Dienstag, 22. August 2017

Selbstversuch - 2 (WOSTOK Estragon & Ingwer)

as "Erfrischungsgetränk mit Kräutergeschmack" aus Berlin wird in einer handelsüblichen 0,33-Liter-Flasche serviert. Das Etikett im leicht retrosozialiszischen Look wird geziert von einer herben Landschönheit. Das dunkle Grün des Getränkes ließ mich spontan an irgendwelche Detox-Smoothies denken, die so supergesund sind, daß sie auf keinen Fall schmecken dürfen. Na gut! Schenken wir mal ein...

Leicht ingweriger Duft steigt mit dem Gebrause der Kohlensäure empor. Der Geschmack teilt sich zu ungefähr gleichen Teilen auf in Ingwer und Waldboden, ist also eher gewöhnungsbedürftig, aber keinesfalls übel. Für mein Empfinden ist der Gesamteindruck ein wenig zu flach. Ich hätte nichts dagegen, wenn der Ingwer etwas prominenter wäre und wenn ein Hauch weniger Süße drinsteckte.

Zutaten: Natürliches Mineralwasser, Zucker, Orangensaft aus Orangensaftkonzentrat (5%), Kohlensäure, Zitronensäure, natürliches Ingweraroma mit anderen natürlichen Aromen, Ascorbinsäure, Kupferchlorophyllin, Johannisbrotkernmehl, Estragonextrakt

Durchschnittliche Nährwerte pro 100ml: Brennwert - 169 KJ/40kcal, Kohlenhydrate (Zucker)- 9,6g, Salz - 0,01g

Preis: 1,49€ (0,33l)

Find: Nicht mein neues Lieblingsgetränk, aber meine Neugierde wurde andererseits auch nicht grob bestraft.

Lothar Franz von Schönborn in weiteren Häppchen (IV)

er engste Vertraute des Kurfürsten in persönlichen wie in politischen und - nicht zuletzt - in künstlerischen Dingen war seit der Jahrhundertwende sein Neffe Friedrich Karl, kurz "Fritz" genannt. Ausbildung und Laufbahn der sieben Neffen hatte der Oheim mit rührender Sorgfalt betreut; Friedrich Karl aber, der, hochbegabt und wesensverwandt, ihm zeitlebens mit aufrichtiger Dankbarkeit ergeben war, liebte er wie einen Sohn und ebnete ihm den Weg für eine glänzende Karriere.

Der durch ein Menschenalter reichende Briefwechsel der beiden ist erhalten; die stattliche Zahl der Foliobände, in denen er im Wiesentheider Familienarchiv beschlossen liegt - für jedes Jahr einer - ist in der Tat geradezu ein Denkmal für das schöne und herzliche Verhältnis, das niemals getrübt war, und eine Fundgrube für alle Fragen der europäischen und der Reichspolitik, für Landes- und Familiensachen und auch für die Kunst jener Zeit.

[Aus Max H. von Freeden, Kunst und Künstler am Hofe des Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn, Mainfränkische Hefte, Heft 3, Freunde mainfränkischer Kunst und Geschichte e.v., Würzburg (Hrsg.), Buchdruckerei Karl Hart, Volkach, 1949]
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Lothar Franzens Lieblingsneffe, Friedrich Karl von Schönborn

Montag, 21. August 2017

Selbstversuch - 1 (Cucumis)

ie "sophisticated cucumber", wie sie von ihren Erzeugern genannt wird, kommt in einer ganz klassischen 0,33-Liter-Flasche daher, deren Etikett mit seinen verschiedenen Elementen sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite einem Zeitungsblatt gleicht. Farblich erinnert die Trinkgurke an ein leicht verdünntes Mountain Dew. Aber richtig wichtig ist ja der Geschmack, also will ich mal...

Schon vor dem ersten Schluck steigt es mir gurkig in die Nase. Das Getränk enthält Kohlensäure, zum Glück nicht allzu viel. Der Geschmack ist überraschend unaufdringlich und bei aller leicht zitronig angesäuerten Gurkigkeit doch auch ein wenig süß. Die jetzt bereits geleerte Flache läßt mich insgesamt angenehm überrascht zurück.

