Samstag, 8. November 2014

372.

Aus aktuellem Anlaß...

Die Alte Messe wird oft als Spielball, als Druckmittel, als Pokerchip, als Instrument mißbraucht. Das können ihre Feinde ebensogut wie ihre Anhänger. Und das muß aufhören.

Die Freunde der Alten Messe sollten es niemals nötig haben, mit manchmal mitleidigem manchmal hochmütigen Unterton über jene zu reden oder zu schreiben, welche die ordentliche Form vorziehen. Und die Anhäger der Neuen Messe wiederum sollten sich hüten, sich über die lateinische Sprache, über Rudelbildung am Bischofsthron, über Weihrauchschwaden oder über elaborierte und reiche Gewänder lustig zu machen.

Denn all dies führt nur dazu, daß ein gültig und legal dargebrachtes Meßopfer in den Hintergrund tritt, daß die "Quelle und der Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens" vernebelt und unter Wert verkauft wird als ein irgendwie notwendiges Anhängsel einer bombatischen Streiterei über Form, Farbe, Klang und Geruch.

Die Form ist aber in der Kirche in der Tat wichtig, weil "Form" in der Kirche weitaus mehr bedeutet als "Stil" oder gar "Geschmack". Die Form ist in der Kirche das, was mit dem Inhalt übereinstimmen muß (Der geistbraus hat darüber neulich im Rahmen einer längeren Auseinandersetzung mit Theodor einen Beitrag geschrieben).

Einleuchtend ist, daß die außerordentliche Form bedeutend weniger Spielraum für Mißbrauch läßt. Da braucht man nicht lange um den heißen Brei herumzureden. Man muß einfach - wenn's auch schmerzt - anerkennen, daß ein Kardinal, der mit Cappa Magna zum Pontifikalamt in die Kirche einzieht und danach anderthalb Stunden lang das Schwarze sagt und das Rote tut, einer Übereinstimmung von Form und Inhalt bedeutend näher kommt, als ein Priester mit Clownnase, der ein Hochgebet modifiziert und Ministrantinnen bei der Epiklese "segnend" die Hände ausstrecken läßt.

Viele Gläubige ziehen doch grade deswegen die Alte Messe vor, weil sie sich bei der Neuen Messe einfach nicht mehr sicher sein können, was genau sie jetzt eigentlich erwartet. Natürlich ist der Großteil der Messen immer noch frei von Mißbrauch. Aber alleine die Tatsache, daß der Spielraum für Mißbrauch besteht und daß Photos diverser Mißbräuche auch noch stolz im Internet hergezeigt werden, sollte uns zu denken geben.

Ich wünsche mir daher sehr, daß die Heilige Messe - sei es nun in der ordentlichen oder in der außerordentlichen Form - immer und überall so zelebriert wird, daß eines überdeutlich ist: Die Heilige Messe ist kein Ereignis, in welchem der Mensch im Mittelpunkt eines Gestaltungsvorschlags mit tausend Variablen steht und hektisch rummacht. Die Heilige Messe ist das Förmchen, in das wir uns hineingießen, um in Andacht und Anbetung dem Mittelpunkt des Universums und dem Herrn der Zeit nahe sein zu können, ohne in alle Richtungen zu zerlaufen.

Ich selbst versuche natürlich, dazu beizutragen und stelle fest, daß dies in einer Gemeinde mit einer Milliarde Befindlichkeiten und "Traditionen" gar nicht so einfach ist.

Kommentare:

Markus Gehling hat gesagt…

Sehr wahr! Leider wird eine solche "Stimme der Vernunft" in dieser Frage viel zu selten ge(er)-hört.

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Der Messordo für die ordentlichen Form erweckt auch dann, wenn er ordentlich eingehalten wird und der Priester das Schwarze sagt und das Rote tut, den Eindruck eines "Gestaltungsvorschlags mit tausend Variablen".
Man muß nur mal das Meßbuch aufschlagen und man findet in ihm
8 Varianten für die Begrüßung
3 Varianten für den Bußakt
2 Varianten für das Kyrie (dt. oder gr.)
2 Varianten für das Gloria (dt. oder lat.)
3 Varianten für das Credo (dt., lat. oder dt. Apostolicum)

Bis man bei der Gabenbereitung angelangt ist, kann es also
8*3*2*2*3 = 288 Varianten geben
Da braucht man rund 5½ Jahren, wenn man jeden Sonntag eine andere ausprobiert.

Aber es geht weiter:
3 Varianten zur Einladung z. Gabengebet
(Die Auswahl an Gabengebeten und Präfationen lasse ich mal außen vor)
4 Hochgebete (ohne die f. bes. Anlässe)

Da sind wir dann schon bei 3456 Varianten. In 66 Jahren hat man die alle durch, wenn man jeden Sonntag wechselt.
Und es geht bis zum Schlußssegen munter weiter mit den Wahlmöglichkeiten.

