Montag, 24. August 2015

Perlen über Perlen...

... gibt es in einem Rechtfertigungsbrief auf der Seite des Humanistischen Pressedienstes. Dort erklärt jemand, warum er nicht zur katholischen Hochzeit gehen kann.

Zum Anteasen mal drei Highlights:
    Die entsetzlichen Verbrechen, die im Namen Gottes zurzeit durch den Islamischen Staat in Syrien und im Irak begangen werden, sind wie ein Déjà-vu, als spielte sich das christliche europäische Mittelalter erneut vor unseren Augen ab.

    ...

    Glauben ist keine Tugend. Er entbindet von Rechtfertigung, Begründung und Diskussion unserer Ansichten und unseres Handelns und schafft auch heute noch den Nährboden für Unrecht, Dschihadisten und Kreuzzügler.

    ...

    An einer katholischen Hochzeit ohne Protest teilzunehmen, käme für mich einer stillschweigenden Zustimmung zur Ausgrenzung, Diskriminierung, Kriminalisierung und Verfolgung von LGBT-Menschen in der ganzen Welt durch die katholische Kirche gleich.
Wer jetzt immer noch nicht genug hat, findet unter dem Link mehr...

Kommentare:

Jorge hat gesagt…

Erinnert stark an das Verbot, schwule "Hochzeiten" zu besuchen (wie das Kdl. Burke & Co. vertreten). Die Extreme gleichen sich echt unwahrscheinlich.

Der Herr Alipius hat gesagt…

Wann und wo hat Kardinal Burke denn dieses Verbot ausgesprochen? Ich frage nicht, weil ich Dir nicht glaube, sondern weil ich es nicht mitbekommen habe.

Anonym hat gesagt…

Also letztlich klingt das ein bisschen so, als wäre jede katholische Hochzeit ein Hort des Dschihadismus.
WTF?

Jorge hat gesagt…

Hallo, sorry, war etwas abwesend.

Von Kdl. Burke konkret in Erinnerung hatte ich seine Einlassung in der Anfangsphase der Oktobersynode, als das amerikanische Publikum empört auf das Impulsreferat dieses australischen Ehepaars reagierte, das mehr Akzeptanz für Schwule als Familienangehörige angemahnt hatte (Stichwort Weihnachtsessen mit Partner).
https://www.lifesitenews.com/news/exclusive-cardinal-burke-responds-to-australian-couples-synod-presentation

Da ging es also nicht direkt um den Besuch gleichgeschlechtlicher "Hochzeiten", aber in dem Kontext wurde das damals (und auch schon vorher sehr oft) immer wieder ebenfalls als Bsp. genannt. Die Argumentation ist ja auch genau dieselbe und die Verweigerung der häuslichen Tischgemeinschaft ist eigtl. sogar noch krasser als das Nichtbesuchen einer Feier.

Ich finde Burke oft ganz sympathisch und will gar nicht gegen ihn "hetzen" oder so, aber er denkt halt so und da kann man nur den Kopf schütteln. Bin überzeugt, dass das ein Paradebsp. für das ist, wo Jesus sagt: Sie nennen das Böse gut und das Gute böse.
Ich glaube, das liegt an einem tiefgreifenden Denkfehler, der einem passieren kann, wenn man Moral- oder sonstige Lehren theoretisch verabsolutiert und das naheliegende praktische Gespür für gut und böse darüber ausblendet oder unterdrückt.
Spontan leuchtet ja sofort ein, dass es viel böser ist, Angehörige aufgrund von sexualmoralischen Differenzen zu demütigen oder auszugrenzen, als mglw. verirrten sexuellen Neigungen nachzugehen. Aber wenn man ideologisch an die Situation herangeht und alles einem theoretischen Prinzip unterordnet, kommt man zu solchen schwer begreiflichen (und total unevangelischen) Fehlurteilen.

Hatte ich damals so ähnlich auch beim Kreuzknappen gesagt:
http://kreuzknappe.blogspot.de/2014/10/missgluckt-wenn-vom-vatikan.html

Der Herr Alipius hat gesagt…

Danke für den Link. Diese Antwort von Kardinal Burke war mir bisher nicht bekannt, und ich finde sie viel zu mißtrauisch und engführend. Schade.

Christoph Rebner hat gesagt…

Lobpreis G'ttes ist kein Extrem, seine Beleidigung aber!

Heinz-Dieter hat gesagt…

Er schreibt
"Eines möchte ich vorab klarstellen: kritisch über Religion schreiben, heißt nicht, respektlos gegenüber Menschen sein, denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun."

Stimmt er auch dem Satz zu:

"Eines möchte ich vorab klarstellen: kritisch über Homosexualität schreiben, heißt nicht, respektlos gegenüber Menschen sein, denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun."

?