Zutaten: Natürliches Mineralwasser, Gurkensaft aus Gurkensaftkonzentrat (5%), Fruktose, Zucker, Kohlensäure, natürliches Aroma, Zitronensäure, Ascorbinsäure, Kupferchlorophyllin, Johannisbrotkernmehl, Basilikumextrakt

Durchschnittliche Nährwerte pro 100ml: Brennwert - 119 KJ/28kcal, Kohlenhydrate (Zucker)- 6,5g, Salz - 0,005g

Preis: 1,79€ (0,33l)

Find: Erfrischendes und spritziges Sommergetränk mit nicht gewöhnlichem Geschmack. Wahrscheinlich nur gut gekühlt zu genießen.

Selbstversuch

ommerzeit ist Erfrischungsgetränkezeit. Ich bin mittlerweile überhaupt kein Fan von Limonaden mehr. Ich trinke, wenn es heiß wird, seit einigen Jahren eigentlich immer nur gut gekühltes Wasser mit einem Spritzer Limettensaft, ein paar Minzblättern, einem Hauch Holundersirup und einer Handvoll Eiswürfel. Oder hier und da mal einen Eistee. Als Kind war ich Limonaden schon eher zugeneigt, aber da gab es ja eigentlich nur die Auswahl zwischen Fanta, Lift und Sprite/7up oder auch Coke/Pepsi für die ganz Harten, deren Eltern nix gegen Koffeinzufuhr hatten. Wenn ich mir dagegen heute im Supermarkt die Regale mit den Softdrinks anschaue... Overkill!

Die Flut an Jitteringly Attractive Urban Crafted Hipster Zeugs (kurz: JAUCHZ) ist unendlich, aber zum Glück nicht grenzenlos: An den Sharkfin Holistic Root Infused Edelweiß Kooler (kurz: SHRIEK) haben sich bisher nicht einmal die Kalifornier rangetraut.

Da der Sommer immer noch präsent genug ist für ein Erfrischungsgetränk-Abenteuer, teste ich in den kommenden Tagen für die geneigte Leserschaft sieben JAUCHZ-Produkte, die ich heute in einem Anfall von 50% Neugierde, 30% "Wird schon nicht so schlimm sein" und 20% Todesverachtung eingekauft habe. Hier sind die Test-Getränke:


V.l.n.r.: ChariTea Red: Ein Organic Fairtrade Iced Tea mit Gewissensappeal, unterstützt man beim Kauf doch gleich die non-profit Lemonaid & Charitea Foundation; WOSTOK: Das Nachfolgegetränk einer beliebten Sowjet-Brause wird - wer hätt's gedacht? - von einer Firma in Berlin-Kreuzberg vertrieben; CUCUMIS: "The Sophisticated Cucumber"! Das erste Erfrischungsgetränk auf Gurkensaftbasis aus Deutschland; MISCHMASCH: Die Orangen-Limonade mit natürlichem Koffein aus dem Hause Fritz-Kola; Limoment: Eine Trendbrause mit hohem Fruchtsaftanteil und ohne Zusätze; HOOBERT: Das Salzburger Natur-Kola aus der Apotheke kommt ohne Chemie und Zusätze daher; MAKAvA: Der "delighted ice tea" aus Kärnten ist entzückend lecker, regt an und ist natürlich bio & fair, so die Hersteller.

Ich weiß noch nicht, in welcher Reihenfolge ich mir das Zeug reinhaue, aber ich denke, daß ich heute am Nachmittag schon mal den ersten Versuch wagen werde. Stay tuned!

Samstag, 19. August 2017

Besser sein

ie Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes über "Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen" liegt nun bereits einen Monat zurück. Zu diesem Bericht sage ich nur soviel: Mir wurde, als ich ihn las, übel. Und ich hatte mehr als einmal mit den Tränen zu kämpfen. Als die erste Schockwelle sich gelegt hatte, folgte umgehend die zweite: Mir wurde klar, daß all diese fürchterlichen Dinge in meiner Kirche stattgefunden hatten. Die Reaktion war - wie schon beim Bekanntwerden der Mißbrauchskandale in diversen Ländern: 'Kann doch nicht sein'. Aber es konnte sein und es war tatsächlich so. Dies wiederum ließ in mir den Wunsch entstehen, es ließe sich irgendwie ungeschehen machen. Jedoch war ich mir bewußt, daß ich es nur für mich selbst und durch große Blindheit und große Lügenkonstrukte ungeschehen machen könnte. Und so lernte ich mit dem Wissen zu leben, daß diese unerhörten Dinge in meiner Kirche passiert sind, stets inständig hoffend und betend, daß die Opfer eines Tages Frieden und die Täter Vergebung finden werden.