Wenn ein Priester also jeden Sonntag eine Variante, die im Messbuch steht verwendet, dann reicht ein Priesterleben nicht aus, alle Möglichkeiten einmal benutzt zu haben.

Und dann hat noch nicht einmal von der an manchen Stellen gebotenen Möglichkeit der feien Formulierung Gebrauch gemacht.

Die ordentliche Form ist in der Tat ein Gestaltungsvorschlag mit tausend Variablen…
Kann man da eigentlich noch von einem "Ritus" sprechen?
Ein Wesensmerkmal eines jeden Ritus (auch außerhalb des christlichen Kontextes) ist doch gerade, daß bestimmte Gebete, Vollzüge etc. immer gleich sind.

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Bevor mich einer mißversteht:
Ich will nicht sagen, daß der Ritus falsch wäre. Ich wollte nur aufzeigen, daß es viele Varianten gibt, und man in der Tat nie weiß, was heute auf einen zu kommt. – Selbst wenn alles würdig und streng nach Ritus gefeiert wird.

Severus hat gesagt…

@ Jürgen
Ausgezeichnete Argumentation - vielen Dank!
So gesehen, ist die Ordentliche Form die einer kanalisierten Beliebigkeit ...

Tarquinius hat gesagt…

Danke, Jürgen!

Admiral hat gesagt…

Der römische Ritus ist ja erst mal grundsätzlich nicht falsch, egal in welcher Form.:-)

Aber eigentlich hat Alipius schon alles Wichtige mit folgendem Satz gesagt:
"Viele Gläubige ziehen doch grade deswegen die Alte Messe vor, weil sie sich bei der Neuen Messe einfach nicht mehr sicher sein können, was genau sie jetzt eigentlich erwartet."

Admiral hat gesagt…

Amen.

Ester hat gesagt…

es gab Zeiten in denen wir viel im Ausland waren und dort an Messen teilnahmen, deren Sprache wir nicht verstanden.
Es ging mir so, wenn der zelebrierende Priester liturgisch korrekt feierte, also von den Varianten nicht ausufernd Gebrauch machte, konnte man, egal in welcher Sprache die Messe gefeiert wurde, mitfeiern.
Machte der Priester von den Varianten Gebrauch so ging das nicht.
Besonders auffällig wurde es bei den Liedern, ein gesprochenes Credo, das erkennt man, auch wenn es in Kisuaheli ist, wird statt dessen ein Lied gesungen, kommt man durcheinander, das selbe bei Agnus Dei,
Noch chaotischer wird es, wenn die Gemeinden beim Hochgebet plötzlich Dinge mitsprechen die sie nicht sollen, oder die Eröffnung des Hochgebetes anders gewählt wird.
Hilfreich fand isch z.B im Petersdom, dass da die jeweilige Messe (de Angelis, Orbis factor u.sw. ) gesungen wird.... Aber all das kommt nicht an den Brief des Berliner Dienstmädchens, von der Jahrhundertwende, heran, die mit ihrer Herrschaft nach Australien ging und nach Hause schrieb "Alles ist hier ganz anders, nur die Messe, die ist wie daheim".

Alipius hat gesagt…

Ich hoffe doch, daß die von mir gebrauchte Wendung "Gestaltungsvorschlag mit tausend Variablen" im Kontext des Mißbrauchs verstanden wird. Wenn es im Meßbuch steht, dann ist es erst einmal in Ordnung (zumindest für mich). "Kanalisierte Beliebigkeit" halte ich für übertrieben, weil es so klingt, als könne man tun oder lassen, was man will. Das kann man eben nicht, wenn man sich ans Meßbuch hält. Die Methode der Multiplikation halte ich auch für fragwürdig, weil es den Anschein erweckt, als sei es gleich eine komplett andere Messe, nur wenn das Kyrie auf Deutsch statt auf Griechisch vorgetragen wird.

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Natürlich wird da keine "komplett andere Messe" draus, wenn man eine Variante wählt, aber es wird eine "andere Messe" draus.

Es wird auch keiner hingehen und bei jeder Messe etwas anderes auswählen. Meist hat jeder Priester, so scheint es mir, seine Lieblingsformulierungen, die er dann auswählt.

Mit ging es nur darum, einmal aufzuzeigen, wie viele Möglichkeiten es prinzipiell gibt.

Mir ist gerade noch aufgefallen, daß es beim Bußakt nicht 3 sondern 5 feste Varianten gibt (und die Möglichkeit der freien Formulierung und des Wegfalls). Wenn man das "Rote" nicht ganz genau liest, übersieht man sowas schnell…

Zur Invarianz bei Riten möchte ich mal auf einen Vortrag von Hochschulpfarrer Dr. Johannes J.Kreier aus Saarbrücken verweisen:
https://www.youtube.com/watch?v=09N2yetmlbQ
(Es lohnt sich die ganze Reihe "Nachdenkliches" anzuhören.)

