Samstag, 7. Februar 2015

281.

Prioritäten 2015...

Papst (sinngemäß): "Ein Vater, der ein Kind manchmal ein wenig abwatschen muß, dies aber nie ins Gesicht tut, hat ein Gespür für die Würde des Kindes."*

Claudia Roth: "Mittelalterliches Denken!"

Islamischer Staat (ungefähr): "Kommt, wir foltern und morden Kinder!"

Claudia Roth: "Och! Guck mal! Ein Kopftuch! Wie schön!"
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* fragwürdig, aber ich hab auch 2-3 mal (in einer Zeit, die weit nach dem Mittelalter liegt) den Hintern voll gekriegt und mußte danach nicht in Therapie.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ich auch und das war in den 60 er Jahren noch üblich....sogar noch in der schule

kalliopevorleserin hat gesagt…

Ich finds zwar falsch, Kinder zu hauen - aber: Volle Zustimmung zu Deiner Äußerung. Mir haben Watschen zwar definitiv nicht genützt und eher geschadet, aber ich bin imstande, einen Unterschied zu machen zwischen "vermutlich ein wenig Schaden erleiden" und "zugrundegerichtet werden". Wirklich ernstlich geschadet haben mir andere Sachen - Mobbing in der Schule zum Beispiel. Und die Abwesenheit von Religion in meiner Kindheit.

Imrahil hat gesagt…

Was ich vor allem gefürchtet habe, war die Standpauke, wenn ich etwas ausgefressen hatte und dann in einem emotionalen Moment es nicht unterdrücken konnte, kleinlaut zu sagen, ich würde doch bitte gerne irgendwie dafür bestraft werden (da war nicht einmal eine Körperstrafe gemeint).

Dann hat's gescheppert... von wegen wie kann man nur so verquer sein... ist es das, was sie euch in der Kirche beibringen (meine Eltern sind nicht praktizierend)... etc... Naja, wiedermal den Glauben schlecht vertreten, auch nichts Neues.

Severus hat gesagt…

Den Gedankengängen der Frau Roth ist, wenn überhaupt, nur auf psychoanalytischem Weg beizukommen.

peccator quidam hat gesagt…

Meine Mutter pflegt jedem, der es hören will, stolz zu erzählen, ich hätte "sie keine Handvoll gefaßt". Ich habe also während meiner Kindheit in den 90er Jahren weniger als fünfmal Schläge bekommen und muß demnach ein relativ braves Kind gewesen sein. Fünfmal Schläge galten so in etwa als Maß für das Normalkind. Dabei wurde penibel darauf geachtet, daß es zwar schmerzte, aber nicht verletzte, daß der Delinquent gewarnt wurde, bevor er sich die Strafe einfing und daß ihm die Gründe genau auseinandergesetzt wurden. Daran hielten sich nach meiner Erinnerung damals alle im Dorf, auch der Bahnpolizist, der uns einmal verhaute, als wir auf den Geleisen spielten und daraufhin von meinem Vater zum Bier eingeladen wurde.

An jedes einzelne Mal kann ich mich noch heute gut erinnern, und ich finde es noch aus heutiger Sicht ebenso gerechtfertigt wie ich es damals schon fand. Sehr dankbar bin ich meinen ausgezeichneten Eltern, daß sie mich nie im Zorn gezüchtigt haben, daß sie es aber auch nicht sein ließen, wenn es wirklich nötig war.

Jeder Jurist kann bestätigen, daß zugefügte Schmerzen ohne bleibende Schäden nicht als Körperverletzung zählen, und jeder Psychologe kann bestätigen, daß a.) Seelenstrafen wie Mißachtung, Liebesentzug oder Hohn gegenüber existentiell Abhängigen viel mehr Schaden anrichten können als vernünftige Körperstrafen und daß sich b.) normal entwickelte Kinder in intakten Familienverhältnissen gern der Gewalt (i.S. von 'Autorität') ihrer Eltern beugen.

Daß in der Rhetorik bestimmter Leute die Wörter 'Mißhandlung', 'Gewalt', 'Prügel' und 'Züchtigung' zu einem großen Mansch vermengt werden, halte ich für hochgefährlich, zumal Gewalt viel mehr bedeutet als körperliche Gewalt: es ist unmöglich, daß Eltern, von denen das Kind ja abhängig ist, ihm gegenüber keine (elterliche) Gewalt hätten. Sie können ihre Gewalt aber sehr gut, effektiv und leicht mißbrauchen, ohne ihrem Sprößling auch nur ein Härchen zu krümmen.

peccator quidam hat gesagt…

PS: Ich muß noch hinzufügen, daß es bei mir als Kind die paar Male, wo es passierte, die Schläge ein großes Gefühl der Erleichterung brachten: sie waren für mich eine angemessene Buße, und wenn sie vorbei waren, war für mich auf eine gewisse Weise die Weltordnung wiederhergestellt, die ich zuvor durcheinandergebracht hatte. Wenn die Strafe einmal ausblieb -- etwa, weil ich nicht erwischt worden war --, machte sich in meinem Gewissen die offene Schuld sehr eindringlich bemerkbar. Mehrmals habe ich darum -- wie Imrahil -- meine Eltern um eine Strafe gebeten, die in dem Fall natürlich nie aus Schlägen bestand.

Dennoch bin ich heute, wo ich schon ein großer Junge bin, weder Sadist noch Masochist noch psychisch gestört. Sehr seltsam, nicht wahr?

Tarquinius hat gesagt…

Naja gut, sed contra: Du bist katholisch und Philologe ... ;-))))

Matthias Ruckenbauer hat gesagt…

"... und mußte danach nicht in Therapie. "
Das sagst Du! Frage doch einmal die richtigen Leute(TM), die würden da vielleicht eine andere Ansicht vertreten. Schließlich ist man als Gläubiger ein therapiebedürftiger (potentiell gefährlicher) Neurotiker.

Matthias

Imrahil hat gesagt…

Guter Beitrag, danke!

Imrahil hat gesagt…

Bezog sich auf die Antwort von peccator quidam oben.

Alipius hat gesagt…

** lach **

peccator quidam hat gesagt…

Touché!

peccator quidam hat gesagt…

Vielen Dank für das Lob -- ich kann es nur zurückgeben!

Peter Friedrich hat gesagt…

Alipius: ** lach **

Ich lache gern, ganz gewiß jedoch nicht zum Thema Gewalt an Kindern und ihre möglichen Folgen im späteren Leben.

Alipius hat gesagt…

Das ist schön.