Nicht schlecht gestaunt habe ich, als die Vorfälle bei den Regensburger Domspatzen im Internet von einigen Leuten relativiert wurden mit dem Hinweis darauf, daß eine etwas härtere Gangart an Schulen in der damaligen Zeit eben üblich war. Dazu zwei Anmerkungen: Erstens war die Gangart bei den Regensburger Domspatzen in vielen Fällen nicht nur "härter" sondern schlicht und einfach unmenschlich. Zweitens sind wir als Christen in dieser Welt immer aufgefordert, die Spielchen eben dieser Welt nicht einfach heiter zu übernehmen und mitzumachen, sondern - wenn diese Spielchen offensichtlich Leib, Seele und Würde von Menschen verletzen - einen anderen Weg einzuschlagen. Wie kann ein Priester, der zur Hochzeit der Regensburger Prügel- und Quäl-Orgien bei den Domspatzen in erziehender und/oder leitender Stellung tätig war, auch nur ansatzweise angenommen haben, unser Herr und Gott hielte eine solche Behandlung von Schutzbefohlenen für eine gute Idee? Und wie können manche Katholiken dieser Tage versuchen, mit dem flapsigen Verweis auf damalige Sitten die ganze Geschichte glatter zu bügeln?

Um einer anderen Diskussion, die sich neulich auf facebook entfaltete, einen kleinen Dreher zu geben: Wir sind als Katholiken nicht besser. Aber wir sind immer dazu aufgerufen, besser zu sein.

Freitag, 18. August 2017

Lothar Franz von Schönborn in weiteren Häppchen (III)

rzbischof Lothar Franz besaß eine natürliche und echte Frömmigkeit, die, das Überkommene und Übliche achtend, doch auch des stark persönlichen Akzentes nicht entbehrte; das verraten etwa die großen Stiftungen für die Wallfahrtskirche zum Hl. Blut in Walldürn, die ihm ihr prachtvoll geschmücktes Gebäude verdankt, oder das opferbereite Interesse für den Neubau der Wallfahrtskirche zu Gößweinstein. Der Bau der Clemenskirche für die Diaspora in Hannover fand in Lothar Franz den emsigsten Förderer, und die Würzburger Kathedrale schmückte er mit einem festlichen, säulenreichen Altar aus eigenen Mitteln.

Bei den großen Kirchenfesten, die natürlich mit allem zeitgemäßen Prunk gefeiert wurden, liebte Lothar Franz es, die Messe selbst zu lesen, was damals durchaus nicht die Regel war. In der geistlichen Verwaltung wiederum war er ein strenger Visitator, fürsorglich andererseits für die alten Priester, denen er ein Eremitenhaus errichtete. In Mainz führte er die "Ewige Anbetung" ein und für Bamberg baute er ein neues Jesuitenkolleg.

Lothar Franz war zeitlebens ein treuer Sohn der Kirche und ihrem Oberhaupt in Ehrfurcht zugetan; die Doppelstellung eines Kirchenfürsten und eines Reichsfürsten brachte es freilich mit sich, daß er in weltlichen Dingen der Kurie dennoch öfter Widerpart bieten mußte; die von Rom verfügte Einweisung eines Ausländers in das Domkapitel seines Suffraganbistums Worms scheiterte an seinem energischen Protest. Differenzen zwischen Kaiser und Papst zogen ihn, den Reichskanzler, wie seine Neffen, kraft ihrer Stellung in mißliche Situationen. Als Kurfürst scheute er sich nicht, den als Nuntius in Frankfurt anwesenden Neffen des Papstes am Vorabend der Kaiserwahl auszuweisen, um die Wahltradition einzuhalten. Innerhalb des Reiches blieben konfessionelle Konflikte nicht aus; hier war Lothar Franz in der Sache konsequent, ja unerbittlich, wo aber politische Probleme damit verquickt waren, schließlich meist zu versöhnlichem Einlenken gestimmt. Die vielbeachtete Konversion des Herzogs Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel geschah nicht ohne Zutun des Erzbischofs Schönborn, der 1708 im Bamberger Dom auch des Herzogs Nichte Elisabeth Christine als Braut des Königs Karl von Spanien - die nachmalige Kaiserin - wieder in den alten Glauben aufnahm.