Anonym hat gesagt…

Alipius (oder, wenn ich mich recht erinnere, Eure honigsüße Opulenz), mir gefällt dieser vernunftgetragene, den goldenen Mittelweg suchende, nach allen Seiten respektvolle Text sehr gut. Hoffentlich bringt er ein paar Leute zum Nachdenken.

Echo Romeo (Tümpelritter) hat gesagt…

Absolute Opulenz. Honigsüß ist für Eure Honigsüße Beliebigkeit vorgesehen, gehört also zu einer anderen Ritenfamilie.

Anonym hat gesagt…

Neeee...ich habe gerade noch mal gecheckt. "Honigsüßer" ist voll im Rahmen des Erlaubten - eine der vielen Varianten, die die Form dennoch wahrt, sozusagen. :-)

Alipius hat gesagt…

Ich will "honigsüße Opulenz" mal huldvoll durchwinken und gelten lassen ;-)

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Solange nicht „honigschwere Korpulenz“ gesagt wird, ist doch alles im Rahmen.

°_°

Severus hat gesagt…

@ Alipius
Das mit der "kanalisierten Beliebigkeit" war nicht so gemeint, wie es vielleicht klingt. Ich hatte persönlich eben, bevor ich vor drei Jahren zur traditionellen Liturgie (FSSP) zurückgekehrt bin (an die ich aus meiner Kindheit noch dunkle Erinnerungen habe), mit liturgischer Beliebigkeit und Willkür dermaßen haarsträubende Erfahrungen gemacht, dass ich diese Rückkehr geradezu als Befreiung erlebte.

Severus hat gesagt…

... und übrigens, die Stelle: "die Heilige Messe ist das Förmchen, in das wir uns hineingießen ..." finde ich ganz besonders gelungen! Nicht wir gestalten die Liturgie, sondern die Liturgie gestaltet uns!

Alipius hat gesagt…

An der honigschweren Korpulenz arbeite ich noch...

Jorge hat gesagt…

Was ist eigtl. dran an der (schon vor Jahren) kolportierten Sache, dass Kdl. Burke eine unvorschriftsmäßige (viel zu lange) Cappa trägt in seinen Messen? Wäre doch auch ein "Missbrauch", oder?

Form und Inhalt ist da auch so eine Frage. So ein Mantel passt ja eigtl. höchstens in einen Sankt-Martins-Messe, inhaltlich, meine ich.

Admiral hat gesagt…

Über erlaubte Cappa Magna Längen kann ich nichts beisteuern.

Zur "inhaltlichen" Frage allerdings gab es vor längerem einmal einen interessanten Artikel bei "New Liturgical Movement" mit einer Erklärung der Symbolik, die mir sehr gut gefällt:

http://www.newliturgicalmovement.org/2010/07/commentary-on-great-cape.html

"The capa magna does indeed represent the finery of the world, its power and prestige. That is why after his entrance wearing it, the prelate is publicly stripped of this finery and humbled before the congregation. Then, vestment by vestment, the bishop is clothed in the new man of which St. Paul speaks, including the baptismal alb, the dalmatic of charity, the stole of pardon and the chasuble of mercy. When finally clothed in Christ, the prelate makes a second entrance into the church to begin the eucharistic celebration in persona Christi, the visible head of the body, the church.

It was a clear statement that the power and prestige of the world have no place at the altar, but it is expressed in a liturgical ritual or symbol, which, unfortunately, are often lacking in the contemporary rites and thus hard to grasp."

Der wichtige Moment ist also nicht der prunkvolle Einzug mit weltlichem Gepränge, sondern der Moment, wenn die Cappa Magna abgelegt wird.

Jorge hat gesagt…

Pfr. Kreier kann man sich immer gut anhören, danke für den Link, @Jürgen!

Irgendwie habe ich pers. bei diesen Ausführungen oft ein wenig das Gefühl, da werden Eulen nach Athen getragen. Ich kann mich seit der Kindheit nicht erinnern, jemals etwas anderes in der Messe erlebt zu haben als das, was er da beschreibt. Und das, obwohl ich keinerlei Affinität zur alten Ritusform habe (besuche sie ab und zu, weil ich in meinem engsten Wohnumfeld in Dtschl. gleich drei "Messorte" in wenigen Minuten mit dem Rad erreichen kann, aber etwas im Kern anderes als in jeder x-beliebigen Normalmesse habe ich da nie erlebt). Im Grunde passiert ja in jeder Messe exakt dasselbe.

