Dienstag, 7. Oktober 2014

404b

Gedenktag der allerseligsten Jungfrau Maria vom Rosenkranz

Das Rosenkranzfest wurde gestiftet als Erinnerung an den Sieg der christlichen Flotte über das osmanische Reich bei Lepanto. Der Heilige Papst Pius V., selbst eifriger Rosenkranz-Beter, bat damals in gefährlicher Lage um verstärktes Gebet und um Anrufung der "Hilfe der Christen", ein Titel, der vom Papst nach dem Sieg in die Lauretanische Litanei aufgenommen wurde.

Der Rosenkranz ist Medizin und Werkzeug zugleich, und es stimmt mich manchmal ein wenig traurig, wenn ich sogar aus dem Munde von Katholiken abfällige Worte über diese alte Praxis vernehmen muß.

"Nicht mehr zeitgemäß", "Genauso schlimm wie ein Birett", "Frömmlei" und das gute, alte, offenbar auf jede Situation anwendbare "vorkonziliar" sind nur einige der komischen Argumente, die ich nicht nachvollziehen kann. Da ist mir das ehrliche "Dauert mir zu lange" schon lieber, wenn dies natürlich auch eigentlich keine Begründung ist und sein darf.

Man könnte jetzt viel über die Früchte des Rosenkranzgebetes diskutieren. Ich schaue einfach nur auf die Priester, von denen ich weiß, daß sie täglich den Rosenkranz beten und erkenne, daß es nicht um einen "500 Rosenkränze für einen Sieg bei Lepanto"-Handel geht, sondern darum, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln den Weg für Gottes Gnade zu unserem Herzen freizuschaufeln.

Der Rest ergibt sich dann ohnehin.

Kommentare:

Maria hat gesagt…

Zu dem tatsächlich offensichtlich immer anwendbaren Totschlag"argument", jemand oder etwas sei "vorkonziliar", eine eigene Erfahrung: auf einem Pfarrfest in einer Gemeinde, in der Freunde von uns wohnen, unterhielten sich eben diese Freunde (in der Pfarrei engagiert) und eine dort ebenfalls tätige Ordensschwester über den Pfarrer: er sei menschenscheu, abweisend, diktatorisch usw.. die Schwester wusste aber auch zu berichten, er habe sogar mal "mit dem Rücken zum Volk zelebriert". Wie sich heraus stellte, in einer Kapelle, in der es nur einen Hochaltar gab! Einhelliges Entsetzen, aber auch einhellige Meinung: der Pfarrer sei "vorkonziliar". Mein Mann und ich kennen diesen Pfarrer nicht, aber sind mittlerweile sensibel für diese Bezeichnung - s.o. Im weiteren Gespräch ereiferte sich die Schwester dann weiter über "vorkonziliare" Priester, und fügte hinzu, sie verstehe gar nicht, "dass man das Zölibat nicht schon längst abgeschafft habe, sei doch nicht mehr zeitgemäß usw." Sehr verwundert war sie, als von uns auch hier nur eher betretenes Schweigen folgte. Es war ungefähr, als hätten wir eine Aussage wie "Der Ball ist rund" in Zweifel gezogen. Und wir empfinden das um so mehr, dass es so einen mainstream gibt, unter gläubigen Katholiken, der sowas gar nicht mehr in Zweifel zieht wie "Zölibat gehört abgeschafft" oder "der ist vorkonziliar" oder "die Kirche sollte endlich die Scheidung erlauben" u.ä. Wir haben diese Meinungen auch lange genug selbst vertreten, bis uns die Begegnung mit einem solchen "nicht zeitgemäßen" Pfarrer (ja, er trug manchmal auch ein Birett) sehr, sehr nachdenklich gemacht hat. Was den Rosenkranz betrifft: vielleicht fällt es heute schwerer als früher, einen Zugang dazu zu finden. Gerade deshalb danke für Ihren Artikel!

Matthias Ruckenbauer hat gesagt…

Ich muss zugeben, daß für mich der Rosenkranz auch keine Liebe auf den ersten Blick ist. Langsam "gewöhne" ich mich daran, doch die Momente in denen ich selbst sagen würde, daß ich tatsächlich *bete* und nicht nur Gebete murmle sind eher dünn gesät.
Meistens geht es mir so, wie dem "Bad Catholic" Marc:
http://www.patheos.com/blogs/badcatholic/2011/10/how-to-pray-badly.html
"I am usually made aware of this sad fact when praying my Rosary, and halfway through the third mystery I realize I’ve spent 35 Hail Marys thinking about bacon."

*Seufz*

Matthias

Alipius hat gesagt…

Das kann schon mal vorkommen. Ich schweife beim Gebet auch manchmal mit den Gedanken ab. Umso schöner ist der Weg zurück in die Tiefe, wenn man's merkt.

Cassandra hat gesagt…

"500 Rosenkränze für einen Sieg bei Lepanto"-Handel"

eine kleine Krämerstimme in mir sagt "Gilt der Deal noch" wenn ich an Kobane denke.
Nein, es geht nicht um Handel. Aber um Vertrauen beim Beten, das etwas "unmögliches" eben doch möglich ist.

Ich bin ein Rosenkranz-Fan. Ich bete ihn einfach gerne. Nicht zeitgemäß? Mir egal, ich will ja keine Casting-Show gewinnen, sondern einfach Zeit mit Gott verbringen.