Mittwoch, 17. Dezember 2014

333.

Das siebzehnte "WSDST"-Türchen

Dieses Bild des Spaniers Salvador Sánchez Barbudo (1857 - 1917) heißt erstaunlicherweise "Der Kardinal"...

Sánchez Barbudo ist der mit den wild wuchernden Prälatengewändern (siehe auch hier).

Das Bild ist eigentlich nur zum Anschauen und gibt keine abenteuerliche Szene oder kleine Geschichte her.

Naja vielleicht diese: Der Kardinal hat sich dazu entschlossen, jetzt doch mal endlich (vor seinem - geschätzt - 75. bis 80. Geburtstag) ein repräsentatives Portrait anfertigen zu lassen. Nun sitzt er brav still, läßt malen, blickt sehnsüchtig zum kleinen Bücherregal und denkt sich: "Eigentlich möchte ich ja jetzt gerne lesen. Einfach nur rumsitzen ist so fad und unproduktiv. Aber der Herr Künstler hat gesagt, daß das nicht geht, weil ich unbedingt mit der Rechten meinen schicken Hut halten soll. Menno..."

Kommentare:

kalliopevorleserin hat gesagt…

Wie geht man in so einem Gewand, ohne ständig darüber zu stolpern?

Anonym hat gesagt…

hat der kardinal nur für den Maler angelegt--hmm, ja er möchte gerne lesen, aber dann fiel ihm ja ein, er könnte den Rosnkranz so ganz im Stillen beten, obwohl.... er nicht mal seine 10 Finger einsetzen kann.

Alipius hat gesagt…

Das ist im Grunde nur die Sitz-Version vom dem hier. Die kleine Schleppe, die vorne rauslugt, ist eine Talarschleppe (die gab's früher auch). Sie konnte beim Gehen und Stehen hinten mit einem Haken befestigt und so "eingefahren" werden (siehe hier (ausgefahren) und hier (eingeholt).

Was ich sagen will: Man konnte in den Gewändern wahrscheinlich ganz gut gehen, weil sie nur im Sitzen so monströs überlang und unübersichtlich wirkten.