Dienstag, 21. April 2015

Für Gott?

Die fortschreitende Vertierung der IS-Terroristen stellt mich immer wieder vor einige Rätsel.

Das unlösbarste ist wahrscheinlich die Frage: Wofür tun sie, was sie tun?

Ich bezweifle, daß sie es für Gott tun.

Wer etwas für Gott tut, der glaubt an Gott. Wer an Gott glaubt, der glaubt an den Urheber des Lebens und Vater aller Menschen.

Wer als IS-Terrorist hingeht, das Leben auslöscht, Brüder und Schwestern beendet und sich dann stolz vor Gott aufbaut und sagt: “Schau mal! Habe ich für dich getan!“, der wendet sich in seinem Handeln automatisch gegen das, was Gott ausmacht, was Gott ist. Somit ist es nicht möglich, daß dieser Mensch etwas für Gott tut.

Wer als IS-Terrorist hingeht, das Leben auslöscht, Brüder und Schwestern beendet und sich dann stolz vor Gott aufbaut und sagt: “Schau mal! Habe ich für dich getan!“, der wendet sich in seinem Handeln nur dann nicht gegen das, was Gott ausmacht, was Gott ist, wenn er einem Wesen auf den Leim gegangen ist, welches sich lediglich clever als Gott ausgibt. Somit ist es nicht möglich, daß dieser Mensch etwas für Gott tut.

Kommentare:

kalliopevorleserin hat gesagt…

Wofür?
IS ist die bei weitem reichste Terrororganisation der Welt. Sie nehmen den Christen nicht nur das Leben, sondern vorher Geld, Gut und Land. Kunstauktionatoren machen, oft wohl, ohne es sich einzugestehen, Geschäfte mit Mittelsmännern des IS: geraubte christliche Kunst ist für Islamisten zwar haram, aber wenn sie mehrere Tausend Euro wert ist, darf man schon mal damit handeln.
Ich komme mehr und mehr zu der Annahme, daß die Köpfe von IS, Boko Haram und anderen Verbrechern dieser Sorte einfach nur geldgeil sind.

Monika hat gesagt…

Selbstverständlich kann man morden und glauben, man tut es in Gottes Auftrag. Man kann sogar Foltern im Glauben daran, es sei das beste für den Gefolterten - und dieser glaubt es auch. So erging es bei der Hinrichtung eines Vatermörders 1757, siehe:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-02/abschaffung-lebenslange-freiheitsstrafe-todesstrafe/komplettansicht (z.B. nach Vatermörder oder 1757 suchen)

Abgesehen davon ist der islamische Gott kein liebender Gott, sondern ein Gott der mehr auf Ordnung fokusiert ist.

Anonym hat gesagt…

Ich glaube, dass viele - besonders die einfach gestrickten - IS-Mitglieder WIRKLICH glauben, sie tun, was Gott will. Die kritische Koranexegese ist ja die Sachen der radikaleren Koranschulen nicht, und die haben halt jahrelang gehört, dass Gott den Kampf gegen die Ungläubigen befürwortet (das Christentum hatte auch seine militanteren Phasen, also das geht im Kopf offenbar schon zusammen). Lt. einer Autorin, die mit inhaftieren Islamisten Interview geführt hat, kommen sie oft aus schwierigen Familienverhältnissen und finden dann in den Anführern und Kollegen Familienersatz, der tut dann den Rest. Dazu jugendliches Alter, viel Testosteron, wahrscheinlich nicht der großartige Hang zur Selbstreflexion und voilà, eine explosive Mischung.
Spannend wäre, wie die Typen höher in der Hierarchie ticken - glauben die and das was sie sagen, oder versuchen die, das Kanonenfutter entsprechend auf ihre Ziele hin zu manipulieren und zu motivieren?

Monika hat gesagt…

Die glauben das, die mittelalten (höheren) Nazis haben das auch geglaubt.
Es gibt so Muster - eines ist zum Beispiel, wenn man ganz lieb und aggressionsfrei ist, dann werden irgendwann andere nachziehen. Egal was die Realität sagt, das Muster kann beibehalten werden.
Das obige ist ein Beispiel für ein modernes Muster. Schon länger als Frauenmuster in Verwendung. Und das gibt man nicht auf, auch wenn man älter wird und in der Hierarchie aufsteigt - außer vielleicht wenn man überdurchschnittlich intelligent ist.

Und genauso ein Muster ist es, daß man für Gott kämpfen muß. Und wenn alle Gott dienen, so wie Gott das will, wird Frieden auf der Welt herrschen. Dieses Muster ist auch realitätssicher - es wird durch keine Realität aufgebrochen. Und man kann es noch glauben, wenn man schon 50 Jahre alt ist und ein hohes Tier. Im Prinzip muß man es je älter desto mehr glauben - denn was hat man schon für seinen Glauben geopfert. Je mehr man für etwas aufgibt (und auch je mehr Böses man für etwas tut) desto wertvoller wird es.

Das gleiche gilt für den Kommunismus. An den kann man auch noch glauben, wenn man Führer über ein Riesenreich ist und Millionen über Millionen umgebracht hat.

Man kann nur warten, bis die da oben aussterben - oder sie mit Gewalt wegbringen. Gerade die diktatorischen, gewalttätigen die da oben sind niemals zu überzeugen.