Daran sieht man meiner Ansicht nach, dass vieles von dem, was an "Missbräuchen" angeprangert wird, bloß Panikmache ist. Bei der Form kommt es auf den unveränderlichen Grundbestand der Riten an, und der ist nun wirklich immer gleich und kann selbst dann, wenn es wirklich mal einer (der verrückt sein muss) darauf anlegt, nur äußerst schwer verändert werden kann. Alles Drumherum ist nebensächlich. Solange man das Drumherum nicht mit dem Kern verwechselt, empfindet man keine "Missbräuche" (wenn sie jetzt nicht ganz extrem krass wären, aber das kommt selten vor, meine ich). Meiner Ansicht nach liegt das Missverständnis derer, die ständig auf "Missbräuche" schielen und jede kleine Variante oder Eigentümlichkeit misstrauisch beäugen, im Grunde genommen darin, dass sie genau dasselbe tun wie die, die allzu "gestalterisch" mit Gottesdiensten umgehen: sie verwechseln das Drumherum mit dem Wesentlichen.

Admiral hat gesagt…

Du Glücklicher scheinst noch nie das Erlebnis gehabt zu haben nach der Messe rausgegangen zu sein und sich zu fragen wo die Wandlung geblieben war und ob überhaupt irgendwas gebetet wurde..... Sei beneidet.

Jorge hat gesagt…

Danke, dass ist erhellend. Gehört dann aber offenbar tats. zu denjenigen Ritualien, die einem vorher erklärt werden sollten :-)

Das der weltliche Tand und das Prestige der säkularen bfl. Herrschaft im Altarraum keinen Platz haben sollen, leuchtet ein. Was ist aber dann mit dem Thron. Stand (oder steht) der nicht auch ganz nahe beim Altar? Und wurden nicht früher (und heute bei den Ponti-Ämtern nach altem Ritus) immer diese typischen Erinnerungsbilder mit thronendem Bf. und Gefolge gemacht, die sehr "weltlich" wirken?

Alipius hat gesagt…

Eine vorgeschriebene Schleppenlänge bei der Cappa Magna gibt es nicht, somit kann Kardinal Burke da keinen Mißbrauch treiben.

Was den Thron betrifft: Dieser ist in der Kirche kein Zeichen für weltliche Macht, sondern für Gottes Herrschaft. Auch der Priester hat ja während der Messe einen Stuhl, der sich optisch von den anderen Stühlen im Chorraum abhebt. Die Erinnerungsphotos finden vor oder nach der Messe statt und werden - soweit ich es überblicken kann - nicht in der Kirche gemacht. Also alles im grünen Bereich ;-)

Ester hat gesagt…

nach dem was Jorge so scheibt war er seltenst in einer Messe, und haut uns hier einfach Pastoraltheologie um die Ohren, weil es ihm halt Vergnügen macht!
Natürlich ist Messe, Messe, egal wo und wie sie gefeiert wird, solange gültig gewandelt wird, uns selbst wenn es nicht geschieht, die Wandlung, achtet Gott den Glauben der "armen im Geistes" die denken dass gewandelt wird.
Nur glaube ich, wer nicht sieht, was los ist im Land, der will nicht sehen, kann es vielleicht auch nicht mehr, weil er blind geworden ist.

Anonym hat gesagt…

Hierfür bietet ja gerade die Putten- und Prälatensektion durchaus Inspiration (Als "Thinspiration" kann man's ja nicht so ganz bezeichnen)...:-)

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Was?
Es gibt keine vorgeschriebene Schleppenlänge?
Da sollte aber schnellstmöglich der päpstliche Normenausschuß eine kirchliche Schleppenordnung erstellen.

Anonym hat gesagt…

Klar gibt es Bestimmungen zur Schleppenlänge!
Papst Pius XII hat 1952 festgelegt dass die damals gebräuchliche Schleppenlänge um die Hälfte zu kürzen sei, nach zu lesen hier:
http://www2.fiu.edu/~mirandas/valde.htm
Da die damals übliche Schleppenlänge 5 m betrug, bedeutete das, dass sie zukünftig nicht länger als 3 m sein durfte.

Papst Paul VI hat 1969 bestimmt dass der Kardinalshut (Galero) abgeschafft sei (Punkt 9) er legte (unter Punkt 12) fest, dass die Cappa Magna immer ohne Hermelin zu tragen sei, nur ausserhalb Roms und nur zu ganz aussergewöhnlichen Festlichkeiten, nach zu lesen hier:
http://www2.fiu.edu/~mirandas/instruction69.htm

Da diese Bestimmungen betreffend die Cappa Magna in keinem Zusammenhang steht mit „Novus Ordo“ oder „Usus Antiquior“, hat Kardinal Burke ganz klar gegen obige Bestimmungen verstossen und man kann demnach schon von „Missbrauch“ sprechen. Siehe z. B. Bild No 1 (Länge), No 5 (Galero) und 7 (Hermelin, hinter dem Schleppenträger steht ein Kleriker mit dem Galero), hier:
http://www.stpeterslist.com/5111/cardinal-burke-10-photos-of-this-wondrous-prince-of-the-church/

Alipius hat gesagt…

Das Motu Proprio "Valde Solliciti" besagt, daß die Schleppe um die Hälfte gekürzt werden soll. Und zwar die Hälfte der Länge, "quae hodie in usu est". Nirgendwo läßt sich die Information finden, daß zu diesem Zeitpunkt eine Länge vorgeschrieben (also mehr als nur "gebräuchlich") war und daß diese Länge 5 Meter betrug.

