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Freitag, 20. Mai 2016

Totalschaden

u welch grausamen geistigen Verrenkungen eine pflichtgemäße Parteinahme bei einem umstrittenen Thema führen kann, das hat nun der Charlotte Observer mit diesem Editorial demonstriert, in welchem der Besuch sich als weiblich identifizierender Männer in Mädchen-Umkleidekabinen bzw -Toiletten gerechtfertigt werden soll:
    Yes, the thought of male genitalia in girls’ locker rooms – and vice versa – might be distressing to some. But the battle for equality has always been in part about overcoming discomfort – with blacks sharing facilities, with gays sharing marriage – then realizing that it was not nearly so awful as some people imagined.

    [Ja, der Gedanke an männliche Genitalien in Mädchen-Umkleideräumen - und andersherum - mag einigen Sorge bereiten. Aber beim Kampf um Gleichheit ging es stets zum Teil auch darum, Unbehagen zu überwinden - als Schwarze an Einrichtungen Anteil erhielten, als Schwule an der Ehe Anteil erhielten - und dann festzustellen, daß es nicht annähernd so schlimm war, wie manche Leute es sich vorgestellt hatten].
Ich lasse das einfach so stehen, weil mir im Moment kein Kommentar einfällt, der salonfähig wäre.

Freitag, 29. April 2016

Wenn 23 Bier kaum ausreichen...

ch empfinde in den letzten Monaten immer weniger und immer seltener die Lust, mich zu kirchlichen und/oder politischen Angelegenheiten zu äußern, weil mir das Klima da draußen schlicht zu krass geworden ist. In erster Linie liegt das wohl daran, daß nicht nur in Foren und Kommentarbereichen, sondern sogar in "großen" Tages- und Wochenzeitungen mittlerweile nicht mehr entsprechend den Anforderungen der Logik geschrieben - geschweige denn argumentiert - wird (was alleine schon genug ist, mich schreiend durch die Türe zu jagen). In den Foren und Kommentarbereichen kommt dann noch hinzu, daß der Umgangston zu gossig, die Haut zu dünn und der Ruf nach Zensur bzw Inquisition zu häufig ist.

Jetzt hat man es aber mit vereinten Kräften dann doch fertig gebracht, mich mal wieder hinterm Ofen hervorzuholen. Die Geschichte geht so: Nach der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl in Österreich lag der FPÖ-Mann Norbert Hofer mit 35,1% der Stimmen auf Platz 1, gefolgt vom Grünen Alexander Van der Bellen mit 21,3%.

Eva Trimmel, Wirtin des Wiener Lokals "Fett und Zucker" ("... feministisch und queer und so bleibt es auch") stellte daraufhin ein Schild vor die Türe ihres Etablissements mit der Aufschrift: "Wenn du bei diesen 35 % dabei bist, geh doch BITTE einfach weiter. DANKE #rightwingnotwelcome".

Selbstverständlich völlig unerwartet (das hashtag-Zeichen war schließlich ein eindeutiger Hinweis, daß man es hier nicht mit dem Wunsch nach großer Öffentlichkeit zu tun hatte...) erfolgte auf diesen Akt der Ausgrenzung öffentlich demonstrierter Seelenreinheit und politischer Unverdächtigkeit ein Shitstorm, welcher immerhin den Vorteil mit sich brachte, daß die Auslöserin noch gewaltiger auf die selbstdramatisierende Tube drücken konnte ("Fürchte um mein Leben...").

Jetzt soll sie angeblich auch noch Angst um ihre Freiheit haben, denn die FPÖ - der linksqueerfeministisch-antifaschistischen Szene in pucto Fettnäpfchenfindpotential kaum einmal wirklich hinterherhinkend - ist nun auf die spitzenmäßige Idee gekommen, Anzeige zu erstatten wegen... aufgepaßt!... "...des Verdachts auf Verletzung der Menschenwürde und Verächtlichmachung bzw. Herabsetzung einer Wählergruppe aufgrund ihrer Weltanschauung".

