen- und Leidenssystem schon früh durchschaut. Im deutschsprachigen Raum fehlen leider Leute wie Dawkins, Hitchens oder Harris. Die Erfurcht vor geistlichen Gefäßen ist hier leider noch immer Alltag.
Glücklicherweise wachen immer mehr Menschen auf und gehen Ihnen nicht mehr länger auf die Leimruten der geheuchelten Gottesliebe.

Ich nehme Sie (und die Kleriker der anderen monotheistischen Religionen) allerdings sehr ernst und beim Wort - nehmen Sie gefälligst Ihre Gegner auch ernst! Sie sind Agenten der Angst und der Normierung; noch sind die Katholiken und Evangelikalen einigermaßen gezügelt in Europa - aber Ihre Reihen formieren sich neu. Gallionsfiguren wie Ihr Bischof Laun, Gabriele Kuby, Martin Lohmann und viele andere gemeinsam mit entsprechenden Organisationen arbeiten fleißig am Rollback, ach was, am Weitsprung hinter die Aufklärung zurück. Die USA ist durch den christlichen Wahn bereits erodiert, die robusten Pseudodemokatien in Ungarn und RUS werden von Ihnen bejubelt. So fängt es an: was aus Religions- und Gotteswahn (also Halluzinationen) werden kann, sehen wir z.Zt. im Nahen Osten.
So - das ist keine Satire, Allerwertester. Das ist bitterer Ernst!
Und übrigens: das schreibt Ihnen einer, den Sie endlich mit Recht einen militanten Atheisten nennen können, damit Ihre Unruhe auch ein Ziel hat!

Alipius hat gesagt…

Oh bitte! Wenn Sie mich ernst nähmen, dann verzapften Sie nicht so einen Unsinn. Vorschlag: Lesen Sie nochmals ihren Artikel, dann Ihren ersten Kommentar an mich und gerne auch ihren zweiten und dann sagen Sie mir, was für Reaktionen denn solches Gezeter auslösen soll? Zugegeben, mein Interesse wurde geweckt, weil es leidlich unterhaltsam war. Aber "ernst nehmen"...?

Und was die "Unruhe" betrifft: Ja, die spricht ganz klar aus meinen Worten und nicht aus Ihrem Gekläffe...

Geschenkt, Herr Atheist...

wolfgang Brosche hat gesagt…

Alles,Werter,

was Ihnen nicht paßt, ist natürlich Unsinn. Leute, die Ihren Verstand benutzen und sich nicht wie Sie mit dem Glauben begnügen (der ja höher ist als alle Vernunft) denken und sprechen Unsinn,klar!.
Wer nach all den Errungenscaften der Wissenschaft, Technik, der Logik und des Humanismus noch immer empfiehlt, sich einem Gott zu unterwerfen und ihn anzubeten und den Menschen einredet, sie seien schlecht und sündig wenn sie dasnicht täten (auch so eine niederträchtige Herrschafts-Erfindung des Katholizismus - die Sünde) und wer meint, damit die Probleme des 21. Jahrhunderts lösen zu können, ist entweder intellektuell retardiert oder in der anal-mythischen Phase des Kleinkinds stecken geblieben.
Ich wäre nicht so wütend auf die Apologeten des Christentums (aber auch auf die klerikalen Scharlantane anderer Glaubensrichtungen) wenn sie sich auf ihre Mitglieder und Schäfchen beschränkten. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.Aber wenn sie sich immer und immer wieder einzig aufgrund der herbeigeraunten Autorität qua Gottesprojektion in Politik und Gesellschaft, vor allem in das Leben und im Diskussionfalle, ins Sterben der anderen einmischen würden, ließe ich sie weiter spielen.
Erst die Abwehr der Religionen, die Desillusionierung der Menschen im 20. Jahrhundert über die nach dem Muster der Catholica gestrickten anderen Totalitarismen (die eben nur säkulare Wurmfortsetzungen der katholischen Rechthaberei waren), hat dazu geführt, daß wir einigermaßen in Frieden und Freiheit leben können.
Aber Sie und Ihresgleichen können sich nicht zufrieden geben mit ihrem Bedeutungsverlust des Gotteswahnes. Ihre Eroberungsversuche der menschlichen Gehirne verkaufen Sie noch immer wie ein heruntergekommenes Zigarettenmächen in ihrem Bauchladen Knaster verscherbelt,als Frohe Botschaft.
Da sage ich, Ihnen eine Ritualformel klauend: weiche von mir...