Kardinal Burke hat den Galero ein einziges Mal getragen für ein Photo, das gewissermaßen zu Herzeigzwecken ("So sieht ein Karidnal mit Galero aus") außerhalb der Liturgie aufgenommen wurde. Der Hut, der Kardinal Burke auf den anderne Bildern voran- oder hinterhergetragen wird, ist kein Galero, sondern ein Capello Romano in der Ausführung für einen Kardinal (Zu erkennen an den auf der Krampe liegenden Troddeln). Und daß der Pelz wirklich aus Hermelin und nicht aus Kaninchen hergestellt wurde, ist auch nicht sicher (meines Wissens nach ist letzteres der Fall).

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Die Pimpfe hatte doch schon genug Bilder, wo andere auch lange Schleppen trugen. Die sind wohl auch länger als die behaupteten 3 Meter-Maximallänge
http://pimpfblog.blogspot.de/2012/08/catholic-awesomeness-mit-marie_27.html

Anonym hat gesagt…

Lieber Alipius,
Eure absolute, erlauchte Opulenz!
Warum es für einige Leute ein Problem darstellt, wenn jene Form der Hl. Messe, deren Gestalt bis zu Papst Gregor I (um 600) zurückverfolgt werden kann und die in Trient 1560 in einer Art Bestandsaufnahme als „Messe aller Zeiten“ niedergeschrieben wurde, zelebriert wird, ist für mich nicht sinnvoll nachvollziehbar.

Der Besuch einer solchen Hl Messe stellt für mich stets ein „Nach Hause Kommen“ dar. „Introibo ad altare dei – ad deum qui laetificat juventutem meam“ - jedes männliche Wesen, das vor 1969 als Ministrant tätig war, kann den Beginn der Hl Messe noch heute auswendig und hatte er einen guten Seelsorger, wurde ihm sogar erklärt was es heißt und bedeutet. Diese Messe war für fast 1400 Jahre, bis zu ihrer vorübergehenden, faktischen Abschaffung (1969/70) für jeden römischen Katholiken, unabhängig vom Kulturkreis, identitätsstiftend.

Paul Badde kommentierte anlässlich der offiziellen Wiederzulassung treffend: „Benedikt XVI. gibt der katholischen Liturgie nur ihr Urmeter zurück, an dem sich fortan auch der vielfach orientierungslos gewordene neue Ritus von 1969 wieder entscheidend neu ausrichten kann.“ Gerade viele junge Leute haben diese Form in den letzten Jahren schätzen und lieben gelernt – die Zahl der Priesterberufungen, die aus diesem Umfeld hervorgehen (Schüllers und Fischers werden allerdings kaum darunter sein), sprechen eine deutliche Sprache – jene Seminare, die sich der Tradition verbunden fühlen, sind übervoll und mussten zum Teil durch Zubau vergrößert werden (z.B. Petrusbruderschaft in Wigratzbad).

Zugegeben – einige mögliche Formen der Zelebration waren und sind nicht optimal, allen voran die am stärksten verbreitete, die „Singmesse“, bei welcher der Gottesdienstbesucher zeitweise von der liturgischen Handlung – eben durch Singen – abgelenkt ist (man singt z.B. „Herr ich glaube, Herr ich hoffe...“ während der Priester das Credo murmelt). Es fehlte eine Form, bei der die Gemeinde selbst mit dem Priester beten konnte, anstatt sich vom Messdiener „vertreten“ zu lassen. Diese Form als Norm herzustellen, Verdopplungen zu reduzieren (z.B. wurde das Schuldenbekenntnis zwei bis dreimal gebetet, lateinisch gesungene Lesung und Evangelium in der Landessprache nachgelesen), eine größere Auswahl an Bibelstellen für die Lesungen zu berücksichtigen, war der Auftrag des Konzils. Für Lesungen und Tagesgebete sollte der Landessprache weiterer Raum eingeräumt werden (den Kroaten wurde das übrigens mittels Indult schon Jahrhunderte früher zugestanden). Was ist daraus geworden?

Mit Ausnahme der zweiten Lesung waren sämtliche Beschlüsse des Konzils im Missale von 1965 umgesetzt! (Dass in der landessprachlichen Variante ein Teil des Stufengebetes (das es bei den Altkatholiken übrigens optional noch gibt) und das Schlussevangelium bereits dem Rotstift zum Opfer gefallen waren, fiel kaum jemandem auf, da diese Teile während des Gesanges ohnedies meist leise gelesen wurden). Für die Formen der „stillen Messe“, der „Chormesse“ (mit Chorskola) oder des festlichen Hochamtes, für welche die bedeutendsten Komponisten den Messtext oft mehrfach vertont hatten, blieb die alte Form bestehen. Und exakt das wäre jener „Normalzustand“, den ich mir wünsche - das Nebeneinander, in einem Messbuch, das es zulässt, die Form jeweils dem Anlass entsprechend zu wählen. Das würde voraussetzen, dass alle Priesteramtskandidaten auch die ältere Form zwingend erlernen – Benedikt wollte genau das – die (ach so barmherzigen und gehorsamen) Bischöfe blockierten.

