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Donnerstag, 13. Oktober 2016

Fragen...

or ein paar Wochen habe ich einen Ausschnitt aus einem Interview mit dem britischen Schauspieler und bekennenden Atheisten Stephen Fry gesehen. Er wurde gefragt, wie er denn reagierte, wenn er nach seinem Tod plötzlich vor Gott stünde. Ich bekomme seine Antwort nicht mehr genau hin, aber es ging so in die Richtung "Ich würde ihn fragen, warum er es zuläßt, daß es Kriege gibt und Hunger und wie es sein kann, daß Kinder unter dieser oder jener grauenvollen Krankheit leiden". Er wirkte dabei nicht unsüffisant und hatte diese komische, zugleich stolze und betroffene 'Dann wird dem Sky Daddy ENDLICH EINMAL jemand diese Fragen stellen'-Miene drauf.

Ich stellte wenige Minuten später fest, daß ich Gott auch genau diese Fragen stellen werde (also jetzt mal angenommen, daß ich die Gelegenheit bekomme).

Weil ich weiß, daß ich eine befriedigende Antwort darauf erhalten werde.

Samstag, 2. Juli 2016

Ricky Gervais sagt die Wahrheit

ormalerweise sehe ich wegen meiner dunkelkatholischen facebook-Bubble auf jener Seite atheistische Inhalte eher selten. So tauchte das folgende Bild dann auch nur deswegen auf meiner Timeline auf, weil ein Freund aus den USofA darunter kommentierte.


Der Atheist und Schauspieler Ricky Gervais soll diesen ironisch bis zynisch gemeinten Spruch abgesetzt haben. Ich las zuerst fast darüber hinweg, bis mir auffiel, was da eigentlich passiert ist:

Ein erklärter Atheist hat sich so ein wenig über die doofen Christen lustig machen wollen ("Haha! Die beten und glauben an einen Sky-Daddy! Und daran, daß sie gerettet werden! Sollen mal lieber hier auf der Erde und in diesem Leben mit anpacken! Schließlich gibt es hier genug Probleme!"). Aber dieses Sich-lustig-Machen ging volle Kanne nach hinten los. Nicht nur, weil Jesus tatsächlich rettet, sondern weil anders herum kein noch so süffisant-selbstzufriedener Star-Komiker mit seinen flotten Sprüchen jemals irgendwen gerettet hat noch retten wird.

Wir können alle Brexits und Trumps verhindern: Es wird immer und immer wieder ein neues Panik-Problem geben, welches uns den Schweiß auf die Stirne treibt und die Ungewissheit in die Zukunft schreibt. Mir persönlich hilft es da schon, zu wissen, daß ich an jeder Lösung für jedes Problem mitmachen kann (und auch mitmachen sollte, wenn es sich für mich auch schlüssig als Problem aufdrängt und nicht als Hysterie du jour), aber nicht jedes Problem lösen muß, weil meine Rettung eben nicht durch weltliches Gewusel kommt sondern durch Gnade. Weil mein Herz nicht für das Wissen um das eigene Engagement schlägt,...

"Schaut mich an! Meine Oklahoma-Ausschlachtung hat mehr Likes als Eure!"

...sondern für den Glauben an den einen Erlöser. Weil das Lachen über die, welche die Dinge anders angehen (also z.B. ohne Gott) meine Zeit auf Erden weder verlängert noch versüßt, sondern andere möglicherweise von einem Gedanken an eine Zeit nach der irdischen Existenz abschreckt. Oder - anders herum - weil mein Lachen über die, welche die Dinge lieber mit Gott angehen, mich nur bedingt als gefestigt oder gereift ausweist, weil es doch eigentlich darum geht, Probleme zu lösen und nicht zu fragen, ob Du, wenn Du ein Problem löst, dabei an Gott glaubst oder nicht.

Donnerstag, 7. April 2016

Wenn Worte ihre Bedeutung verlieren...

er Präsident des Humanistischen Verbands Deutschlands, Frieder Otto Wolf, hat jetzt Bischof Algermissen vorgeworfen, am Ostertag eine "katholische Haßpredigt" gehalten und die Teile der Bevölkerung ohne christliches Bekenntnis diffamiert zu haben.

Somit ist nun leider auch der Begriff "Haßpredigt", ebenso wie vorher schon "rechts", "menschenverachtend", "diskriminierend" oder auch "undemokratisch" durch endlose Überbeanspruchung endgültig seiner Bedeutung beraubt worden (dies ungeachtet der Tatsache, daß es Phänomene gibt, auf welche all diese Begriffe tatsächlich anwendbar sind) und darf aufgenommen werden in das Lexikon des Bestätigungsquakens, in dem all jene Begriffe gesammelt werden, mit denen man sich im Tümpel der sprunghaft feindseligen Toleranz (ergo der politischen Korrektheit) stets versichert, noch zur richtigen/guten Seite zu gehören, indem man sie auf Andere anwendet.

Freitag, 15. Januar 2016

Lieber "Humanistischer [** hüstel **] Pressedienst",...

ch habe leider keine Wundcreme, die ich Dir für diesen Burn zur Schmerzlinderung zulassen kommen könnte.

