Dienstag, 13. Januar 2015

306.

Darf's ein wenig engstirniger sein?

"Charlie Hebdo"-Zeichner Willem Holtrop meint:
    „Wir kotzen auf all die Leute, die sich plötzlich unsere Freunde nennen“, so Holtrop in dem niederländischen Interview. Viele dieser neuen „Freunde“ hätten noch nie eine Ausgabe von „Charlie Hebdo“ gesehen.
Klar...

Weil es bei den Solidaritätsbekundungen ja auch darum geht, sich als Fan eines Satiremagazins zu outen, welches in schöner Regelmäßigkeit die widerwärtigsten Geschmacklosigkeiten nicht nur gegen Muslime sondern auch gegen Christen abläßt.

Wer käme nur auf den Gedanken, daß jemand wie Papst Franziskus mit seinen Beileidsbekundungen so etwas sagen möchte wie: "Ich finde Eure Darstellungen von Christus und Gott zwar Scheiße, aber das hält mich nicht davon ab, Gewalt gegen Euch zu verurteilen und selbst niemals zur Gewalt gegen Euch aufzurufen oder gar selbst gewalttätig zu werden."

Holtrop hängt dann noch an: "Aber natürlich ist es eine gute Sache, die Redefreiheit zu verteidigen".

Sind wir jetzt schon so weit, daß es selbst bei der Verteidigung der Redefreiheit schon die richtigen und die falschen Verteidiger gibt?

Daß Holtrop keine Solidaritätsbekundungen von weit rechter Seite will, ist nachvollziehbar. Aber das Recht auf Verteidigung der Redefreiheit vom Besitz eines "Charlie Hebdo"-Abos abhängig zu machen, finde ich albern.

1 Kommentar:

Gerd Franken hat gesagt…

Es sind diese Kommentare die unser Zusammenleben vergiften und radikalisieren. Sie sind nicht nur albern, sondern im höchsten Maß gefährlich. Ach ja und Geld bringen sie auch noch. Da kann Willem Holtrop aufatmen, die Auflage von Charlie Hebdo wird wohl von 60 000 auf 1 000 000 Exemplare hochschnellen. Dann hat er ja vielleicht genügend Leser die sich aufregen oder solidarisieren können.