[Aus Kat. Ausst. Kurfürst Lothar Franz von Schönborn - Gedächtnisausstellung zur 300-Jahr-Feier seines Geburtstages, Neue Residenz Bamberg 1955, Bamberg 1955]
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Wappen des Lothar Franz von Schönborn, Gößweinstein

Montag, 14. August 2017

Lothar Franz von Schönborn in weiteren Häppchen (II)

ur Vollendung des Schlosses*, das mit der Einrichtung des Saales im Sommer 1718 fertig stand, war der Kurfürst damals eingetroffen, und während noch die marmornen Türgewände im Saal eingesetzt wurden, treffen in diesen Tagen auch die bei Stampart in Wien bestellten Portraits für diesen Marmorsaal ein, die sofort ihren Platz erhalten: der alte Kurfürst Johann Philipp, der Bauherr und seine Neffen. Lothar Franz ist in bester Laune und schreibt Friedrich Karl, daß sein Portrait admirabel gleiche "und siehet aus, als wenn er schon Bischof von Bamberg und Würzburg wäre"; dieser väterliche Wunsch des Oheims erfüllte sich dem Neffen elf Jahre später.

Der Kurfürst besaß bei aller zur Schau getragenen Würde, die ihn nie den Abstand, auch gegen die höchsten Hofchargen, vergessen ließ, doch einen gesunden Humor und verfügte jederzeit über einen Schatz trefflicher Sprichwörter, die oft an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen; auch die Selbstkritik fehlte nicht. Als ihn damals, in der Hochstimmung des fast vollendeten Schlosses, ein Brief des Neffen erreicht, in dem über die Folgen zu großen Aufwandes geschrieben wird, der den Grafen Hoyos ruinierte, da schreibt er, halb erheitert, halb verärgert darüber, daß gerade Friedrich Karl ihm das sagen muß, zurück: "Der Herr Reichsvizekanzler moralisiert in seinem letzten Brief überaus wohl, und wenn man all unser Tun und Lassen wohl konsiderieren will, so ist es freilich nicht anders; unterdessen sind wir Menschen alle so beschaffen, daß wir allezeit in dergleichen verfallen werden. Wie könnten die Künstler und anderen Handwerksleute, die Gott doch auf dieser Welt haben will, bestehen, wenn er nicht zugleich Narren werden ließe, die sie ernähren täten; und ich glaube nicht zu fehlen, wenn wir beide uns hierin als ein Exempel dieser Moral vorstellen wollten."

[Aus Max H. von Freeden, Kunst und Künstler am Hofe des Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn, Mainfränkische Hefte, Heft 3, Freunde mainfränkischer Kunst und Geschichte e.v., Würzburg (Hrsg.), Buchdruckerei Karl Hart, Volkach, 1949]
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* Weißenstein zu Pommersfelden

Samstag, 12. August 2017

Lothar Franz von Schönborn in weiteren Häppchen (I)

Nachdem ich die Serie über den vom bauwurmb befallenen Erzkanzler, Kurfürsten, Erzbischof und Fürstbischof im November 2014 mit einigen persönlichen Bemerkungen eigentlich abgeschlossen hatte, stieß ich nun im Rahmen eines erneuten Studierens meiner Schönborn- und Bamberg-Literatur auf weitere Schnipsel, die ich interessant und aussagekräftig genug finde, um ihr Teilen auf diesen Seiten zu rechtfertigen. Los geht's...