Anonym hat gesagt…

Teil 2

"An die Stelle der gewordenen Liturgie hat man die gemachte Liturgie gesetzt. Man wollte nicht mehr das organische Werden und Reifen des durch die Jahrhunderte hin Lebendigen fortführen, sondern setzte an dessen Stelle - nach dem Muster technischer Produktion - das Machen, das platte Produkt des Augenblicks." Joseph Kardinal Ratzinger in "Aus meinem Leben", DVA 1997 über den neuen Messritus.
Der größte „Störfaktor“ im Rahmen der Einführung des NOM 1969/70 und der Einführung der ökumenischen Messtexte kurz danach, ist die damit einhergegangene „Ideologisierung“ und Zwanghaftigkeit! Ein Priester kann seither keine Entscheidung treffen, ohne Gefahr zu laufen, sofort einer Partei und einer Ideologie (Progressiv, (neo)konservativ, (alt)liberal, traditionalistisch…) zugeordnet zu werden. Dazu genügt es bereits, die Wahlmöglichkeiten in der nunmehr „ordentlichen Form“ der Messe z.B. derart auszuüben, dass die Unterschiede zur „außerordentichen Form“ so gering als möglich ausfallen – etwa das „Oratorium Philippi Neri“ in St. Rochus Wien ist auf diesem Gebiet Vorbild und Meister – für die „Modernismus-Ideologen“ ein „rotes Tuch“ (alles ist auf den Herren hin „orientiert“ – die Gemeinde kann sich nicht selbst feiern und unterhalten – unerhört!)
Wo mich „das Gemachte“ besonders stört, das sind die „freiwilligen Zwänge“, die aber (bei sonstiger Sanktion) letztlich „faktisch“ sind; Zwanghafte Veränderungen, die mit jeder Neuauflage des Messbuches mehr wurden – die Sinnhaftigkeit erschließt sich mir in keiner Weise:
• War es für die Einführung der Lesejahre A-B-C (die ich für sinnvoll hielte) wirklich notwendig, den Heiligen- und Feiertagskalender derart durcheinander zu bringen?
o Besonders schmerzlich: die Verkürzung der Weihnachtszeit und die damit verbundene Störung der Symmetrie; abgesehen davon, dass wir den Anblick der Krippe bis „Maria Lichtmess“ genießen durften – Weihnachtszeit und Fastenzeit waren gleich lang (40 Tage) das war irgendwie fair!
o Die Verschiebung von „Christkönig“ (ursprünglich am letzten Sonntag vor Allerheiligen)
o Die Abschaffung der „Vorfastenzeit“ (Fastnacht) – Septuagesima – Sexagesima – Quinquagesima –jede Woche wurde ein Gebet vom Halleluja bis zum Gloria „verabschiedet“, bis die Fastenzeit begann. Das Perverseste daran: das ist nicht einmal eine Beitrag zu Ökumene – i m Gegenteil - Lutheraner und Altkatholiken haben sie noch!
• Der faktische Zwang zum „Volksaltar“ - ob die Einrichtung in einem konkreten Gotteshaus sinnvoll ist, erschließt sich einem, bei vernünftiger, ideologiefreier Betrachtung innerhalb weniger Minuten. Befindet sich in einem Dom der Hochaltar zig Meter von der ersten Sitzreihe entfernt, wird die Sinnhaftigkeit zu bejahen sein. Dann stellt sich nur noch die Frage nach Stil und Aufstellungsort – jedenfalls sollte davor noch Platz für den „Tisch des Herren“ – die Kommunionbank sein. Welchen Sinn hat der Volksaltar, wenn er im Sakralraum als Fremdköper empfunden wird? Gerade in jüngeren Tagen haben bestimmte Gruppen unter Beifall ihrer Bischöfe die Tendenz, besonders in Barockkirchen, ihre angeblich fortschrittliche Ideologie in Form eines hässlichen Marmorblockes einzumauern. Je stilwidriger, die Harmonie des Raumes störender, desto besser, denn umso wirksamer werden die „Traditionsverbundenen“ provoziert; und kommen erst einmal die eigentlich unerwünschten, gefürchteten jungen Priester aus den traditionell orientierten Seminaren, sind sie vor eingemauerte, vollendete Tatsachen gestellt! So stelle ich mir „Leben und leben lassen“ nicht vor.
• Der Zwang zur Änderung der Gebetsrichtung nach Westen – ein sinnvoll aufgestellter Volksaltar erlaubt die Zelebration in beide Richtungen. So gut wie alle Weltreligionen beten