Im Übrigen kann selbst ein militanter Atheist seinen Battanten Respekt zollen - Donnerwetter, Sie haben mich nicht gelöscht.
Sowas, Herr, kann ich achten! Das ist eine Geste und der salutiere ich. Chapeau!

Alipius hat gesagt…

Und erneut erbringen Sie den Beweis, daß Sie nicht mich (und die Kleriker der anderen monotheistischen Religionen) ernst nehmen, sondern lediglich Ihre Hysterie, Ihre Vorurteile, Ihren Narzißmus und Ihre Verletztheit (welche mir leid tut, wo auch immer sie herrühren mag).

Wolfgang Brosche hat gesagt…

I.

Ach Alipius,

immer wenn einer Religionen als schädlich ablehnt - oder selbst wenn er ihnen bloß indifferent gegenübersteht - reden Sie unnd Kampfgenossen von Vorurteilen, Narzißmus und Verletztheit.
Das endet dann womöglich in den Schwiemeleien: er ist "noch" religiös unmusikalisch (was hat der Weber da bloß angestellt....).
Ich bin kein junger Hupfer mehr und habe lange genug mitansehen müssen,wie Religionen - und in Europa eben das Christentum - Menschen vergiften und ihnen ganz entgegen der Versprechungen das Leben vergällen. Ich habe mich auch lange genug damit theoretisch und psychologisch auseinandergesetzt, bin mit etlichen Klerikern bis hinauf zu Bischöfen gut bekannt. Sehr dekorative Personen - ich kreuze publizistisch die Klingen vor allem mit katholibanen Gallionsfiguren und nenne die Dinge beim Namen.
Wie können Sie sich erlauben das narzistisch zu nennen?!
Und verletzt, jawohl, das bin ich: so verletzt wie es ein sensibler und epathischer Mensch sein kann, wenn er endlich realisiert, was 2000 Jahre religiöse Indoktrination aus den Menschen gemacht haben: Inzwischen laufen Ihnen diese Menschen, wenigstens in Europa in Scharen davon weil sie gemerkt haben, mit welchen Banalitäten (die aber von einer mörderischen Rigorosität sind) Sie Ihnen kommen.
Es gibt keine ewigen Wahrheiten, es gibt keine Transzendenz, keine Trinität und keine Schöpfung usw.usf. Es hat einfach PENG gemacht (Hawking sei Dank - und, ich bin fair: Georges Lemaitre) - tut mir leid, ich raune da nicht numinos, sondern rede Tacheles.
Mit Recht erklären wir schamanistische Weltsichten, von der Schildkröte, auf dessen Rücken alles balanciert bis Familienstreitigkeiten im Götterhimmel zu hilflosen Versuchen die Welt zu erklären. Die christlich-jüdischen und islamischen Gründungmärchen gehören in keine andere Kategorie. Sie für erhabener zu erklären und die anderen damit abzuwerten, ist nichts anderes als Scheuklappenarroganz.
Und DIE verletzt meine Intelligenz, Herr - und die ungezählter anderer, die sich mit dem halben Ungefähr des christlichen Glaubens nicht mehr abspeisen lassen wollen.
Aber bitte, unbenommen, ich stehe nicht an, Ihnen das Märchen vom Weihnachtsmann (oder in Ihrem Falle Christkind) zerstören zu wollen.
ABER was die monotheistischen Religionen - und am durchtriebensten das Christentum - daraus ableiten für ALLE Menschen ist die pure Tyrannei, die Rechtfertigung sklavisch-herrschaftlicher Hierarchien - zugunsten der Klerikerkasten und der anderen Herrschenden.
Hinter diesem Machttheater (und nichts anderes sind die rituellen Spiele, die die Christen in ihren Kirchen ausrichten) steckt aber noch etwas anderes, was einen denkenden Menschen zutiefst verzweifeln läßt:

Wolfgang Brosche hat gesagt…

II.
nicht nur, die Lust zu herrschen, sondern vor allem, die Lust beherrscht zu werden, geleitet zu werden, die Freiheit aufzugeben, selbst sein Leben zu gestalten. Es ist eine traurige Tatsache, daß es mehr Masochisten, als Unterwerfungswillige gibt denn Sadisten!!!