Ach Gottchen! Sind das die tapferen Kämpfer, die das Abendland ("Daham statt Islam") retten wollen? Rennen schon zu Mami, wenn irgendwo das menschgewordene Äquivalent eines umfallenden Sacks chinesischen Reises eine Tafel beschreibt?

Werdet endlich erwachsen, alle miteinander!

Mittwoch, 3. Februar 2016

Haltbarkeitsdatum

eit meinem Eintritt ins Stift Klosterneuburg gibt es wegen meiner vergleichsweise konstanten Fernseh- und Radio-Abstinenz immer wieder mal Hypes, Moden, Erscheinungen, Phänomene, die sich mir einfach entziehen. Bestimmte Ereignisse bewegen einen ganzen Haufen von Menschen, aber ich bekomme erst Jahre später mit, daß da mal 'was war.

Heutiges Beispiel: Die "Botox Boys"!? Hä!?

Die Eventveranstalter-Zwillinge Arnold und Oskar Wess waren laut Wiki vor mehr als 5 Jahren mal so etwas wie eine Lachnummer, ein Hingucker, ein Reinhörer, ein Achselzucker und ein Abwinker, bekannt geworden weniger wegen ihrer tadellosen Eventveranstaltungen als wegen ihrer schonungslosen Ehrlichkeit in puncto Barbie-Chirurgie, Botox-Sucht und Jugend-Jagd.

Ich wurde auf das Duo erst heute durch eine Tageszeitungen-Klatschspalte aufmerksam. Dort lernte ich, daß die Botox Boys eine gewisse Helena Fürst (noch so'ne Bildungslücke) auf den Opernball schleusen wollen, um sie in dem Alain Delon (Ha! Den kenn' ich wenigstens!) seiner Loge unterzubringen, was der aber vielleicht gar nicht toll findet, weil Helena nämlich laut Reporter eine Dschungel-Zicke ist und auch auf den Spitznamen Höllena hört.

Die Verwirrung ist groß und ist so aus mehreren Gründen. Erst einmal: Wen interessiert es? Ich meine ernsthaft und ehrlich, in der gesamten Geschichte von Jemals: Wen interessiert es? Und (wenn schon nicht lauter hinausgeschrien, so doch mit bedeutend dramatischerem Diadem-Griff untermalt): Wie zum Henker kann es sein, daß zwei Plastikchirurgie-Zombies, die schon im Jahre 2010 laut der BILD im Verdacht standen die "peinlichsten Kölner" zu sein, über fünf Jahre später immer noch Schlagzeilen machen?

Echt jetzt: Ist Botox tatsächlich so wirksam?

Sonntag, 17. Januar 2016

Man kennt sich nicht mehr aus...

aut dem Protokoll einer NRW-Innenausschußsistzung war bereits im Oktober 2014 "eine gefährliche Gruppe nordafrikanischer Asylbewerber " aufgefallen, die "exzessiv Alkohol konsumiere, Bürger angreife und belästige, Geschäfte ausraube und Passanten anpöbele – unter anderem in den Orten Wickede, Hemer und Urbach".

Diese Informationen gelangten aber nicht an die Öffentlichkeit, wie die WELT berichtet:
    Die Innenexperten kamen damals überein, dass durch solche Vorfälle "Angst" vor Flüchtlingen geschürt werde und "die öffentliche Wahrnehmung kippen" könnte, so Staatssekretär Nebe. Auch Freidemokrat Joachim Stamp warnte 2014 die Kollegen, solche Vorfälle könnten "schnell dazu führen, dass von interessierter Seite entsprechend Stimmung gemacht wird". Man müsse "froh sein" über "die derzeitige vernünftige mediale Berichterstattung zu den steigenden Flüchtlingszahlen".
Man könnte fast meinen, diese Jungs seien PEGIDA-Maulwürfe. Wenn jetzt diese Nachricht an die Öffentlichkeit kommt, was soll denn dann die erste Reaktion beim stets sprunghaft feindseligen, Untergangstheorien schmiedenden Kontingent sein, wenn nicht: "Was haben die uns wohl noch alles verschwiegen, und wie finster sieht es aufgrund der Flüchtlingssituation wirklich aus?"

