Dienstag, 7. April 2015

Warum...

... meckern eigentlich alle an der Sommerzeit rum?

Ich freue mich immer, wenn es im Sommer abends eine Stunde länger hell ist. Und ich habe das Gefühl, daß mir die Extra-Stunde Sonnigkeit auch seelisch gut tut. Ohne wäre ich möglicherweise weniger genießbar...

Kommentare:

Silvia hat gesagt…

...weil sie den gesamten Rhythmus durcheinander bringt, vor allem bei Kindern und vor allem, wenn man welche hat, die in die Schule müssen...

Raphaela hat gesagt…

Also, mir ist inzwischen ziemlich wurscht, ob Sommerzeit oder Winterzeit, aber die Umstellerei habe ich gründlich satt. Ich brauche jeden Frühling mindestens eine Woche bis zehn Tage, bis mein Körper sich da wirklich angepaßt hat, und bis er's geschafft hat, gehöre ich definitiv in die "Klappe, Insekt!"-Kategorie...

Der Herr Alipius hat gesagt…

Mir ist eben eingefallen, daß ich absolut keine Schlaf-Angewohnheiten habe. Manchmal gehe ich um 21:00 Uhr ins Bett und werde um 4:00 Uhr schon wach. Manchmal gehe ich erst nach Mitternacht ins Bett und schlafe bis 7:00. Manchmal auch nur von 1:00 bis 5:00. Das mag vielleicht ein Grund sein, warum ich die Uhrenumstellung im Grunde überhaupt nicht mitbekomme und folglich auch nicht unter ihr leide.

Cicero hat gesagt…

Sommerzeit ist spitze!
Ich mag es auch, wenn es abends eine Stunde länger hell ist.

Ich habe noch nie gehört, daß sich jemand der nach Teneriffa und zurück geflogen ist, sich über die Stunde Zeitverschiebung beschwert hätte.

Alexander hat gesagt…

Was beneide ich Euch Klosterbrüder um euer beschauliches Leben. Irgendwann bin ich in meiner Jugend falsch abgebogen. Jetzt haben mich die Weißkittel am Hintern, schnippeln an mir herum und raten mir 'kürzer' zu treten. Wie das allerdings gehen soll, sagen sie nicht dazu. :)

peccator quidam hat gesagt…

Ins Kloster gehen! ;-)

Cinderella01 hat gesagt…

Endlich sagt's mal einer! Ich finde es auch toll, wenn es abends eine Stunde länger hell ist.
Vielleicht sollte man die Uhren im Winter einfach nicht zurückdrehen. Da ist es doch sowieso egal, ob es um 8:00 hell wird oder um 9:00 ...

Phil hat gesagt…

Man könnte auch die Zeit nicht nur zweimal umstellen, sondern kontinuierlich jeden Tag etwas umstellen.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Mir ist die Sommerzeit im Grunde nicht wichtig. Früher fand ich das mit der abendlichen Helle schön, heute ist mir das eher egal. Da ich meistens früh aufstehe, bevorzuge ich das Licht am Morgen, da fehlt es nun noch eine Weile - ich finde es aber nicht so schlimm.
Allerdings gibt es wohl sehr viele Menschen, die sich schwertun mit der Sommerzeit. Zudem ist das ursprüngliche Ziel "Energie sparen durch weniger Stromverbrauch wegen heller Abende" nicht einmal ansatzweise erreicht - weil, wie man bereits wenige Jahre nach der Einführung nachweisen konnte, die hellen Abende gern genutzt werden, um noch ein bißchen ins Grüne zu fahren - mit dem Auto.
Mich interessiert aber ein liturgisches Problem in diesem Zusammenhang - Sonnenauf- und Untergang spielen da doch auch eine Rolle, nicht nur die Uhrzeiten. Wenn nun Mittag und Mitternacht nicht mehr wirklich Mittag und Mitternacht sind, wie sieht die Kirche das?

Der Herr Alipius hat gesagt…

Ist der Kirche schnurz, weil Mittag und Mitternacht ja eine Zeitzone weiter ohnehin schon wieder kein Mittag und keine Mitternacht sind.

Gregor hat gesagt…

"Ist der Kirche schnurz" ist vielleicht etwas kurz gegriffen. Rein positivistisch bestimmte bis 1983 das Recht, daß für die Privatmesse, die Privatrezitation des Offiziums, den Empfang sowie die Beachtung der Fast- und Abstinenzvorschriften verschiedene Arten der Zeitberechnung zulässig sind. Als erstes wird dabei die wahre Ortszeit (tempus locale verum) genannt (can. 33 § 1 CJC 1917), die sich nur nach der Sonne richtet.

