Montag, 13. Oktober 2014

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Pommersfelden einmal anders...

Im "Journal of the International Association of Research Institutes in the History of Art" wurde im Jahre 2010 ein interessanter Artikel veröffentlicht.

Der Titel des Artikels: "Verschollen geglaubtes Planmaterial von Balthasar Neumann und seinem Baubüro, und eine unbekannte Zeichnung aus dem Umfeld Johann Dientzenhofers"

Ein Punkt im Inhaltsverzeichnis: "Schloss Weißenstein in Pommersfelden"

Die Reaktion des Herrn Alipius: " ** sabber ** "

Wer das Schloß Pommersfelden schon einmal erlebt hat, der wird sich beim Anblick dieses Planes einigermaßen verwundert die Augen reiben:

(Foto © Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv)

Dieser nicht ausgeführte Grundriß des Schlosses wurde in der Österreichischen Nationalbibliothek in einen Mappe gefunden, welche mit "Plans de Pommersfelden" beschriftet ist.

Im Artikel heißt es:
    Der Mittelpavillon der Hauptfassade tritt mit einer Fensterachse weit weniger stark in den Hof hervor und ist nicht mehr gerade, sondern schwingt konkav nach innen. Ihm vorgelagert ist eine ebenfalls konkav geschwungene und vermutlich überdachte Durchfahrt. Das Treppenhaus bleibt in seinen Hauptbestandteilen gleich, allerdings werden die kleinen zweiläufigen Treppen dahinter weggelassen. Lediglich rechts hinter dem Treppenhaus wird eine Wendeltreppe eingeplant. Durch die nahezu gänzliche Verschiebung des Treppenhauses in den Trakt hinein wäre in diesem Fall auch die Wirkung eine vollkommen andere gewesen: wo in der ausgeführten Planung neun Fenster beziehungsweise Türöffnungen pro Geschoß das Stiegenhaus von drei Seiten mit Licht durchfluten, hätte die hier vorliegende Variante lediglich von einer Seite und teilweise fast nur indirekt eine Beleuchtung durch Tageslicht ermöglicht. Keine lichte Emporführung, sondern eher eine dunkle Grundstimmung müsste zumindest in den ersten beiden Geschoßen vorgeherrscht haben. Die Treppenanlage selbst stimmt aber mit der ausgeführten Variante ziemlich genau überein.
Sprich: Da Lothar Franzens Wunderstiege ohnehin erhalten blieb, ist der ausgeführte Schloßbau aufgrund des herrlichen Lichtes eindeutig vorzuziehen. Interessant sind solche Pläne aber natürlich trotzdem immer.

Für Architektur- und Barockfreunde ist der gesamte Artikel sehr interessant, daher meine hohe Leseempfehlung.

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