Anonym hat gesagt…

Teil 3

zum Herren hin – symbolisiert durch die aufgehende Sonne – Richtung Osten. Nur wir glauben seit 40 Jahren es entgegen einer zumindest 1370 Jahre währenden Praxis besser zu wissen. Wehe ein Priester wagt es…. – die Protestanten sind viel entspannter; ich habe im Norden Deutschlands in kaum einer lutherischen Kirche einen Volksaltar gesehen!
• Das Fehlen der Kanonischen Stille – die Wandlung in Stille, bei Glockengeläute – der Priester vollzieht die Kreuzigungsbewegungen – ein laut gebetetes Hochgebet erreicht die Wirtkung auch nicht annähernd!
• Die Zivilisten im Altarraum – unnötige Unruhe und Ablenkung vom Wesentlichen (abgesehen davon, dass keiner davon eine Veranlassung sieht, beim Betreten vor unserem Erlöser die Knie zu beugen).
• Die Abschaffung der Verhüllung der Kruzifixe und Altarbilder in der Fastenzeit - das „Fasten mit den Augen“ – ich vermisse es schmerzlich.
• Banalisierung und „Verweltlichung“ statt „Entweltlichung“ wohin man schaut; von Liedern mit seichten Texten (Motto „nur keine Glaubenswahrheiten“) abgesehen – kein einziges „Ehre sei dem Vater…“ im NOM; das simple „Apostolische Glaubensbekenntnis“ statt dem „Nicäanischen“, welches unsere gesamte Glaubenswahrheit beinhaltet (eine Folge der Einführung der ök. Messtexte), schließlich lässt es die von Jürgen N. vorexerzierte „Auswahl“ offenbar zu, während der gesamten Hl Messe das Wort „Opfer“ kein einziges Mal auszusprechen.
Diese offensichtlichen Schwächen des NOM haben dazu geführt, die durch einen „Kahlschlag“, der geschickt als Reform verkauft wurde, entstandenen Lücken, durch paraliturgische Experimente aufzufüllen. So kommen noch die sogenannten „pfarreigenen Traditionen“ (wie lange muss etwas praktiziert worden sein, dass von „Tradition“ gesprochen werden kann?), die zwar nicht als Möglichkeiten im Messbuch stehen, aber Praxis sind, erschwerend dazu:
• Mussten Weihrauch und Gregorianischer Choral wirklich aus der Sonntagsmesse verbannt werden, damit sie in esoterischen Runden, Yogakursen bzw in den Charts (Heiligenkreuz) ihrem Platz finden können? Für mich ein klares Zeichen, was den Leuten wirklich fehlt!
• Ebenso die Abschaffung der Kanzel in den meisten Kirchen – man hat den Pfarrer früher wenigstens gut gesehen und verstanden – der heute übliche Ambo wirkt auch oft als stilwidriger Fremdkörper.
• „Hinz“ und „Kunz“ verteilen den Leib unseres Erlösers wie Fluortabletten oder Kekse im Kindergarten; das wäre lt. „Redemptionis Sacramentum“ zwar nur in Ausnahmefällen erlaubt, ist aber gängige Praxis. Hingegen gibt es eine Anweisung für die Diözese Wien, dass in jeder Pfarrkirche eine Möglichkeit für den knienden Kommunionempfang (sinnhafter Weise durch den Priester selbst) eingerichtet werden soll; http://members.a1.net/altar/neu_16.htm Papier ist bekanntlich geduldig, die „zu Frommen“, die von der zwanghaften Idee besessen sind, sich niederknien zu müssen, sollten mit dem Papier befriedigt sein; wenn es der Pfarrer nicht umsetzt, tut der Bischof auch nichts…
• Ausufern des „Friedensgruß“ bis zum „Kasperltheater“ – wer ergreift mehr Schweißhände? Und dann diskutieren wir, ob „Mundkommunion“ ein hygienisches Problem darstellt…. (wenn das nicht pervers ist….).
Nun fragst Du, angesichts so viel ideologischen Geschwafels, wo bleibt Christus? Ich kann in dem geänderten Umfeld seinen Namen zwar noch ab und an vernehmen, seine Nähe empfinde ich aber (zu) oft nicht mehr.

Anonym hat gesagt…

Schlussfolgerung:

Meine Freude, der Sonntagspflicht nachzukommen und zur Hl Messe zu gehen ist seit 40 Jahren tendenziell mehr und mehr getrübt – aber das ist meine persönliche Befindlichkeit. Zu sehr lenkt mich die Summe der Störfaktoren und Irritationen ab und das hat absolut nichts damit zu tun, dass ich mich eventuell über andere stellen möchte, aber ich kann beim besten Willen keinerlei Verbesserung gegenüber früher erkennen.

Ich bitte es mir auch zu glauben, dass es mir ferne liegt, auf die Anhänger des NOM herabschauen zu wollen. Ich nehme mir lediglich die Freiheit, laut und öffentlich zu hinterfragen, ob uns wenigstens eine einzige der genannten Änderungen zu einer Vertiefung im Glauben und Verständnis der Liturgie geführt hat? Gerade das war es doch, das die Konzilsväter beabsichtigt hatten?

