Mittwoch, 8. Oktober 2014

403b

Alipius-Besänftigungs-Zeichen

Peter schreibt auf katholon über die mangelnde Katechese bei der Vorbereitung auf den Sakramentenempfang. An einer Stelle listet er verschiedene Arten von sakramentenempfangswilligen Leuten auf, unter anderem solche, bei denen der angesprochene Mangel zu beobachten ist. Dies sind z.B.
    ... die Brautleute, die wirklich nur(!) den romantischen Kick in Barock suchen...
Ha! Gut geklärt!

Das Ausrufe-Zeichen hinter dem "nur" flüstert mir beschwichtigend zu: "Es ist gaaaaanz bestimmt und wirklich und in echt total nicht verwerflich, in einer Barockkirche heiraten zu wollen. Aber es ist falsch, wenn dies alles ist, was zählt!"

Verständnisvoll nickend lasse ich das Riechsalzfläschchen ungebraucht wieder sinken.

Zum Thema: Peter schreibt, daß Sakrament soviel bedeutet wie Zeichen des Heils. Dem möchte ich noch hinzufügen, daß die mit den Sinnen erfahrbaren Zeichen bei einer Sakramentenspendung für jene unsichtbare Gnadenwirkung stehen, die sich für unser Empfinden irgendwo im Hintergrund abspielt, die aber eigentlich das ist, worauf es ankommt. Die Kinder im Erstkommunion-Unterricht sind komischerweise immer diejenigen, die das am schnellsten kapieren. Vielleicht haben die noch eine unverkorkste Intuition. Vielleicht finden die auch einfach alles, was Gott kann, erst einmal nur klasse. Vielleicht kommen die sich nicht unaufgeklärt vor, wenn sie die Heils- und Gnadenrealität zulassen. Auf jeden Fall wissen sie, daß man Gott gegenüber nicht einfach so larifari einen auf fromm machen kann, wenn der doch eh bis tief in unsere Herzen hineinschauen kann. Daß es der Umwelt gelingt, diese Stimme in den Kindern binnen weniger Wochen nach dem Empfang der Erstkommunion wieder abzutöten, daß ist für mich eines der wirklich niederschmetternden Dramen in meinem Priester-Alltag. Hier gibt es auch ein eigenartiges Ungleichgewicht: Die größte Gruppe der Erstkommunion-Kinder besteht natürlich aus denen, die ich nach der Feier nicht wiedersehe. Die zweitgrößte Gruppe ist allerdings nicht die jener Kinder, die sich danach hin und wieder einmal zu einer Heiligen Messe blicken lassen, sondern die jener Kinder, die später bei mir vorstellig werden und brav fragen, ob sie ministrieren dürfen.

Man hat es als Priester mit der Vorbereitung auf Sakramente in der Tat nicht leicht, aber es kommt für mich andererseits auch nicht in Frage, den Kopf hängen zu lassen.

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