Dienstag, 20. Januar 2015

299.

Zahlen...

Klingt das hier nur unglaublich, oder ist es unglaublich?

1 Prozent der Weltbevölkerung besitzt so viel, wie die anderen 99 Prozent der Weltbevölkerung zusammen. Also besitzt ein Mensch aus der Gruppe der Super-Duper-Ober-Reichen so viel, wie ein repräsentativer Mix aus 99 anderen Menschen aus der Gruppe der Nicht-Super-Duper-Ober-Reichen.

Wenn ich mich in den Medien und in den Lifestyle- oder Luxus-Magazinen so umschaue, dann halte ich das sogar für möglich bis einleuchtend. Daß ich es deswegen auch okay oder nicht beunruhigend finde, sage ich damit nicht. Aber gekehrt wird immer noch am gründlichsten vor der eigenen Haustüre.

Deswegen gehe ich dann auch nicht ins Internet und fordere, daß Sergej Vasiliev seine bescheidene Hütte verkauft und den Erlös den Armen spendet. Sondern ich schaue halt selbst, wo und wann wieviel übrig bleibt, das dann ohne großes Theater dorthin gespendet werden kann, wo es gebraucht wird.

Die ganz großen Antworten und Veränderungen kommen ohnehin entweder von ganz klugen Köpfen oder durch gewaltbereite Massen. Und ich gehöre weder zu den einen noch zu den anderen.

Kommentare:

kalliopevorleserin hat gesagt…

Natürlich ist das Kehren vor der eigenen Türe nicht nur sinnvoll, sondern auf die Dauer auch befriedigender als völlig aussichtslose Appelle. Trotzdem darf man die beschriebene Tatsache auch einfach pervers finden.
Sehr anschaulich hat das mal jemand dargestellt, der ausgemessen hat, wie dick ein 100-Dollar-Schein ist. Wenn man jetzt das Monatseinkommen von Menschen verschiedener Einkommensklassen in 100-Dollar-Scheinen stapelt und die dazugehörigen Menschen auf diese Stapel stellt, passiert dies:
Ein Sozialhilfeempfänger steht auf seinem Stapel nur wenige Zentimeter unter einem Bankchef. Die würden noch gar nicht merken, daß sie vom Einkommen her verschieden sind, könnten sich ganz normal unterhalten. Einer der Superreichen aus dem 1% Weltbevölkerung steht auf einem so hohen Stapel, daß er den Bankchef nicht mehr mit bloßem Auge erkennt, wenn er auf ihn herabschaut.
Man kann das Bild durchaus auf die Lebensrealität übertragen. Der Sozialhilfeempfänger, der kleine Angestellte, der hohe Angestellte und der Bankdirektor können ohne geistige Akrobatik erkennen, daß sie miteinander zu tun haben, können ihre Lebensumstände irgendwie vergleichen und können kommunizieren. (Ob sie es tatsächlich tun, sei dahingestellt.)
Der Superreiche hat sehr wahrscheinlich durch sein vieles Geld bereits allen Bezug zu den 99% menschlicher Wirklichkeit verloren. Er nimmt die Lebensumstände anderer Menschen deshalb nicht wahr, weil er es gar nicht mehr kann.

Gregorius Braun hat gesagt…

Abraham war sehr reich an Gold, Silber, Familie, Vieh und Besitz und Abraham glaubte Gott und dies wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Abraham wurde als Reicher heilig, Zachäus, indem er den Reichtum verschenkte. Zachäus hat auf jeden Fall den einfacheren Weg gewählt. Jener Reichtum, der so voller Annehmlichkeiten zu sein scheint, ist in Wirklichkeit voller Gefahren. Es ist schwer in ihm zu bestehen, so wie Abraham in ihm bestanden hat. Doch was Abraham erkannte war, dass der Reichtum auf Erden wie ein Gasthaus ist. Er kann sich in ihm erholen, doch er kann ihn nicht mitnehmen. "Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen. Gepriesen sei der Name des Herrn." (Iob 1,21) Warum sollte er auch Gold mitnehmen zu dem, der alles Gold geschaffen hat?
Und so wie wir in Abraham den gerechten Reichen sehen, so gibt es auch den ungerechten Armen. Fragen wir uns selbst, was wir antworten würden auf die Frage ob wir reich sein wollen. Und beachten wir dann, was der Apostel zu uns sagt: "Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis." (1 Tim 6,9) Und fragen wir uns dann ob die Habgier uns nicht daran hindert zu dem zu kommen, der alles Gold geschaffen hat.