Montag, 7. März 2016

Wanderer

ch habe ihn nicht genommen, diesen Abschied, denn er wurde mir nicht - so wie Du zuvor - auf einem silbernem Tablett hingehalten. Was folgte, war sehr viel mehr als nur eine Erschütterung, und doch auch etwas weniger als ein Nervenzusammenbruch. Das Gesicht auf der Wasseroberfläche hat viele Fragen. Der kalte Vorfrühlingswind trägt viele Antworten über das sonnenhelle Pflaster. Eine Jugend zerrt am Herzen, während ein Verstand sich dem Alter zuneigt. In einer anderen Version begleitest Du mich auf allen Wegen meines Lebens. Hier jedoch wanderst Du abwechselnd auf den sachlichen, neonbeleuchteten Straßen meiner Erinnerung und den märchenhaften, sternengewürzten Pfaden meiner Träume. Es tobt eine Sehnsucht in vielen Augenblicken. Früher wurde sie nach langem Warten doch stets erfüllt, damals, als noch alle Wege zu Dir führten, obwohl uns so viele Kilometer trennten. Heute trennt uns nur noch ein Herzschlag: Mein letzter.

Kommentare:

katholischlogisch hat gesagt…

Ich hab das eben erst gefunden.
Es ist ein wunderbarer Text, und ich hoffe auf mehr derartige Miniaturen - viel mehr.

Der Herr Alipius hat gesagt…

Vielen Dank!