Donnerstag, 9. Oktober 2014

402b

Nee, is' klar jetzt...

An einer Mittelschule in Lincoln/Nebraska bekamen die Lehrer neulich Dokumente ausgehändigt, die ihnen beim genderkorrekten Umgang mit den Schülern behilflich sein sollen.

Die Vorschläge lauten unter anderem [Übersetzung meine]
    Vermeiden Sie, Kinder zu bitten, sich als Jungen und Mädchen in eine Reihe zu stellen oder sie nach Geschlechtern zu trennen. Verwenden Sie stattdessen Dinge wie "gerades oder ungerades Geburtsdatum" oder "Was würdest du wählen: Skateboard oder Fahrrad, Milch oder Saft, Hunde oder Katzen, Sommer oder Winter, reden oder zuhören". Laden Sie Schüler ein, sich selbst Auswahlmöglichkeiten auszudenken. Ziehen Sie in Betracht, Werkzeuge wie einen Terminplan zu benutzen, um Gruppen in Paare aufzuteilen. Fragen sie sich immer: "Wird diese Konfiguration einen geschlechterspezifischen Raum schaffen?"

    Verwenden Sie keine Phrasen wie "Jungen und Mädchen", "Ihr Jungs", "Damen und Herren" und ähnliche geschlechterspezifischen Ausdrücke, um die Aufmerksamkeit der Kinder zu wecken. Sagen Sie stattdessen Dinge wie "Alle Leser sind aufgerufen" oder "Hey, Campers" oder "Könnten bitte alle Athleten hierher kommen". Erschaffen Sie Klassenraum-Namen und dann bitten sie alle "Purpurnen Pinguine", sich auf dem Teppich zu treffen.

    Wenn Sie es für notwendig halten, auf das Geschlecht zu verweisen, sagen Sie "Jungen, Mädchen, beides oder keines". Wenn man Sie fragt, warum, nützen Sie diesen Lehrmoment. Betonen Sie gegenüber den Schülern, daß in ihrem Klassenzimmer die Geschlechtervielfalt aller Schüler anerkannt und zelebriert wird.

    Weisen Sie darauf hin und fragen Sie nach, wenn Sie hören, daß andere auf binäre Art auf Geschlechter verweisen. Fragen Sie Dinge wie "Hmm. Das ist interessant. Kannst du mehr darüber sagen?" oder "Was bringt dich dazu, dies zu sagen? Ich denke anders darüber". Bieten Sie anderslautende Erzählungen an, welche die Schüler herausfordern, umfangreicher über ihre Vorstellung von Geschlecht nachzudenken.
Also, ich persönlich würde mir als azurblaue Schleiereule ja total diskriminiert vorkommen, wenn nur die purpurnen Pinguine auf den Teppich gebeten werden. Aber dann bin ich nun andererseits leider auch kein 10-jähriges Mensch mehr, welchem man mit politisch korrekten Taschenspielertricks das Hirn waschen, legen und föhnen muß, bevor es am Ende seiner staatlichen Erziehung gar davon ausgeht, daß ein neuer Kumpel vielleicht einfach tatsächlich ein Kerl und eine neue Freundin vielleicht einfach tatsächlich ein Babe sein könnte.

Nee... Mit mir nicht. Ich fühle mich sicher und gefestigt. Ich bejahe daher meine azurblaue Schleiereulenhaftigkeit (aber ich bestätige auch Euch in Eurer purpurnen Pinguinhaftigkeit und begrüße und zelebriere grundsätzlich die Farben- und Spezies-Vielfalt).

Wenn jetzt bitte noch irgendwer meien Stirne wieder sanft aus der Tischplatte herausschweißen könnte...

Kommentare:

Severus hat gesagt…

Lieber Alipius, vergnügt und befriedigt stelle ich fest, dass Du nach wie vor der alte Kritiker und Kämpfer bist (ich meine, von wegen "totaliter aliter" ...;-)) - äh - bitte weiter so !

Smilodon hat gesagt…

Hallo Alipius!
Sie könnten jetzt in der Gegend, wo ich herkomme (Weinviertel, also gar nicht so weit von euch weg) total missverstanden werden:
"das Mensch n." ist dort nämlich ein (früher neutraler, mittlerweise leicht diskriminierender) Ausdruck für ein Mädchen.
Aber ich vermute mal, dass Sie weder Mädchen diskriminieren wollten noch eine Geschlechtsumwandlung hinter sich haben, sondern nur der weinviertlerischen Sprache unkundig sind.

Marinika hat gesagt…

Meine Güte, wer hat denn denen ins Hirn gesch***en??? Unglaublich...

Alipius hat gesagt…

Man kann halt nicht ganz aus seiner Haut heraus...

Alipius hat gesagt…

Ja, darüber wurde ich heute auch schon von einer treuen Leserin per Mail informiert. Ich wußte das tatsächlich nicht und habe "das Mensch" natürlich augenzwinkernd in Richtung Genderhysterie verwendet.