Donnerstag, 7. April 2016

Wenn Worte ihre Bedeutung verlieren...

er Präsident des Humanistischen Verbands Deutschlands, Frieder Otto Wolf, hat jetzt Bischof Algermissen vorgeworfen, am Ostertag eine "katholische Haßpredigt" gehalten und die Teile der Bevölkerung ohne christliches Bekenntnis diffamiert zu haben.

Somit ist nun leider auch der Begriff "Haßpredigt", ebenso wie vorher schon "rechts", "menschenverachtend", "diskriminierend" oder auch "undemokratisch" durch endlose Überbeanspruchung endgültig seiner Bedeutung beraubt worden (dies ungeachtet der Tatsache, daß es Phänomene gibt, auf welche all diese Begriffe tatsächlich anwendbar sind) und darf aufgenommen werden in das Lexikon des Bestätigungsquakens, in dem all jene Begriffe gesammelt werden, mit denen man sich im Tümpel der sprunghaft feindseligen Toleranz (ergo der politischen Korrektheit) stets versichert, noch zur richtigen/guten Seite zu gehören, indem man sie auf Andere anwendet.

Kommentare:

Andreas N hat gesagt…

Und was ist die Antwort? Einknicken und devot um Vergebung winseln?
Heißt es nicht: "Wovor habt ihr solche Angst?"
Wie echt ist dieser Glauben denn eigentlich?

Andreas N hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Hans hat gesagt…

"Der Mensch ohne Ostern wird darum zu einem großen Sicherheitsrisiko für die Mitwelt, denn seine innere Hektik, diese ausgesprochene oder unausgesprochene Daseinsangst lassen ihn dann auch im Letzten blindwütig zuschlagen und alles zerstören.“

Hasspredigt???

Da ist der Humanistische Verband mal wieder auf dem Holzweg. Das ist doch normal bei Katholiken. Siehe z. B. Katechismus: [Ein Atheist] "...ist kein dummer Mensch, sondern ein frecher und böser Mensch. .... Er ist hochmütig, verachtet die Wahrheit und tritt die Gerechtigkeit mit Füßen."

Nix mit Hasspredigt, ganz normaler Umgangston. Und wohl auch richtig im Umgang mit solchem Abschaum.

Richelieu88 hat gesagt…

@Hans: [Ein Atheist] "...ist kein dummer Mensch, sondern ein frecher und böser Mensch. .... Er ist hochmütig, verachtet die Wahrheit und tritt die Gerechtigkeit mit Füßen."

Dann zeigen Sie bitte mal die Stelle, wo das steht. Im Katechismus der Katholischen (in den Absätzen 2123-2126 über "Atheismus") steht davon jedenfalls nichts.

Hans hat gesagt…

Katechismus, Harausgegebn von der dt. Bischofskonferenz.

http://www.alt.dbk.de/katechismus/index.php
Band 1, Seite 26 unten

"Die Toren sagen in ihrem Herzen: ,Es gibt keinen Gott'." (Ps 53,2)

Der Tor, von dem hier die Rede ist, ist kein dummer Mensch, sondern ein frecher und böser Mensch. Er macht sich nichts aus Gott, will ihn nicht kennen, fürchtet sich nicht vor seinem Gericht. Er spricht und handelt, als ob es Gott nicht gäbe, als ob er selbst Gott wäre. Er ist hochmütig, verachtet die Wahrheit und tritt die Gerechtigkeit mit Füßen. Er handelt ganz so, wie es ihm gefällt.

Richelieu88 hat gesagt…

Abgesehen davon, dass sie vorher mal einfach so versucht haben, den Begriff "Tor" zwangsweise durch "Atheist" zu ersetzen, obwohl unklar bleiben dürfte, ob damit der Atheismus im heutigen Sinne oder im damaligen Sinne einfach nur unmoralische Personen bezeichnet (wonach es in diesem Sinne schon eher aussieht), denen noch heute gerne der Begriff "gottlos" angehaftet wird (vgl dazu die Verurteilung des Sokrates als Jugendverderber und "atheos", obwohl er sich selbst immer wieder auf einen persönlichen Gott berufen hat), halte ich es generell für fragwürdig, eine eher marginale exegetische Auslegung in einem vom DBK bearbeiteten Unterrichtsbuch zu Katechismus als "den Katechismus" und als "normalen Umgangston" darzustellen.

Hans hat gesagt…

Ach, Sie meinen also, was die dt. Bischöfe erzählen und in ihrem Katechismus niederschreiben sei unwesentlich? Irrelevant, ein sprachlicher Ausrutscher?

"Die Toren sagen in ihrem Herzen: ,Es gibt keinen Gott' Wie würden Sie den Satz auslegen, als dass es Atheisten betrifft? Wen ist denn dann gemeint? Vor Allem: Einen Satz vorher geht es definitiv darum, "Gott zu leugnen". Und der Katechismus stammt nicht aus Sokrates' Zeiten...

Nein, die kath. Kirche bzw. deren Vertreter schlagenn verbal (immerhin nicht mehr physisch) ungehemmt auf andere Menschen ein, welche nicht Ihre Überzeugung vertreten, siehe auch jetzt etwa Bischof Algermissen. Und falls das einem Angegriffenen nicht passt, wie Otto Wolf, greifen die Katholiken sofort zur Verteidigung ein: Dass "Worte ihre Bedeutung verlieren..." , also deren Worte unangebracht sind, wenn ähnliches Vokabular verwendet wird.

Richelieu88 hat gesagt…

Okay, wenn Sie Exegese nicht verstehen, ist das nicht mein Problem.
Wenn Sie von einer permanenten Angriffslust des anderen ausgehen, ist das auch nicht mein Problem.
Wenn jede noch so kleine marginale (und scheinbare) Negativität so verdrehen, um es der Gesamtheit anzulasten, ist das auch nicht mein Problem.

In diesem Sinne: Ein Tor, wer Böses dabei denkt ;-)

Hans hat gesagt…

Ihre Antwort hat nun mit Ihren vorigen Kommentar bzw. Frage gar nichts zu tun.

Alles nicht Ihr Problem - nein, natürlich nicht, bin ich doch per Ferndiagnose ein Tor, dumm, böse, trete die Gerechtigkeit mit Füßen etc.
Sollte ich die Exegese denn mal verstehen, trifft dies nicht mehr zu? Also mal ein paar Semester studieren, bis man nicht mehr beleidigt ist / sein kann? Wohl wahr, Gottes Wege sind unerforschlich....

Aber meinen Sie, ich hätte von einem Katholiken eine andere Antwort erwartet?

Dann wär wohl ich ein Tor...



Fritz Liberal hat gesagt…

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Katholiken sind frech und böse, hochmütig, treten die Gechtigkeit mit Füßen und gehen über Leichen.
Beweise? Siehe einfach Kirchengeschichte!