Donnerstag, 6. November 2014

374b

Lebensschutz findet nicht nur im Mutterleib oder am Sterbebett statt

In den USofA, genauer in Florida, sind drei Männer festgenommen worden, weil sie es wagten Nahrungsmittel an Bedürftige auszugeben, ohne eine entsprechende Genehmigung beantragt und eine öffentliche Toilette aufgestellt zu haben.

Den drei Helfern, einem 90-Jährigen und zwei Pfarrern, drohen nun bis zu 60 Tage Haft und 500 US$ Strafe.

Ich kann verstehen, daß Gesetze eingehalten werden müssen. Aber es gibt Dinge, die finden außerhalb des Spielfeldes von "1.FC Erlaubt gegen Wacker Verboten" statt.

Interessant ist, daß hier sehr schnell der Weg vom "Wie kannst du es wagen, arm zu sein? Hier ist deine gerechte Strafe!" zum "Wie kannst du es wagen, Christi Botschaft ernstzunehmen? Hier, wir zeigen Dir, was Cäsar davon hält!" gefunden wird.

Mit einer einzigen Aktion wird so das gesamte, wunderbare Beziehungsgeflecht von Helfen, Danken, Freude und Nähe zerschossen.

Aber auf irgendeine kranke Art und Weise wird sich schon ein Sinn hineininterpretieren lassen. Leute werden schließlich dafür bezahlt, daß sie den Wohlhabenden Mahlzeiten zubereiten und bringen. Dann muß man sie andererseits wohl bestrafen, wenn sie dies für die Armen tun, damit die Raum-Zeit-Struktur nicht auf universumsgefährdende Art in Unordnung gerät. Oder so...

Kommentare:

Matthias Ruckenbauer hat gesagt…

Wackerer alter Mann - der scheint sich nicht so leicht einschüchtern zu lassen. Es kommt ja noch die Verhandlung.
Mit der Verfolgung christlicher Werte hat das Gesetz aber nichts zu tun. Das ist nur das übliche. Die Menschen wollen Armut nicht sehen. Deshalb muss sie aus dem Blickfeld verbannt werden, dann kann man so tun als gäbe es keine Armen und man braucht auch kein schlechtes Gewissen zu haben - das darf dann ruhig weiterschlafen. Gewollte Acedia Cordis. Die Aufregung durch das Betrachten fremder Leben, real oder erfunden, im Fernsehen und auf Facebook ist ja schließlich genug. Wo kämen wir denn dahin wenn etwas einen selbst beträfe.
Keine Sorge - das ist keine amerikanische Eigenheit, das gibt es auch bei uns zur Genüge, auch in der Kirche.

Alipius hat gesagt…

Das Gesetz mag mit der Verfolgung christlicher Werte insofern nichts zu tun haben, als daß christliche Werte nicht das erste, direkte Angriffsziel waren. Aber eine breite Anwendung und Durchsetzung des Gesetzes wird doch letztlich dazu führen, daß unter den verfolgten Werte auch und besonders christliche sind. Natürlich beschränkt sich das Phänomen der Acedia Cordis nicht auf die USofA. Ein Cäsar, der keinen anderen Gott-Kaiser neben sich duldet, findet sich in der ein oder anderen Form überall, sei es nun ein Politiker, das Ego, die Bequemlichkeit die Meinungshoheit oder was auch immer.

Matthias Ruckenbauer hat gesagt…

Ich meinte hauptsächlich, daß man nicht Bosheit vermuten sollte wo einfache Faulheit und/oder Dummheit völlig als Erklärung ausreichen. Das ist mir wichtig, weil ich die letzten beiden für ungleich gefährlicher halte.