Bisher hat niemand (außer vielleicht Raphael Bonelli, der es ausgerechnet an einer Sigmund Freud-Uni dauernd schäbigst und erfolglos versucht) Freuds Thesen zur religiösen Massenpsychose widerlegen können.
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter:
Religiöse Phantasien ermöglichten den ersten Menschen, die sich ans Denken herantasteten eine Welterklärung: der schreckliche Blitz kam eben vom Himmelsherrscher. Um ihn zu besänftigen lag man vor ihm auf den Knieen wie vor seinem eigenen Häuptling. Man betete ihn an, brachte ihm Geschenke, opferte nicht bloß Tiere, sondern das Wertvollste, was man hatte, seine eigenen Kinder, seinen eigenen Verstand und seine Sexualität (von den Inkaopfern bis zu den Skopzen).
Diese Hierarchie des Herrschens, der Angst und des Gehorsams sind das Rückgrat aller Religionen - zunächst einmal geschaffen und ausgebaut nach dem Muster der Stammeshierarchien; so wie der Häuptling am Amazonas den Pagageienfederschmuck aufsetzt, so setzen sich Bischöfe und Päpste ihre Tiara auf. Sie werden ein Stückchen größe,r bunter, auffälliger. Sie wedeln mit dem Pfauenschwanz der angeblichen Überlegenheit - aber alles nur Show, denn sie wissen nichts, aber beherrschen alles.
Das noch tiefere Muster für Religionen findet sich aber im frühkindlichen Erleben der Welt: alles Wohl und Wehe ist abhängig von der Zuwendung der Eltern. In dieser magischen Lebenszeit kommen dem vorsprachlichen Kind die Eltern als Götter vor: sie geben Nahrung und Wärme. Aber manchmal eben auch ist ihr göttlicher Zorn zu spüren, der schmerzt, aber das Kind kann sich noch längst nicht wehren und muß ihn hinnehmen.

Und dieses Hinnehmen haben die Religionen instrumentalisiert - Gehorsam, wenn er auch noch so absurd ist (und Gehorsam ist immer absurd und in letzter Konsequenz tödlich, weil er das Ich negiert und vernichtet - in diesem Sinne dürfen Sie mich sogar narzistisch nennen, wenn Sie wollen) ist die erste Forderung ans vorsprachliche Kind, es muß sich fügen wenn die Eltern es nicht speisen oder streicheln wollen. Das wird dann pseudo-logisch erklärt: das Kind darf nicht immer seinen Willen durchsetzen.

Wolfgang Brosche hat gesagt…

III.
Sobald das Kind anfängt zu sprechen, wird ede Eigenheit als Trotz empfunden. Da liegt die tatsächliche narzistische Kränkung: das Kind entdeckt nach und nach, daß die Eltern eben keine Götter sind,Menschen eben und der göttliche Status bröckelt. Eine größere Kränkung ist für die Eltern nicht denkbar, sie sind keine Götter mehr.
Aber auch das Kind ist enttäuscht; es entdeckt: es gibt keine Allmacht, keine Allgüte, kein Allwissen - es muß sich eben vom Weihnachtsmann verabschieden.
Um jeden Preis wollen die meisten Menschen das vermeiden - so wird dieses "Falsche" Urgefühl eben transzendiert: man schwiemelt sich einen Gott zurecht, eben einen Vater....eine Mutter darf es ja nicht sein, da ja in solchen Systemen Frauen immer zweitklassig sind.
Und schon setzt die Hierarchie wieder ein...
Am erschütterndsten ist dabei der bis zum Erbrechen ausgelutsche Liebesbegriff.
"It´s a chemical reaction, that´s all" wie Melchior Lengyel die (hehe) "Göttliche" Greta-Ninotchka sagen läßt!
Liebe schwebt nicht im Raum - sie ist ein biochemischer Prozeß und als Transzendetes Gewirke völlig überschätzt!
Aber zurück zu den Projektionen frühester Kindheit ins Numinose - sie sind die Basis der gesamten Theologie und die steht damit auf tönernen Bröckelfüßen.
Religion ist also im Kern nichts weiter als die unerfüllbare Sehnsucht nach einem Zustand ohne Verstand, voller Lust auf Muttermilch und Getätschel. Also eine rückwärtsgerichtete Illusion. Deshalb sind Religionen auch durch und durch konservativ bis reaktionär und nicht geeignet, die Zukunft zu gestalten. Sie drehen sich ums imaginierte Gestern, womöglich Vorgestern, sie sind die Sehnsucht nach Aufgehen an der Mutterbrust und der Rückkehr in den Uterus.
Das ganz Bric-a-Bric der Riten und der Theologie dient nur der Verhüllung dieser infantilen Sehnsucht; je länger man sich mit Geboten, Vorschriften, Katechismen beschäftigt, desto tiefer verstrickt man sich - ohne es zu merken - in die völlige Unterwerfung.
Sie können mir also nicht mehr kommen mit den Schönheiten kirchenväterlicher Theologie oder den metikulös ausgefeilten Schriften der Päpste oder was auch immer.
Jeder psychiatrische Hochschullehrer warnt seine Studenten, sich nicht auf die oft haarklein ausgearbeiteten Systeme der Patienten einzulassen, sie wedren sich darin verlieren. Der Patient schließlich kennt seinen Wahn am besten.
So viel in nuce als Erwiderung - ich lasse Ihnen alles, was Sie glauben - aber die Übergriffigkeit vor allem des Katholizismus ist ein 2000jähriger Skandal. Ethisch war man in der Antike vor Christus viel weiter als viele hundert Jahre danach - im Übrigen auch technisch und wissenschaftlich,menschlich ohnehin. Die Erde war dank Ptolemäus da schon eine Kugel, jeder Römer konnte lesen und schreiben und ließ die Götter gute Männer und Frauen sein, auch die Demokratie war schon längst entwickelt worden - das Christentum hat also nichts zur menschlichen Entwicklung beigetragen; erst als einige so mutig waren, selbst zu denken und sich nicht mehr in den Uterus der Mutter (Kirche) zurückwünschten, begann ein helleres Zeitalter.
Und kommen Se mir vor allem nicht mit den Willkürgeschenken der Gnade, des Mitleids und der Barherzigkeit!
Wir müssen aufpassen, daß das so bleibt - das Endstadium der Religiosität sehen wir z.Zt. im Irak!

