Donnerstag, 8. Januar 2015

311.

Verblendung

Bei einem terroristischen Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo wurden seit Jahren immer wieder geäußerte Drohungen gestern brutalstmöglich in die Tat umgesetzt. 12 Menschen starben in Paris, 11 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Warum? Weil es Leute gibt, die der Meinung sind, daß man über bestimmte Dinge nicht lachen bzw sich nicht lustig machen darf.

Nach der Tat folgte sogleich die Deutungs- und Sich-gegenseitig-ans-Bein-Pinkeln-Welle. Geschmacklos, natürlich, aber wer will in dieser aufgeheizten politischen und gesellschaftlichen Situation schon freiwillig der Letzte sein, der geschliffene "Islamisten!"- oder "Pegida!"-Netze auswirft?

Ich halte es mit Peter von katholon und sage: Was ist, das darf - nein: muß! - genannt werden.

Im Moment sind Grauen (bei mir) und Verblendung (bei jenen, die so handelten, wie die Attentäter bzw die bereit sind, so zu handeln, wie diese es taten).

Mein Grauen wird genährt durch die Erkenntnis, daß einige Menschen ein Lachen, welches sie als Klangteppich der Hölle empfinden, mit Gewalt ersticken wollen.

Die Verblendung zeigt sich dort, wo es Menschen gibt, die so klein sind, daß sie selbst von einem Gott nicht vor sich selbst geschützt werden können, weil dieser Gott in ihren Köpfen als ein Wesen existiert, welchem man durch Blutbäder dient.

Immer möchte man dem HErrn zuschreien: "Hole deine Schöpfung heim!". Selten möchte man es so laut, wie in diesen Tagen.

Der HErr schenke den Opfern der abscheulichen Tat ewige Ruhe.

Kommentare:

Eugenie Roth hat gesagt…

"Weil es Leute gibt, die der Meinung sind, daß man über bestimmte Dinge nicht lachen bzw sich nicht lustig machen darf." ... ich möchte auch nicht, dass man sich über meinen Glauben lustig macht ... Oder?

Eugenie Roth hat gesagt…

Die Art der Gegenwehr ist hier allerdings heftig überzogen ...

Alipius hat gesagt…

Sicher, aber zwischen "es selbst nicht wünschen" und "es anderen gewaltsam austreiben" besteht ja ein Unterschied.

Anonym hat gesagt…

Ich bin - mal mehr, mal weniger - praktizierender Katholik. Während ich mir wünsche, dass möglichst viele meiner Mitmenschen mit / durch / in der Kirche zum Heil gelangen, weiß ich gleichzeitig, dass es zahlreiche Mitmenschen gibt, die mit der Kirche, sei es deren Personal, sei es deren Lehre, überhaupt nichts anfangen können und dies auch gerne, oft und lautstark mitteilen. Ich kann versuchen, diese Leute zu überzeugen, aber die Betonung liegt auf "versuchen" - nicht auf gelingen. Ich muß daher damit leben, dass dem Menschen nicht nur Meinungsfreiheit, sondern auch Willensfreiheit gegeben ist.

Andererseits - man kann sich's auch einfacher machen. Eine Kalaschnikow hebt offenbar alle menschlichen Grundfreiheiten auf. Silent enim leges inter arma ... seit den alten Römern, die der Welt u.a. Militärherrschaft und Jurisprudenz auf hohem Niveau schenkten.

Oremus.

Christoph Rebner hat gesagt…

Oremus! Ja, wie denn?

Deuteronomy 20:1-18 ELB Deuteronomy 20:1 Wenn du gegen deine Feinde zum Krieg ausziehst und siehst Pferde und Wagen, ein Volk, zahlreicher als du, dann sollst du dich nicht vor ihnen fürchten. Denn der HERR, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, ist mit dir. 2 Und es soll geschehen, wenn ihr zum Kampf heranrückt, dann soll der Priester herantreten und zum Volk reden 3 und zu ihnen sagen: Höre, Israel! Ihr rückt heute zum Kampf gegen eure Feinde heran. Euer Herz verzage nicht, fürchtet euch nicht und ängstigt euch nicht und erschreckt nicht vor ihnen! 4 Denn der HERR, euer Gott, ist es, der mit euch zieht, um für euch mit euren Feinden zu kämpfen, um euch zu retten. 5 Und die Aufseher sollen zum Volk reden und sagen: Wer ist der Mann, der ein neues Haus gebaut und es noch nicht eingeweiht hat? Er mache sich auf und kehre in sein Haus zurück, damit er nicht in der Schlacht sterbe und ein anderer Mann es einweihe. 6 Und wer ist der Mann, der einen Weinberg gepflanzt und ihn noch nicht genutzt hat ? Er mache sich auf und kehre in sein Haus zurück, damit er nicht in der Schlacht sterbe und ein anderer Mann ihn nutze. 7 Und wer ist der Mann, der sich mit einer Frau verlobt und sie noch nicht zu sich genommen hat? Er mache sich auf und kehre in sein Haus zurück, damit er nicht in der Schlacht sterbe und ein anderer Mann sie nehme. 8 Und die Aufseher sollen weiter zum Volk reden und sagen: Wer ist der Mann, der sich fürchtet und ein verzagtes Herz hat? Er mache sich auf und kehre in sein Haus zurück, damit nicht das Herz seiner Brüder verzagt werde wie sein Herz. 9 Und es soll geschehen, wenn die Aufseher aufgehört haben, zum Volk zu reden, dann sollen sie Heeroberste an die Spitze des Volkes stellen. 10 Wenn du dich einer Stadt näherst, um gegen sie zu kämpfen, dann sollst du ihr zunächst Frieden anbieten. 11 Und es soll geschehen, wenn sie dir friedlich antwortet und dir öffnet, dann soll alles Volk, das sich darin befindet, dir zur Zwangsarbeit unterworfen werden und dir dienen. 12 Und wenn sie mit dir nicht Frieden schließt, sondern Krieg mit dir führt, dann sollst du sie belagern. 13 Und gibt der HERR, dein Gott, sie in deine Hand, dann sollst du all ihre Männlichen mit der Schärfe des Schwertes erschlagen. 14 Doch die Frauen und die Kinder und das Vieh und alles, was in der Stadt ist, all ihre Beute, sollst du für dich rauben. Und du sollst von der Beute deiner Feinde essen, die der HERR, dein Gott, dir gegeben hat. 15 So sollst du mit allen Städten tun, die weit von dir entfernt sind, die nicht von den Städten dieser Nationen hier sind. 16 Jedoch von den Städten dieser Völker, die der HERR, dein Gott, dir als Erbteil gibt, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat. 17 Sondern du sollst an ihnen unbedingt den Bann vollstrecken: an den Hetitern und an den Amoritern, den Kanaanitern und den Perisitern, den Hewitern und den Jebusitern, wie der HERR, dein Gott, dir befohlen hat, 18 damit sie euch nicht lehren, nach all ihren Greueln zu tun, die sie ihren Göttern getan haben, und ihr so gegen den HERRN, euren Gott, sündigt.