Wie in allen vergleichbaren Fällen auch, wäre es am besten gewesen, von Anfang an mit offenen Karten zu spielen und das Problem nicht auszusitzen, sondern frontal anzugehen. Jetzt heißt es wieder mal, einer durch Vertuschung ausgelösten Haßwelle entgegenzusteuern.

Ganz großes Kino, lieber Innenausschuß!

Samstag, 28. November 2015

Pünktlich zum Advent...

Es gab in den vergangenen Wochen unzählige Ereignisse, zu denen ich mich in der Vergangenheit normalerweise zu Wort gemeldet hätte.

Manchmal habe ich mich zu diesen Ereignissen dann auch tatsächlich geäußert. Häufiger habe ich es gelassen.

Warum? Weil mir das Internet mittlerweile oft viel zu schnell ist.

Beispiel Terror in Paris: Abgesehen von der Tatsache, daß mir anfangs sowieso erst einmal die Worte fehlten, war ich dann nach einer gewissen Verdauungszeit auch nicht mehr willens, in den Chor noch einzusteigen. Alle wußten sowieso sofort alles, und es braucht keinen Sheldon Cooper, um zu erahnen, daß die aus qualmenden Tastaturen ins Internet geschossenen Urteile sich stets brav widersprachen: "Schuld ist der Islam!" - "Der Islam ist unschuldig!" - "Noch mehr Einwanderung bedeutet noch mehr Terrorgefahr!" - "Einwanderungszahlen haben mit dem Terror null zu tun!" - "Die werden doch nur zu Terroristen, weil sie keine Perspektiven haben und sich nicht willkommen fühlen!" - "Die kriegen eh schon den roten Teppich ausgerollt, aber die wollen sich einfach nicht integrieren, sondern hier ihre Nummer abziehen!" - "Wir werden alle sterben, weil der Terror wächst!" - "Alles ist cool, weil der Terror nur zeigt, wie verzweifelt und am Ende die Islamisten mittlerweile sind!" undsoweiter...

Man bedenke auch dies: Der Zyklus von "Ich schmücke mein facebook-Profilbild mit einer transparenten Frankreich-Flagge, um Mitgefühl zu zeigen" über "Haha! Da glauben Leute, daß man durch die Veränderung des facebook-Profilbildes den Terror bekämpfen kann" und "Wer bei den Anschlägen in X nicht trauerte, braucht jetzt auch nicht heuchlerisch einen auf 'Je suis' zu machen" bis hin zu "Hört doch auf mit dem ätzenden Grief-Shaming!" war - glaube ich - in 48 Stunden durch.

Beispiel Terror durch die Antifa: Man kann ja gar nicht so schnell screenshooten, wie peinliche - weil kritische - Kommentare auf einschlägigen linksextremen Seiten wieder verschwinden und stattdessen die nächste Drohwelle auf (unter anderem) die katholischen Blogger zurollt. Und was soll man - außer einem extrem angepissen Rant - schon noch groß zu dem Thema schreiben? Wenn irgendwer 'ne Idee hat, wie man diese weltfremden Frustfürsten mit ihrem Richterkomplex auch nur ansatzweise auf einer Ebene erreichen kann, auf der Brandsätze, Springmesser, Zwillen, Pflastersteine und in bedrohliche, große Worte gepackte kleine Gedanken erst einmal kein Thema sind: Gerne.

Beispiel Rußland/Türkei: Klaro waren entweder alle oder keiner Schuld. Und es ist ja auch völlig neu, daß Herrscher (plus jeweiliger Clique) lieber Mal bezüglich eines oder mehrerer Menschenleben Fünfe grade sein lassen, und ihren Auftrag als "Alle kacke außer Ich (und vielleicht noch ein paar Speichellecker)!" mißverstehen. Da muß ich dringend auch noch meinen Senf zu geben.

