Sonntag, 21. Dezember 2014

329c

Gegen Schnarchlärm während der Messe

Eine Handreichung der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung soll künftig fade Predigten verhindern.

Denn:
    Es sei traurig, dass Priester und Gläubige hierbei jedoch oft leiden müssten, „die einen beim Zuhören, die anderen beim Predigen“.
Also leiden sollte man bei einer Predigt wirklich nicht. Aber wie das mit der Handreichung nun funktionieren soll, ist mir auch noch nicht klar (ich habe sie noch nicht gelesen und weiß auch nicht, ob es sie schon auf Deutsch gibt).

Hoffentlich ist das nicht so ein Bausatz mit "One Size Fits All"-Elementen; denn wenn die Predigten plötzlich in jeder Kirche gleich klingen, ist das ja auch blöd.

Ich bleibe jedenfalls bei meinem Motto: Man darf über alles predigen, nur nicht über sieben Minuten.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Finde ich traurig, wenn man der Auslegung von Gottes Wort nur sieben widmen darf.- Aber in vielen Werktagmessen gibt es noch nicht einmal eine Predigt.

Charlotte hat gesagt…

Lieber Alipius,
Sieben? Du meinst wohl eher siebzehn, ...also zwölf müssten doch mindestens drin sein, wenn jemand etwas zu sagen hat...
Liebe Grüße und eine gesegnete Weihnacht!

Maria hat gesagt…

Es ist ganz einfach: Predigten, die eben nicht "überall gleich" klingen, die aus dem Herzen des Predigers kommen, die er eben nicht irgendwo abgeschrieben hat, ... Predigten, die die Zuhörer berühren, die können nicht "zu lang" dauern. Solche, die aus Phrasen bestehen, aus Predigtbüchern abgeschrieben - meistens merkt das auch der vermeintlich "unkundige" Laie - da sind 5 Minuten schon zu lang.
Gesegnetes Weihnachtsfest!

Alipius hat gesagt…

Nee, das ist es ja grade: Eben WEIL ich etwas zu sagen habe, bleiben alle Auffüll- und Ausschmück-Phrasen (inkl. einleitender 3-minütiger Wiederholung des soeben aus dem Evangelium vorgelesenen Textes) weg.

Sursum corda hat gesagt…

Unser alte Pfarrer war vor seiner Vertreibung Domprediger in Breslau gewesen und ein wirklich begnadeter Prediger. Auch er sagte immer, es dürfe 7 Minuten dauern, vielleicht noch gerade 9 Minuten, aber niemals länger, da die Zuhörer sonst nichts lernten und auch nichts "mit nach Hause nehmen" würden. Wer seine Predigten noch kennenlernen durfte, wird ihm zustimmen.

peccator quidam hat gesagt…

Schluck! Wenn hierzukirch die Werktagsmessen um die unten geforderte Siebzehnminutenpredigt verlängert würden, könnte zumindest ich die Messe werktags gar nicht mehr besuchen, weil ich dann nicht mehr rechtzeitig zum Dienst käme. Bei mir -- und andern -- wird's oft schon eng, wenn sich der Herr Pfarrer entschließt, das zum Gedenktag passende Kapitel aus dem Schnitzler vorzulesen.

Natürlich sollte man der Auslegung von Gottes Wort ruhig viel Zeit widmen, aber diese Auslegung geschieht auch längst nicht nur in der Predigt. Ein Priester sollte da nicht sein wie jene Lehrer in der Schule, die der Meinung zu sein scheinen, ihr Fach sei das einzige oder das einzig wichtige, oder wie die Leute, die unangekündigt E-mails mit 20 MB Anhang verschicken. Wenn jemand meint, den gesamten Postfachspeicher seiner Zuhörer mit seiner Predigt zuballern zu müssen, weil er glaubt, sonst würden sie sich nicht anständig mit Gottes Wort beschäftigen, nimmt sich auf jeden Fall zu wichtig.

peccator quidam hat gesagt…

Sehr gut! Wer lange Predigten befürwortet, solange sie nur kundig und begeistert vorgetragen werden, kann ja mal zu den Lutheranern gehen und sich dann am Abend prüfen, wieviel er von der zweistündigen Predigt behalten hat.

Bei den Evangelischen gab es sogar weiland Stundengläser auf den Kanzeln, damit die Predigt sich in halbwegs erträglichen Grenzen hielt. Die Hausfrauen hätten sonst das Abendessen nicht rechtzeitig auf den Tisch bringen können.

Markus Gehling hat gesagt…

Ich behaupte immer, der durchschnittliche Seelsorger hat ca. 25 Minuten wirklich gutes Geistliches zu sagen. Aufgeteilt auf fünf Predigten kommt man dann schon mal über einen Monat weit, wenn es Mitbrüder gibt sogar fast ein viertel- oder ein halbes Jahr bevor man sich wiederholt. Schon daher ist eine Beschränkung der Predigtdauer auch im eigenen Interesse.

Anonym hat gesagt…

Dann sind Sie glücklicher Mensch der Gottes Wort sofort versteht; ich dagegen brauche die fachkundige Anleitung und die wird mir meistens versagt. Ich stelle für mich fest, dass mein religiöses Wissen trotz regelmäßigem Messbesuch und sonstiger Lektüre einfach zu dünn ist.

Wo wird Gottes Wort sonst noch ausgelegt??

Die DBK beschäftigt sich m.E. mit anderen Dingen.

Unser H. Vater predigt zwar viel, sehr viel, aber ich kann mit seinen Bildern wenig anfangen; die Predigten sind mir keine Hilfe.