Dienstag, 25. November 2014

355.

Monarchie und Alltag

Schauspielerinnen, die in katholischen Kirchen am Altar herumhampeln und in die Rolle einer Göttin schlüpfen, sind spätestens seit dem 10. November 1793 bekannt. Was damals in Paris im Rahmen eines Festes zur Ehren der Vernunft stattfand, das wird heutzutage von den Terror-Tussen der FEMEN wohl eher als Sprungbrett für eine internationale Karriere zuerst in den Medien und später vielleicht in einem Oben-Ohne-Blättchen genutzt.

Weil der böse Papst Stimmbänder besitzt und von diesen am heutigen Tag in Strasbourg in Gegenwart von Europa-Parlmentariern und -Vertretern Gebrauch machen wird, war bei den Kettenhunden der Brustbeschau-Bratzen mal wieder irgendeine Panik angesagt. Die Presse wurde flugs informiert, und schon hatte das Strasbourger Münster seine Show.


Ein wunderbar bezeichnendes Bild, welches dem Vorwurf, bei den FEMEN-Mädels steigere sich der Haß auf Gott ins Unermeßliche, ein wenig entschärft. Eine der vielen, vielen, vielen Prinzessinen der "Guck mal, ich!"-140-Zeichen-/Selfie-Kultur hat ihren Hofstaat zusammengetrommelt und läßt ihrer schambefreiten Seele den Treibstoff verabreichen, der sie am Zucken erhält. Ehrfürchtig erstarrt halten die Photographen die Ver- und Anstands-Opfergabe auf dem Altar fest. Beide Seiten bekommen, was sie wollen: Die Femerazzis ihre duften Schnappschüsse und das Meine-Möpse-machen-müde-Medienleute-munter-Mädel ihren Rummel. Das hat für meinen Geschmack weniger mit stumpfem Haß auf Gott zu tun als mit nicht weniger stumpfem Um-sich-selbst-Kreisen in einem Universum, dessen sehr eng gezogene Grenzen man besser nicht überschreitet, will man nicht morgen schon als nicht mehr schlagzeilenfähig gelten. Und so darf man leider davon ausgehen, daß die im Bild festgehaltene Auszieh-Aktivitin in diesen Minuten ihr Leben nur deswegen erträgt, weil sie - umgeben von Grau und Alltag - wenigstens dem nächsten Oben-ohne-Auftritt entgegenfiebern kann.

Wenn der Schlager "Scheiß drauf! Malle ist nur einmal im Jahr!" Fleisch annimmt, dann wir er als FEMEN-Frau unter uns wohnen.

Kommentare:

Monika hat gesagt…

:-) - Du könntest eines Tages an Broder ablösen

Geistbraus hat gesagt…

Oooooh! Das ist wirklich ein selten entlarvendes Bild. Die Armen...

Anonym hat gesagt…

Schwer zu sagen, wie die jungen Frauen ticken. Waren Sie nie 20 mit dem starken Drang ausgestattet, die Welt besser zu machen und dafür auch gern zu leiden? Ich bin mir sicher, dass auch diese Sorte junger Erwachsener mitunter eine Femen-Karriere macht. Es heißt ja nicht umsonst "jung und dumm" und "jung und idealistisch".