Und noch etwas: ich nehmen es Ihnen persönlich sogar ab, daß Ihnen „irgendetwas leid tut“! Aber, Werter, Sie merken gar nicht mal, daß diese Haltung gerade jene Verletzungen auslöst, von denen Sie sprechen. Der sich überlegen Fühlende (es tut mir leid daß du nicht so bist wie ich) hat von diesem Mitleid unendliche Mengen parat. Zwischen diesem Mitleid und echtem Verstehen liegt ein ebenso tiefer Graben wie zwischen dem „herzlichen Beileid“ und echter „Anteilnahme“.
Es ist das kopftätschelnde: „Gelt, ja Kind jetzt bist du zornig, weil ich dir nicht mehr erlaubt hab, draußen zu spielen. Aber du wirst schon noch einsehen, daß ich Recht habe, dududu“-Mitleid!
Valet!




Alipius hat gesagt…

Sie brauchen Hilfe.

Cicero hat gesagt…

Wie auch immer eine solche (Hilfe) aussehen sollte, kann ich mir kaum vorstellen, daß er sie würde annehmen wollen. Zu sehr gefangen ist er im Haß, ja es ist Haß, der einem förmlich aus jeder Zeile der Endloskommentare entgegen springt.

Gegen Haß kann man nicht argumentieren und ich vermag mir nicht einmal in meinen kühnsten Alpträumen vorzustellen, in welchen praktischen Maßnahmen sich solcher Haß niederschlagen würde, erlangte ebenjener Haß politische Macht.

Wie jeder Haß speist sich auch der atheistische Haß aus den finsteren Quellen der Halbbildung und Ignoranz, die auf dem als edelstem Schimmel verkleideten alten Karrengaul der Hybris daher kommt.

Gerade innerhalb der Kirche war die Wissenschaft immer gut beheimatet. (z.B. war es ja ausgerechnet ein Kirchenmann, der die Urknalltheorie formulierte, so what) Es wird einem wohl auch keine naturwissenschaftliche These begegnen, die, sollte sie die Wirklichkeit hinreichend beschreiben, tatsächlich der Theologie oder einfacher gesagt der Lehre der Kirche widersprechen.

