Montag, 13. Juni 2016

Nicht im Sturm, nicht im Beben, nicht im Feuer

artete ich einst, so wartete ich nicht auf Dich, der Du bist und immer bist und immer da bist. Zögerte ich einst, so zögerte ich nicht wegen Dir, dessen Tore immer weit geöffnet stehen. Ging ich einst in die Irre, so tat ich es nicht wegen Dir, der Du der Weg bist und das Ziel. Fand ich zu Dir zurück, so tat ich es nicht aus eigener Kraft, denn ich war ein Blatt im Wind, hineingeweht in Deine Hand. Liebte ich einst, dann hatte ich immer schon geliebt und liebe noch heute und werde immer lieben. Glaube ich heute, dann zieht sich der Lärm langsam zurück in seine Höllenlöcher. Werde ich einst hoffen, dann werde ich am Fuße des Berges keine Angst mehr kennen. Auf Gipfeln hör ich keine Stimmen mehr. Auf Gipfeln streichelt mich die Luft. Stürzen kann ich nicht, das Fallen birgt keinen Schrecken dort, wo ich nur die Augen schließen muß, um langsam emporzusinken.

Kommentare:

katholischlogisch hat gesagt…

Ich wiederhole mich sicher, aber ich finde, Deine Miniaturen müssen unbedingt in Buchform erscheinen.

Volker hat gesagt…

Ich lese dieses Blog erst seit ca. 2 Monaten, aber es ist eine der schönsten Seiten, die ich seit längerer Zeit gefunden habe.
Dieser Text erinnert mich an das Gebet von Frère Roger: "Jesus, Liebe aller Liebe, du warst stets in mir, und ich vergaß es. Du warst zutiefst in meinem Herzen, und ich suchte dich anderswo."
Vielen Dank für diese Zeilen!

Der Herr Alipius hat gesagt…

Lieber Volker,
danke für die freundlichen Worte!