Aber jetzt habe ich dann gestern doch noch etwas gesehen, welches genug "Blut wird in den Adern zu Eis"-Potential besitzt, um es hier mal kurz anzusprechen: Die Rede ist von der totalen Zombifizierung der USofA am sogenannten "Black Friday".

Der traditionelle Beginn der Weihnachts-Einkaufssaison lockt Konsumenten mit abgrundtiefen Super-Sonder-Angeboten schon donnerstags vor die geschlossenen Ladentüren, damit jeder nur ganz weit vorne steht und somit zu den Ersten gehört, die sich von Geld, welches sie meistens gar nicht haben, Dinge kaufen, die sie in der Regel gar nicht brauchen, um Schulden anzuhäufen, die sie lieber gar nicht hätten. Wäre das Ganze nun ein gesitteter Vorgang, während welchem jeder sich ganz individuell in den Ruin stürzt, weil er eben doch den Bildschirm mit 5 cm mehr Durchmesser oder den Gemüsedämpfer für 50% weniger braucht, dann könnte man vielleicht noch mit der Schulter zucken. Aber die ganze Aktion ist leider ein gnadenloser Beutezug egoistischer Shopping-Mall-Gladiatoren, die bei Ladenöffnung mit solcher Bestimmtheit auf die ihnen ohne jeden Zweifel bereits gehörenden Waren zuhechten, daß dabei auch mal jemand hinfällt und überrannt wird. Und wehe demjenigen, der von einem begehrten und spottbillig angebotenen Produkt das letzte erwischt, aber sich von leer ausgegangenen Hyänen und Wölfen umstellt sieht. Mad Max käme da kaum unversehrt raus.

Die Pointe ist natürlich, daß diese Produkte in der Regel gar nicht so preiswert sind, wie es scheint, weil viele Unternehmen in den Wochen vor dem Black Friday ihre Preise stetig leicht anheben, um sie dann fallen zu lassen, weil nur für diesen Tag produzierte Abklatschware verhökert wird und weil die Ausgangspreise in Wirklichkeit nie so hoch waren, wie auf den Schildern angegeben, sondern einfach nur unverschämt hohe "unverbindliche Preisempfehlungen" sind.

Es gibt wahrscheinlich viele verschiedene Situationen, in denen einem Menschen ein Gedanke durch den Kopf schießen kann wie "Wir sind echt am Arsch!"

Als ich gestern in diversen Videos die Heerscharen untoter, wie ferngesteuert wirkender Konsum-Zombies sah, die sich gegenseitig Elektronik-Ramsch aus den Händen rissen, sich rauften, auf Sicherheitsleute und Cops losgingen, Läden in Schutt und Asche legten und Kinder noch lieber in die Schlacht schickten, als sich bergend über sie zu werfen, da war ich mir für einen ganz kurzen Augenblick nicht mehr sicher, ob ich mich, wenn's mal irgendwo eine universumweite 80er-Indie-Rock-Party geben sollte, dort wirklich als Mensch outen möchte.

"Hallo! Ich bin Xlotli. Vom Planeten Slogga. Ich bin ein Multide!"

"Äh... ja... Hi! Ich bin Ich. Vom Planeten Klosterneuburg. Ich bin ein Alipius!"

"Angenehm!"

"Ebenfalls!"

Dienstag, 1. September 2015

Keinen Bock, immer nur sachlich, differenziert und logisch zu sein...

Daher kommt diese Geschichte aus den USofA mir wie gerufen: Der Kurs "Women & Popular Culture" an der Washington State University läßt aufgrund seines Titels vielleicht einige schon aufschreien, weil sie der Meinung sind, daß hier in einem Schwafelfach wieder Horden künftiger Opferrollen-Sucher mit Immatrikulationshintergrund ausgebildet werden sollen. Das mag stimmen oder auch nicht.