Aber ich habe einen guten Ratschlag: Beim nächsten Mal vielleicht einfach mit den Informationen wahrheitsgemäßer umgehen oder in besonders komplexen Fällen (= korrekte Sachlage wäre leicht zu erfahren, könnte aber kostbar zusammengeschmiedetes Weltbild ins Wanken bringen) auch ganz die Finger von der Tastatur lassen.

Gern geschehen.

Sonntag, 7. Juni 2015

Die Hilflosigkeit...

... angesichts des immer noch gefährlichsten Namens aller Zeiten:
    Und das kommt nicht überall gut an. «Wer in diesem Moment so etwas an seinen Kopf bindet, ist ein Depp!», schreibt zum Beispiel ein User in einem brodelnden Diskussions-Forum. «So etwas muss eine Strafe nach sich ziehen», schreibt ein anderer.
Worum es geht? Schaut selbst!

Samstag, 18. April 2015

Fauler Kompromiß

Auf der Seite Humanistischer Pressedient geht zwei Psychologinnen der Hut hoch, weil in einem katholischen Kindergarten die Kreuzigung Christi thematisiert wird.

Unter dem Titel "Katholische Indoktrination der Kleinsten – vom Feinsten" wird der ganze große Frust herausposaunt, der sich naturgemäß aufstaut, wenn Menschen in einer total legitimen Erwartung ("Ein katholischer Kindergarten beschäftigt sich doch schon per definitionem nicht mit der Kreuzigung Christi, oder habe ich da etwas mißverstanden?") brutalstmöglich enttäuscht werden.

Vollkommen den Anforderungen der Logik entsprechend wird aus dem Horrorszenario ("Es sind schlimme Vorstellungen, heftige Bilder, die damit in die Köpfe von Kindern gepflanzt werden.") der Schluß abgeleitet, "dass im Kindergarten Werte wie Nächstenliebe, Respekt und Menschlichkeit" leider nicht vorgelebt werden.

Man muß eben auch ein wenig dicker auftragen und das Panik-Beet anständig wässern, damit im Kommentarbereich dann auch genug "Hirnwäsche", "religiöse Wahnvorstellungen", "Menschenschlächter" und "Angst- und Schuldgefühle" nachwachsen.

Grundsätzlich stimmt in dem Artikel von vorne bis hinten nur wenig. Da wird behauptet, es werde der Eindruck vermittelt, Folter und Hinrichtungen seien in Ordnung. Der Hinweis einer Kindergärtnerin, daß der Sohn die Frohe Botschaft von der Auferstehung im Kindergarten verpaßt hat, weil er nicht jeden Tag ganztägig mit dabei ist, wird dankend aufgegriffen, um es sich in der Opferrolle bequem zu machen: "Somit wird uns die Verantwortung in die Schuhe geschoben, dass der Kindergarten Folter und Tötung zum Thema macht."

Ehre, wem Ehre gebührt, aber das ist dann vielleicht doch ein wenig viel der Selbstüberschätzung. Der Kindergarten hätte "Folter und Tötung" in jedem Falle zum Thema gemacht ohne irgendwem dafür die Verantwortung in die Schuhe zu schieben. Die Eltern sind lediglich dafür verantwortlich, welche Inhalte ihr Kind im Kindergarten mitbekommt und welche nicht.

In diesem Zusammenhang dann auch gleich ein kleiner Lebenshilfe-Bissen: Es soll ganz gewiefte Füchse geben, die bei den Worten "katholischer Kindergarten" schon vor der Anmeldung ihres Kindes wittern, welche Inhalte in dieser Einrichtung vermittelt werden könnten.

Und da kann dann auch gerne die religiöse Erziehung der Punkt sein, der laut einer Umfrage am Kindergarten den Eltern am wenigsten wichtig ist. Es wird im Fußballverein nun mal Fußball gespielt und nicht Unterwasserkorbflechten, egal, wie viele Eltern sich das wünschen mögen.

Die Autorinnen bezeichnen es selbst als Kompromiß, daß ihre Kinder in den katholischen Kindergarten gehen. Ein Kompromiß ist eine Übereinkunft durch gegenseitige Zugeständnisse, sprich, durch Verzicht auf einen Teil der eigenen Forderungen oder Interessen. Der Nutzen der Mütter: Die Kinder besuchen einen nahe gelegenen Kindergarten und können so Freunde gewinnen, die ihnen später auch noch örtlich nahe sind. Die Forderung, auf die man verzichtet (oder, in diesem Falle: verzichten sollte): Totale Religions-Abwesenheit in einem katholischen Kindergarten.

Ist man zu dem Verzicht nicht bereit, dann handelt es sich immer noch um einen Kompromiß, aber um einen faulen.

Ich will daraus jetzt nicht sofort ein Urteil ableiten über die Redlichkeit humanistischer Religionsfeinde, aber vielleicht kann man solche Situationen künftig mit etwas mehr Grips und etwas weniger Helen Lovejoy behandeln. Nicht, daß die Instrumentalisierung von Kindern mir als finsterem Dunkelkatholiken grundsätzlich unsympathisch ist. Aber die religionsfreien Weltverbesserer wollten da doch eigentlich mit besserem Beispiel vorangehen, wenn ich sie richtig verstanden habe.