it der Planung der Würzburger Residenz erlebte dieser Künstlerhof des Kurfürsten Lothar Franz nach den Tagen des Pommersfeldener Schloßbaus seine größte Zeit. In Gegenwart des Vizekanzlers* empfängt Lothar Franz hier im Schlosse 1719 aus der Hand Balthasar Neumanns die ersten Pläne zur Würzburger Residenz. Das Urteil des Kurfürsten über Neumann wirft ein glänzendes Licht auf seine treffsichere Menschenkenntnis; es ist kein Zweifel, daß er mit dem Lob über dessen gute Eigenschaften und der angelegentlichen Empfehlung an seinen Neffen Johann Philipp Franz, dem jungen, noch unbekannten Genie den größten Dienst erwiesen hat; auch Friedrich Karl schließt sich dem Urteil an, und so ist der Oktobertag von 1719, da Neumann im Schloß Pommersfelden erstmals vor den größten Bauherren Frankens trat, und vor ihm bestehen konnte, für ihn und die deutsche Kunst von großer Bedeutung geworden.

Von jetzt ab gehen auf ein Jahr mehr als hundert Briefe zwischen Würzburg, Mainz und Wien über die Residenzplanung hin und her; Erthal, Welsch und Rotenhan reisen öfters zwischen Würzburg und Mainz und müssen bei Erklärung der kurfürstlichen Gedanken und Meinungen, wie Lothar Franz dem Neffen in Wien unwillig berichtet, oft "vor Ärger Blut schwitzen". Als dann noch Hildebrandts Entwürfe aus Wien eintreffen, schickt der Kurfürst seine "Bauamanuensen" wieder vor und verfolgt den Ausgang des Ringens zwischen Wien, Mainz und Würzburg mit der Spannung, die etwa ein Feldherr dem Ausgang einer Schlacht zuwendet.

[Aus Max H. von Freeden, Kunst und Künstler am Hofe des Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn, Mainfränkische Hefte, Heft 3, Freunde mainfränkischer Kunst und Geschichte e.v., Würzburg (Hrsg.), Buchdruckerei Karl Hart, Volkach, 1949]
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*Neffe Friedrich Karl, von 1705 bis 1731 Reichsvizekanzler in Wien

Balthasar Neumann, gemalt von Giovanni Battista Tiepolo, Deckenfresko im Treppenhaus der Würzburger Residenz

Donnerstag, 20. Juli 2017

Schiebedach auf!

eit ich Musik komponiere, war einer meiner großen Wünsche immer, ein Stück hinzukriegen, zu dem ich einfach nur bei Sonnenschein im offenen Cabrio durch eine malerische Landschaft fahren möchte. Der Erfüllung dieses Wunsches habe ich mich mit dem neuen Teil einigermaßen angenähert. Hier erst einmal die Warnung für alle Freunde der E-Musik und der Teaser für alle anderen Hörer: Stellt Euch auf fast sechs Minuten ultra-brutaler, mega-banaler Pop-Schwelegrei ein. Als ich mich hinsetzte und das Stück anging, sagte ich mir nicht "Finde drei Akkorde, dudele eine erschütternd simple Melodie, mach fett Streicher und Chöre drauf und komponiere einen Sommerhit". Und dennoch... Das Stück heißt Popquamperfekt. Es entfaltet seine Autofahr-Qualitäten besonders in den letzten exakt zwei Minuten (für die ganz Ungeduldigen) und läßt sich wie üblich auf Soundcloud belauschen, runterladen und liken [** Zaunpfahl wieder wegleg **].

Montag, 3. Juli 2017

Muß auch mal sein...

in und wieder tut es ganz gut, einfach mal dem inneren Kind freien Lauf zu lassen und beim Stücke-Schreiben nicht so 100% darauf zu achten, ob da jetzt auch ganz genau den Ansprüchen einer proseccoflötigen Kleinfingerabgespreiztheit Genüge getan wird. Also her mit einem stampfenden 4/4-tel, dröflzig Melodien, simplen Harmonien, sechs Drumcomputer-Spuren und fertig ist der schamlose Appell an den breiten Geschmack. Das Teil heißt "Niemals mehr als gestern" und ist zu hören auf Soundcloud unter diesem Link. Damit es sich lohnt, habe ich gleich mal die extended Versions mit sphärigen Soundwabereien im Mittelteil und einem trommelscheppernden Outro hochgeladen. Viel Spaß!