Dienstag, 15. März 2016

Wo ich mich finde

n Deinen Quellen, o Niemandsland, wo die Seelen sich treffen, bevor sie gemeinsame Wege gehn. Dort hängen die Äste niedrig über sprudelnder Geschwätzigkeit. Aus der Deckung des Laubes stimmt das kleine Federvieh mit ein. Strudel flirten mit Zehen, die im kalten Wasser spielen. Finger greifen nach blankpolierten Steinen. An Deinen Quellen, o Niemandsland, wo die Liebenden warten auf die Geliebten. Dort versteht man sich ohne Worte, mit vielen Blicken. Melodien haken sich in die Momente ein und lassen sie in die Vergangenheit entgleiten, wissend, daß sie sie mit wenigen Klängen wieder heranholen können. An Deinen Quellen, o Niemandsland, wo das Sonnenlicht durch die Zweige bricht wie ein immerwährendes Versprechen. Dort ist die Vorfreude der Atem, der alles am Leben erhält. Aus den Gesichtern sprechen die blühenden Herzen, deren sanftes Schlagen eine simple Botschaft trägt: Heute noch werde ich bei Dir sein und somit auch bei mir.

Kommentare:

katholischlogisch hat gesagt…

Das ist sooooo schön!
Vielleicht solltest Du öfter mal einfach im Niemandsland an einem Ufer sitzen.

Andreas N hat gesagt…

ich finde diese Zeilen insoweit bemerkenswert, als das in der Realität ein Bach oder eine sprudelnde Quelle unter dem sonnendurchfluteten Blätterdach eines Waldes, umgeben von - bis auf das leise murmeln des Baches und klingende Vogelstimmen- natürlicher Stille der Ort ist, an dem ich Spiritualität erleben kann, während ich die von Menschen geschaffenen Tempel des religiösen eher als bedrückend empfinde.