Samstag, 30. Januar 2016

Die anderen Gedanken

it hochgezogenen Schultern und tief in den Hosentaschen vergrabenen Händen lungern sie herum an den schlecht beleuchteten Ecken meines Denk-Dorfes. Sie kicken Stichwort-Steinchen in meine Richtung über das feuchte Pflaster des Themen-Troittoirs und lassen manchmal durch heftiges Ziehen ihre Zigaretten provozierend aufleuchten, bevor die Gedanken-Glut als Argumenten-Asche fortrieselt. Sie werfen tausendfach betatschte Meinungs-Münzen ins verunreinigte Recherche-Rinnsal und versuchen mit angestrengt nicht-überheblichem Lächeln, mir das Wasser im Berichte-Brunnen als rein zu verkaufen.

Ich will weder blind vertrauen noch elendig verdursten.

Kommentare:

Monika hat gesagt…

Vielleicht sollte man es einfach sein lassen, das denken.

Oder noch besser, mir kommt eine Erinnerung aus meiner Eso Zeit, in der ich mich mit Erleuchtung beschäftigte (theoretisch natürlich) - der bessere Vorschlag wäre im Wortlaut der gleiche. "Das Denken einfach sein lassen".

Nur, die erste übliche Variante bedeutet - lass es bleiben, stell es ab, tue es nicht.

Die zweite aber meint, lass sein, was ist. Kümmer dich nicht drum. Wenn es denkt, dann denkt es. Was macht das schon aus.

Allerliebste Grüße

Monika

Admiral hat gesagt…

Wow, ist das literarisch-kreativ. :-)

Natalie Hanke hat gesagt…

Mir sind sofort die Alliterationen aufgefallen.
Ein sprachlich sehr ausgefeilter Text!