Donnerstag, 20. November 2014

360c

Der Kampf hört nie auf...

Dieser Artikel im Telegraph und dieser Kommentar auf Heikes Blog zeigen: An der Front des Lebensschutzes gibt es viel zu tun.

Im Telegraph schreibt Tim Stanley über eine geplante Abtreibungsdebatte an der Universität Oxford, welche abgesagt werden mußte, weil Protestgruppen mit saftiger Sprache große Störungsaktionen ankündigten. Eine Protestgruppe mit dem Namen "Women's Campaign (WomCam)" findet:
    "It is absurd to think we should be listening to two cisgender men debate about what people with uteruses should be doing with their bodies."
Im Kommentarbereich bei Heike schreibt jemand:
    "Mal Hand aufs Herz: Wer hat nur Sex rein zur Fortpflanzung? Meine Freundin und ich jedenfalls nicht! Wir genießen unser Sexleben in vollen Zügen. Weil kein Verhütungsmittel 100% sicher ist, sind wir froh, ein allenfalls ungewollt gezeugtes Kind abtreiben zu können. Schon in alten Zeiten wurde abgetrieben und wie: Mit fragwürdigen chemischen Substanzen oder dubiosen mechanischen Methoden wurde versucht, den Embryo zu töten. Oft kam es vor, dass er die Prozedur mehr oder weniger stark verletzt überlebte und in der Folge ein behindertes Kind geboren wurde. Dass die abtreibende Frau bei diesem Eingriff erhebliche gesundheitliche Risiken einging, kam noch dazu. Die heutzutage angewandten Abtreibungsmethoden -ob chemisch oder mechanisch durch Absaugung- töten den Embryo sicher, schnell und schmerzlos und für die Frauen bestehen kaum mehr gesundheitliche Risiken"
Diese beiden Zitate zeigen einigermaßen deutlich, wie sehr durch die Möglichkeit leicht verfügbarer und bei Bedarf sofortiger sexueller Erfüllung der wichtigste Punkt sehr schnell ignoriert werden kann: Das Leben.

Wenn die interessanten Fragen nur lauten: "Kann man es in vollen Zügen genießen?" und "Wer von uns beiden hat eigentlich den Uterus?", dann verwundert es wenig, wenn der eigentliche Sinn und das naturgegebene Ziel des Geschlechtsverkehrs plötzlich nur noch ramschigen "Mach das mal weg!"-Status hat.

Und genau deswegen ist es gut und richtig, daß die Kirche an ihrer Lehre und Moral festhält. Wenn ein Mann und eine Frau ins Bett hüpfen, dann sollten sie eigentlich zu diesem Zeitpunkt schon Vater und Mutter sein bzw sich als Vater und Mutter fühlen. Denn wenn sie dies nicht tun, dann laufen sie geradewegs in die Falle der "Sex und weg!"-Industrie und ihrer "Spaß alleine zählt!"-Prediger; und dann kommt irgendwann unweigerlich der Zeitpunkt, an dem sie Phrasen verwenden müssen wie z.B. "... töten den Embryo sicher, schnell und schmerzlos...". Wer angesichts solcher Worte beim Lesen (ganz zu schweigen vom Schreiben) nicht zusammenzuckt, der demonstriert, wie sehr der Blick auf die eigenen Bedürfnisse und das ständige Hinarbeiten auf die nächste Erfüllung die Sinne vernebeln können für den Wert des Lebens.

Ich bin nach wie vor der Meinung, daß im Bereich des Lebensschutzes (sei es nun Abtreibung, Todesstrafe, Folter oder Euthanasie) sehr, sehr viel Aufklärung geleistet werden muß und daß man mit der simplen Androhung von Strafen nicht allzuviel erreichen wird, wenn nicht gleichzeitig das Bewußtsein geschärft und an der Front glaubwürdige, geduldige und friedliche Überzeugungsarbeit geleistet wird.

Ich finde aber, daß man hysterischen Sexbestien, One-Night-Stand-Touristen, "Aufreiß"-Gurus und "Hauptsache FUN!"-Matratzenakrobaten, die zur Beruhigung oder Nicht-Entruhigung ihres Gewissens sämtliche Debatten über den Schutz des Lebens im Vorfeld abwürgen müssen, durchaus auch mal die Stirne bieten darf.

Klar: Das Phänomen, daß diese Leute hart daran arbeiten, die Grenzen der Rede- und Gedanken-Freiheit möglichst eng zu ziehen, ist nicht neu. Aber das bedeutet nicht, daß man sich durch sie einschüchtern lassen muß. Und es bedeutet noch weniger, daß sie im Recht sind. Wenn "Hätte Maria abgetrieben"-Rufe, Kondomewerfen, Kreuzezertrampeln und Hohngelächter alles sind, was sie zu bieten haben, dann ist doch wohl klar, wer etwas zu verbergen und zu befürchten hat.

In diesem Sinne: Nicht nachgeben, nicht kleinlaut werden, nicht die Klappe halten! Sondern weiterhin eifrig im Gebet, treu zur Kirche und mit Augen, Verstand und Herzen immer in Christi Nähe!

Kommentare:

Braut des Lammes hat gesagt…

In einer bekannten Online-Enzyklopädie war noch nicht einmal die Aussage darüber, wofür oder wogegen der Marsch für das Leben eigentlich demonstriert, möglich. An sich war kaum der Artikel möglich. Nach einem Aufruf bei dem feministischen Machwerk Mädchenmannschaft ist er von Abtreibungsbefürwortern in deren ideologischen Sinn völlig umgeschrieben worden. 1984 läßt grüßen.

peccator quidam hat gesagt…

Ist es da etwa wieder losgegangen mit dem Umschreiben? Nicht besonders honett, zuzuwarten, bis die Meinungsgegner weg sind, um dann ungestört den eigenen Stiefel durchziehen zu können, ohne sich zu fragen, warum es für die eigene Arbeit eigentlich nötig ist, daß sich Leute aus der Diskussion zurückziehen. Und nicht besonders liberal, die Ansicht der anderen als reine Störung zu betrachten, die ausgemerzt werden muß, damit ein "Konsens" entsteht. Es ist doch zum Mäusemelken!

Anonym hat gesagt…

Selbstbeherrschung wird in unserer Gesellschaft eben nur noch gutgeheißen, wenn es um eine Diät geht oder vielleicht noch um Schuften für die Karriere.