Ausgehend von den Kirchenvätern über die Scholastik des Mittelalters bis zu Papst Benedikt XVI. ist immer der Einklang von Glaube und Vernunft postuliert und betont worden.
Kein katholischer Christ muß so viele Axiome glauben wie ein Atheist, kein katholischer Christ unterliegt so vielen ideologischen Fesseln, wie ein k(r)ampfhaft Ungläubiger.
So verwundert es nicht, wenn sich jegliche atheistische Ideologie geradezu krampfhaft auf alles stürzt, was sie glaubt dem Christentum vorhalten zu können. Es geht um nichts anderes als um die Konstruktion einer Rechtfertigung. Bei genauer Betrachtung bricht diese zusammen wie ein Kartenhaus.
Doch, ja, es gibt dunkele Phasen in der Geschichte unseres Landes, unseres Kontinentes und sogar unserer gesamten Welt. Und auch (führende) Vertreter der Kirche haben da munter mitgemischt. Niemand wird das bestreiten wollen.

Doch am dunklesten war es in der Geschichte immer dann, wenn man Gott für abgeschafft erklärte, denn genau dann schwang sich in einem Akt der Hybris ein Mensch, eine Partei oder eine Ideologie dazu auf, den Platz Gottes einzunehmen. Dann hatten wir eine französische Revolution, die ihre Kinder fraß, einen Hitler, einen Stalin, einen Mao u.v.a.m. Und wer wollte bezwiefeln, daß es wirklich diese waren, die der Welt ihre finstersten Stunden beschert haben.

Atheismus, nein danke. Ich verzichte gerne darauf und vertraue lieber auf Gott und seine Weisungen.

Noch einmal ein atheistisches System an der Macht?
Davor möge Gott uns bewahren.

Und auch das muß gesagt werden, wer heute dem vermeintlich selbstbestimmten Sterben das Wort redet, tut das Werk derer, die mit „Aktion Gnadentod“ (später auch Aktion T4 genannt) nicht so recht voran gekommen waren.
Was man uns heute als Recht aufschwatzen will, wird in spätestens 20 Jahren eine Pflicht sein, nämlich die Pflicht zum sozialverträglichen Frühableben.

Und hier muß der Christ widersprechen, denn der Tod ist weder selbst- noch fremdbestimmt zu rechtfertigen. Der Tod eines Menschen ist Bestandteil des Lebens und dieses Leben in andere Hände als die Hände Gottes zu legen, führt auf kürzestem Wege in die Barbarei.

So mag denn auch mir nun der Haß entgegen schlagen.
Was zu sagen ist, habe ich gesagt.

Wolfgang Brosche hat gesagt…

Herr Cicero,

kommen Sie doch nicht mit dem Ladenhüter der angeblich atheistischen und Diktaturen - DAS Vorbild für alle Diktaturen hat die Catholica geliefert. Am schönsten erweist es sich in Nordkorea : Gottvater Kim - schon im Himmel, der Sohn ist auch schon zu ihm aufgefahren und der Enkel lebt noch, allerdings mit geschundenen Haxen weil er so klein ist und auf Kothurnen wandelt.
Und schwätzen Sie keine Dummschnack: Atheisten müssen an nichts glauben, sie wollen was bewiesen haben. Sie wollen mir doch nicht erklären, daß es vernünftig sei an solche Hirnbruten wie Adam und Eva, Erbsünde, die angeblich so schlauen Zehn Gebote, die Jungfrauengeburt und die Wiederauferstehung zu glauben...oder Himmelfahrten, Reliquien oder gar den Teufel und den Exorzismus.
Es ist eine Schande Benedikt-Ratzinger als Intellektuellen zu bezeichnen:ein kleinbürgerlicher Geist, voller Angst vor seiner eigenen Sexualität und rachsüchtig wie alle masochistisch Depravierten. Allerdings ist er ein durchtriebener Winkeladvokat seines Glaubens von einer Mentalität, die seine Vorgänger mit einem Lächeln Scheiterhaufen anzünden ließ.
Er hat kapiert, daß es nicht mehr möglich ist, die Juden für alle Sünden der Welt zu zeihen. Fleißig hat er daran gearbeitet aus den Homosexuellen die neuen Juden zu machen. Er ist eine der unappetitlichsten Gestalten der neueren Geschichte.
Aber bitte, geschenkt - was die Katholiken bei sich, für sich und miteinander treiben, ist ihre Sache - hören Sie aber auf, mit der kannibalisch-vampirischen Gier, die der Kern des Christentums ist (ißt - denn man muß ja seinen Gott essen und trinken) auch anderen Menschen das Leben UND das Sterben zu verderben.
Die Religion ist eine evolutionäre Erscheinung wie die langen Hauer des Säbelzahntigers - der fraß alles um sich weg, um am Ende, weil es keine Beute mehr gab, auszusterben.