Interessant (und irgendwie auch ein wenig entlarvend) ist jedenfalls das Programm des Kurses. Denn dort findet man neben Wendungen wie "guerilla anti-consumerist social movements" zuerst das...:
    The course materials may challenge your personal beliefs or opinions, and this is an open space to discuss these disagreements in a civilized, academic manner.
... und dann das:
    Use of racist, sexist, homophobic, transphobic, xenophobic, classist, or generally offensive language in class or submission of such material will not be tolerated. (This includes “The Man,” “Colored People,” “Illegals/Illegal Aliens,” “Tranny” and so on - or referring to women/men as females or males) If I see it or hear it, I will correct it in class since it can be a learning moment for many students. Repeated use of oppressive and hateful language will be handled accordingly – including but not limited to removal from the class without attendance or participation points, failure of the assignment, and - in extreme cases - failure for the semester.
Während sich zivilisierter Umgang meiner Meinung nach im Hörsaal von selbst versteht, brauchte der akademische Umgang wohl doch noch ein wenig Erläuterung: Nenne Frauen weiblich und Männer männlich und tue dies mehrmals, dann wirst du leider wegen deiner tyrannischen und haßerfüllten Sprache durchfallen.

Jetzt weiß ich gar nicht, welchen Song ich darauf hören soll? Timbuk3 - The Future's So Bright, I Gotta Wear Shades oder Morrisey - That's How People Grow Up...

Montag, 24. August 2015

Perlen über Perlen...

... gibt es in einem Rechtfertigungsbrief auf der Seite des Humanistischen Pressedienstes. Dort erklärt jemand, warum er nicht zur katholischen Hochzeit gehen kann.

Zum Anteasen mal drei Highlights:
    Die entsetzlichen Verbrechen, die im Namen Gottes zurzeit durch den Islamischen Staat in Syrien und im Irak begangen werden, sind wie ein Déjà-vu, als spielte sich das christliche europäische Mittelalter erneut vor unseren Augen ab.

    ...

    Glauben ist keine Tugend. Er entbindet von Rechtfertigung, Begründung und Diskussion unserer Ansichten und unseres Handelns und schafft auch heute noch den Nährboden für Unrecht, Dschihadisten und Kreuzzügler.

    ...

    An einer katholischen Hochzeit ohne Protest teilzunehmen, käme für mich einer stillschweigenden Zustimmung zur Ausgrenzung, Diskriminierung, Kriminalisierung und Verfolgung von LGBT-Menschen in der ganzen Welt durch die katholische Kirche gleich.
Wer jetzt immer noch nicht genug hat, findet unter dem Link mehr...

Freitag, 7. August 2015

Wie man in das Sommerloch hineinruft, so schallt es heraus...

Ohne jede Polemik möchte ich hier mal eben die Erste-Welt-Probleme dokumentieren, die ich beim Nachrichten- und Neuigkeiten-Surfen in den letzten 24 Stunden gefunden habe:

1.) Schredder frißt Macho-Papier: Österreich verbrät Arbeitskraft und Kohle, weil Strafzettel nicht gegendert sind.

2.) Außen parken geht aber trotzdem noch: In Wien gibt's bald "Anwohnerparken" und "AnwohnerInnenparken".

3.) "Ganz tolles Konzept!": Wiens grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou schwärmt von Regenbogen-Zebrastreifen.

4.) Skandal: Hollywood ist männlich, weiß und hetero und gibt somit nicht die realen Verhältnisse wieder.

Vor allem die letze Schlagzeile macht irgendwie betroffen. Wie kann es sein, daß die knallharte Realitätsschmiede Hollywood ausgerechnet in Fragen der Besetzung von ihrem streng eingehaltenen Weg abweicht und plötzlich fiktiv wird?

Na gut...

Okay...

Mit ein wenig Polemik...

