Montag, 15. Dezember 2014

335.

Das fünfzehnte "WSDST"-Türchen

Auch Prälaten wachsen aus dem Lausbubenalter nicht immer heraus, wie François Brunery (1849-1926, siehe auch Türchen Nummer 2) uns mit diesem Werk zeigt.

Der Herr Kardinal ist beim Lesen eingeschlafen. Die Zeitung hält sich eben noch auf seinen Beinen. Ein kleines Büchlein ist bereits zu Boden gefallen und hat seine Lesezeichen-Kärtchen über den Teppich verteilt. Hinter dem Kardinal stehen zwei Prälaten. Der Eine bedient sich aus einer Schnupftabakdose und schaut etwas skeptisch zu dem Anderen herüber, welcher soeben versucht, mit einer langen Vogelfeder den Kardinal am Ohr zu kitzeln und dabei mit der linken Hand eine beschwichtigende Geste a la "Er wird mich schon nicht umbringen" macht.

Wie es weitergeht? Keine Ahnung. Diese Bilder sind ja leider keine Robusta-Comics.


Wer aus diesem Bild rein gar nichts mitnehmen kann, der mag wenigstens anerkennen, daß blankgewienerte, schwarze Schnallenschuhe für katholische Kirchenfürsten streng genommen die einzige Option sind.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

also wir haben Kardinal Redwear zum Tee eingeladen und nun schläft der einfach ein, also so langweilig waren unsere Gespräche auch nicht....ja mein Bester, aber wohl zu theologisch für diesen Mann, du hättest ihm lieber von Madame Filouse erzählen sollen, der Kurtisane von Kardinal Dicki, die unbedingt ihren Beichtvater wechseln will....und lass das doch mit der Feder, der schläft den Schlaf des Gerechten...

thysus hat gesagt…

Ich würde meinen, das Handzeichen heisst: "Warten Sie noch mit Ihrem berüchtigten Niesen, verehrter Herr Confrater - ich will es erst mal auf die sanfte Art versuchen!"
Übrigens: die virtuosen Maltechniken dieser Künstler lässt einen doch immer wieder erstaunen! Weder das Bild selber oder das hier abgebildete Beistelltischen möchte ich geschenkt - aber die Kunstfertigkeit der Darstellung ist nun mal unglaublich! Und das ohne Photographie, Computer oder Fotoshop..