Ich fürchte, das Gegenteil wurde bewirkt – ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass durch die meisten Änderungen – von vielen unbewusst, von manchen aber bewusst - falsche Signale ausgesendet wurden. Nach dem Motto „wie ich bete, so glaube ich“ – und umgekehrt wurde unsere „Mutter Kirche“ derart an die Grenzen einer sprichwörtlichen Zerreißprobe geführt, wie es sie seit Huss und Luther nicht mehr gegeben hat:
• Wenn man die Riten anpassen kann – warum nicht auch die Lehre?
• Wenn die Hl. Messe auf die bekömmlichen Teile reduziert werden kann – warum kann nicht auch jener Teil der Lehre verschwiegen oder zumindest relativiert werden, der gerade unbequem ist?
• Wenn man die Riten, die Hl. Messe wie eine Knetmasse gestalten kann (möglichst wenig, Bussakt, keine Erwähnung der Sünde – daher keine Erlösung am Kreuz erforderlich – gemütliches Keksessen bei der Abendmahl - Gedächtnisfeier) – warum kann das dann nicht auch eine Frau, ein „Transgender“ praktizieren ?

Dass wir uns mit solchen Fragen heute abmühen müssen, sehe ich nicht ausschließlich, aber zu einem guten Teil als Folge einer total verunglückten Reform, genau jener Institution, bei der es an den Kern, ans „Eingemachte“ geht – der Liturgie.
„Nur keine Schritt zurück“ habe ich von einem bekannten Liturgiewissenschafter vor etwa 30 Jahren vernommen – und mir dieser Verweigerung, über eine Kurskorrektur überhaupt nachzudenken sind die sogenannten „Progressiven“ für mich die konservativsten Kräfte überhaupt – nach Lenin: „eine einmal erkannte Wahrheit, darf nicht mehr verlassen werden“ – die Geschichte hat gezeigt, wohin das geführt hat.

Die „alte Messe“ als „Urmeter“ ? Verständlich, dass es für viele unerwünscht ist und um jeden Preis verhindert werden muss - macht der „Urmeter“ doch sichtbar, wie weit wir heute oft von der ursprünglichen, gewachsenen Idee des „Gottesdienstes“ entfernt sind. „Summorum Pontificum“ war für mich eine Befreiung – allerdings müsste der „Urmeter“ besser (zumindest in jedem Bezirk) erreichbar werden. Der Teufel scheut den „Urmeter“ wie das Weihwasser – ein Grund, warum wir die „Messe aller Zeiten“ gar nicht oft genug zelebrieren können. Der Rest erledigt sich mittelfristig von selbst!

Gelobt sei Jesus Christus!

Beste Grüße
Fritz F.

Alipius hat gesagt…

Lieber Fritz,
ich stimme Dir in so ziemlich allen Punkten zu, umso mehr, als all diese Überlegungen mir auch aus meinem eigenen Kopf bekannt sind.

Ich denke, die für einen Priester schwierigste Tatsache hast Du hier ausgesprochen: "Der größte „Störfaktor“ im Rahmen der Einführung des NOM 1969/70 und der Einführung der ökumenischen Messtexte kurz danach, ist die damit einhergegangene „Ideologisierung“ und Zwanghaftigkeit! Ein Priester kann seither keine Entscheidung treffen, ohne Gefahr zu laufen, sofort einer Partei und einer Ideologie (Progressiv, (neo)konservativ, (alt)liberal, traditionalistisch…) zugeordnet zu werden."

Das entspricht meiner anfänglichen Beschwerde: "Die Alte Messe wird oft als Spielball, als Druckmittel, als Pokerchip, als Instrument mißbraucht. Das können ihre Feinde ebensogut wie ihre Anhänger. Und das muß aufhören." Ich hätte hier natürlich ebensogut "Die Neue Messe" schreiben können bzw einfach "DIe Heilige Messe".

Vielleicht ahnst Du, wie kompliziert es ist, als relativ frischer Priester in einer großen Gemeinde mit vielen "wichtigen" Leuten gleichzeitig a) eine Bestandsaufnahme zu machen, b) bestimmte Dinge langsam und schrittweise zu ändern und c) die Leute nicht umgehend in Proteststimmung zu versetzen.

Wenn ich an die künftig von mir geplanten Dinge denke, wird mir jetzt schon übel. Ich werde aber trotzdem weiterhin schrittweise vorgehen, wie ich es mir selbst vorgenommen habe und wie es im Rahmen des von der Kirche Erlaubten ist.

Eines habe ich schon vor Jahren erkannt: Es ist möglich, auch die Neue Messe würdevoll und feierlich zu zelebrieren. Ich versuche, irgendwann einmal dorthin zu gelangen.

Wir werden sehen...