Abgesehen davon und ganz grundsätzlich: so gut ich es nachvollziehen kann, dass man es abends gern länger hell hat, so ist und bleibt doch die Sommerzeit ein großer gesellschaftlicher Selbstbetrug: Weil wir zu faul sind, morgens früher aufzustehen, drehen wir einfach an der Uhr und "tun so", als wäre es schon eine Stunde später. "Mittag" und "Mitternacht" sind eben keine willkürlichen Begriffe, sondern richten sich nach der Schöpfungsordnung. Eine gewisse Abweichung ist bei der heutigen Mobilität wohl unumgänglich (in Form von Zeitzonen, die es vor der Erfindung der Eisenbahn natürlich auch nicht gab; inwiefern eine einzige Zeitzone von Santiago de Compostela bis Bialystok nötig ist, lasse ich mal dahinstehen). Aber eine völlige Entkoppelung der "Gebrauchszeit" von der wahren Zeit kann - wie auch sonst die Aufgabe des Natürlichen zugunsten des Willkürlichen (hier könnte man allerlei Parallelen zu anderen Zeiterscheinungen insbesondere im Bereich Ehe und Familie ziehen, auch wenn man mir das sicher gleich als überzogen auslegte, und ich auch nicht behaupten will, das sei eins zu eins dasselbe) - nicht gut sein.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Das, lieber Gregor, ist für mich schon deshalb vollkommen überzeugend, weil die Information in einen der meiner vielleicht nicht ganz unfundierten Meinung nach schönsten der auf diesem Blog - wenn nicht gar in den Weiten des Internetzes - verwendeten Schachtelsätze gekleidet ist, was, wie ich annehme, aufgrund des hierzu nötigen klaren und geordneten Denkens zumindest ein Hinweis auf die innewohnende Wahrheit ist.

Alexander hat gesagt…

Und wer bitte, stellt dann die Uhren in meinem Haus? Die sind nämlich allesamt mechanisch und werden entweder durch eine Feder oder durch Gewichte, mithin mithilfe der guten alten Schwerkraft angetrieben. Ich hasse diese sinnlosen Zeitumstellungen schon aus diesem Grunde.

Der Herr Alipius hat gesagt…

Du hast natürlich gültige Punkte angeführt, Georg. Aber die Zeit ist nun mal in meinen Augen eher ein Phänomen, was das Irdische und Menschliche beeinflußt. Gott ist der Herr der Zeit; wir machen uns manchmal zu Sklaven der Zeit. So schalten wir dann einen Herrscher zwischen uns und Gott, welcher seinerseits aber ganz und gar Gott gehört. Da finde ich so ein wenig Ziffernblatt-Anarchie eigentlich ganz erfrischend, weil sie mir ins Bewußtsein ruft, daß ich auf etwas anderes, etwas Größeres hin lebe, welches sich als allmächtiges und allwissendes Wesen einerseits unseren irdischen Kategorien oft entzieht, sie andererseits als Schöpfer aber beherrscht und ermöglicht. Und solche Augenblicke erzeugen dann in mir die kleinen, katholischen Freudenschauer, die mir den Glauben so süß machen.

Damit will ich nicht sagen, daß es vollkommen egal ist, wann bei uns im Hause die Mitbrüder nun zu den jeweiligen Gebetszeiten erscheinen. Aber ich empfinde es als unwesentlich, ob die Sonne zu Beginn der Lesehore bereits am Fensterrand zu erspähen ist, oder ob sie eben erst begonnen hat, von unterhalb des Horizonts dem dunklen Himmel ein zartes Orange beizumischen.

Eugenie Roth hat gesagt…

In der Sommerzeit ist Mitternacht nicht zur Mitternachtszeit und Mittag, wenn die Sonne ebenfalls noch nicht in der Mitte steht.
Ebenso wie der Mittwoch nicht die Mitte der Woche ist, wenn man den Sonntag in die hinterste Ecke stellt:
Dem einen fehlt die Sonne morgens, der andere freut sich über die Sonne abends... aber natürlich ist das letztere nicht.
Meint
Eugenie Roth

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Es ist nicht länger hell, sondern früher spät. — Und was im Hochsommer weiter erschwerend hinzu kommt: Es ist später kühl.

Die Uhrzeit sollte (soweit möglich) so sein, daß die Sonne am Mittag ihren höchsten Stand hat. Freilich kann man das schwer minutengenau machen. So hat man sich auf Stundenintervalle geeinigt. Ich hätte aber auch nichts gegen eine feinere Abstufung in Halbstundenintervalle…

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Es ist nicht länger hell, sondern früher spät und später kühl.

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Doch Mittag ist immer dann, wenn die Sonne am höchsten steht. — Das ist unabhängig von der staatlich festgelegten Uhrzeit. Bei der Normalzeit ist es aber es aber im Großen und Ganzen dann 12:00 Uhr.

Ich weiß nicht genau ob es irgendwo festgeschrieben ist, nach welcher Zeitzone Kleriker das Stundengebet zu verrichten haben, aber ich fände es schon komisch, wenn sie sich in Deutschland z.B. nach der Uhrzeit in Japan richten würden.