Freitag, 5. Juni 2015

Jetzt flippen endgültig alle aus...

Nachdem die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer am Mittwoch in einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung über die Zulassung der Homo-Ehe dieses sagte...:
    Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen. Wollen wir das wirklich?
... flossen schon am gleichen Tag laut der FAZ die Tränen:
    SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi reagierte unterdessen empört auf den Vergleich mit Inzucht und Polygamie. „Damit erreicht die Debatte über die Ehe für alle einen neuen Tiefpunkt“, sagte Fahimi. Sie habe keinerlei Verständnis dafür, dass eine CDU-Ministerpräsidentin gleichgeschlechtliche Partnerschaften jetzt mit Inzucht und Polygamie gleichsetze.

    ...

    FDP-Generalsekretärin Nicola Beer sagte, die Äußerungen seien eine „Unverschämtheit“ und beleidigten Homosexuelle „zutiefst“. Beer forderte Kramp-Karrenbauer auf, sich für ihre „Entgleisung“ zu entschuldigen.

    ...

    Der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Saarländischen Landtag, Heinz Bierbaum, erklärte: „Schwule und lesbische Paare mit Inzucht und Polygamie gleichzusetzen, geht eindeutig zu weit.“

    ...

    Die saarländische Arbeitsgemeinschaft Lesben und Schwule in der SPD (Schwusos) und die Jungsozialisten (Jusos) warfen der Ministerpräsidentin homophobe Diskriminierung vor.
Zum Thema "Vergleiche" guckst Du hier. Was das "Gleichsetzen" angeht, muß ich jetzt aber auch ein wenig die Waffen strecken und vielleicht als mildernden Umstand gelten lassen, daß medienwirksam inszenierte Jammer-Anfälle als Reaktion auf geäußerte Vorbehalte (oder gar auf Fakten) bei Denk- und Argumentationsfaulheit wohl auch heute noch hoch im Kurs stehen.

Interessant ist, daß Fahimi selbst zur Formulierung "Ehe für alle" greift, und damit die Bedenken der Ministerpräsidentin streng genommen rechtfertigt.

Den Vogel vorerst einmal abgeschossen hat nun eine Berliner Anwältin namens Sissy Kraus. Die hat Annegret Kramp-Karrenbauer gleich mal wegen Volksverhetzung angeklagt, denn die Worte der Ministerpräsidentin stellen Menschen, die eine Gleichbehandlung ihrer Lebenspartnerschaft mit der Ehe anstrebten nicht nur "in die Reihe von Inzucht und Vielehe", sondern sind auch total Autobahn:
    "Diese Äußerung ist nicht mehr nur homophob, sondern auch menschenverachtend und in ihrem Gehalt gleichzusetzen mit den ähnlich verachtenden Äußerungen 1933–1945", so die Anwältin weiter.
Und hier wird es jetzt richtig interessant, denn hier wird tatsächlich das getan, was Kramp-Karrenbauer nur vorgeworfen wird. Es wird gleichgesetzt, nämlich die Aussage der Ministerpräsidentin mit Äußerungen der Nazi-Zeit.

Es ist also wieder einmal die Endstufe der Argumentationshilflosigkeit erreicht, welche sich auch in unsren Tagen offenbar immer noch mit dem Zücken der Nazi-Keule und ein wenig Hysterie und Bambi-Augen kaschieren läßt.

Schön, daß sich das Jura-Studium so gelohnt hat...

Donnerstag, 7. Mai 2015

Irgendwer hat in Wien versehentlich die Toilettenspülung bedient,...

... und jetzt erklingen aus diversen Gullys in der Wiener Innenstadt einige Song-Contest-Hits.

Diese Vorschau auf die am 23. Mai in Wien drohenden Ereignisse nenne ich mutig, zumal das beste aus den Gullys erklingende Stück (das Thema aus dem Film "Der dritte Mann") mit dem Song-Contest nichts und mit der Wiener Kanalisation sehr viel zu tun hat.