Eva: "Die Schlange hat mich verführt".
Maria: "Ich bin die Magd des Herrn".
Der Unterschied: Zusammenarbeit mit dem Bösen findet statt, wenn wir gegen unser Wissen und Gewissen unser Einverständnis geben und uns verleiten lassen auf den Weg ins Verderben, auf dem die Geschichten enden mit dem Satz "Der oder die hat mich verführt".
Zusammenarbeit mit dem Guten findet statt, wenn wir im Einklang mit unserem Wissen und Gewissen unser Einverständnis geben und uns leiten lassen auf dem Weg zum Heil, auf dem die Geschichten beginnen mit dem Satz "Ich bin die Magd/der Knecht des Herrn".
Posts mit dem Label Worte zum Evangelium werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Worte zum Evangelium werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 8. Dezember 2015
Sonntag, 30. August 2015
Zum heutigen Evangelium...
- In jener Zeit hielten sich die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf.
Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen.
Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt.
Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen?
Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir.
Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.
Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen.
Dann rief er die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage:
Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord,
Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft.
All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.
Markus 7,1-8.14-15.21-23
Dies ist der entscheidende Satz des heutigen Evangeliums.
Zu Beginn beschweren sich die Pharisäer und die Schriftgelehrten, weil die Jünger Jesu sich vor dem Essen nicht die Hände waschen. Dieses Hände-Waschen kann man stellvertretend nehmen für eine ganze Reihe anderer "Überlieferungen der Alten", welche allesamt die Reinheit zum Ziel haben.
Alle diese Vorschriften haben eines gemeinsam: Es sind von außen an den Menschen herangetragene Erwartungen, die auch äußerlich vollzogen werden und dabei von den Mitmenschen bezeugt werden. Da die Pharisäer und die Schriftgelehrten auf die Einhaltung dieser Vorschriften Wert legen, kann man davon ausgehen, daß jeder Mensch, der sich an sie hält und dabei beobachtet wird, von den Anderen als ein gottesfürchtiger Mensch angesehen wird.
Die Vorschriften haben allerdings einen Nachteil: Es ist kein Zusammenhang erkennbar zwischen ihrer Einhaltung und der inneren Disposition desjenigen, der sie einhält. Die Vorschriften werden von außen an den Menschen herangetragen und machen auch an seinem Äußeren Halt.
Der Mensch wird sozusagen zu Objekt einer Erwartungshaltung, welches es in äußeren Zeichen zu erfüllen gilt, um sich auszugeben als jemand, der Gottes Gebote einhält und somit vor Gott als gerecht dasteht.
Nun kommt Jesus und sagt: "Hört mir alle zu und begreift, was ich sage".
Mit dem ersten Teil des Satzes sagt er, daß auch er nun etwas von außen an die Menschen heranträgt, nämlich sein Wort. Doch er geht weiter: Er sagt, daß die Leute das, was an sie herangetragen wird, auch begreifen sollen. Wenn wir mit der Hand etwas ergreifen, dann befindet es sich in unserer Hand. Wenn wir mit dem Verstand etwas begreifen, dann befindet es sich in uns. Es kann in unserem Herzen Wurzeln schlagen und im Idealfall gute Früchte bringen.
Die Pharisäer erwarten, daß die Menschen sich in äußeren Handlungen ergehen, um somit einen Rückschluß auf ihr Verhältnis zu Gott zuzulassen. Jesus erwartet, daß wir zuerst einmal sein Wort aufnehmen und in uns wirken lassen, um dann mit unseren Handlungen den Nachweis zu erbringen, daß es zu einer Umkehr gekommen ist. Denn Umkehr ist eine Sache des Herzens. Und das Herz ist der Ort, aus dem laut Jesus das kommt, was den Menschen unrein macht.
Die wahre Reinheit ist also in der Tat nicht dort zu finden, wo die Hände gewaschen wurden und die Becher, Krüge und Kessel glänzen. Sondern sie ist dort zu finden, wo das Herz gewaschen wurde und der Mensch glänzt.
Sonntag, 21. Juni 2015
Zum heutigen Evangelium
- An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren.
Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn.
Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann.
Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein.
Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?
[Markus 4,35-41]
Es ist denkbar, daß der Erfinder dieses Spruches das heutige Evangelium im Sinn hatte. Sollte dies der Fall sein, dann hat er zwar richtig beobachtet, aber dennoch den eigentlichen Punkt des Textes verfehlt.
Natürlich ist es richtig, daß Jesus im Boot schläft. Doch das ist nicht die Aussage des Textes, die von Bedeutung ist. Von Bedeutung ist vielmehr diese Aussage: Gott ist den Menschen nahe, so nahe wie Jesus im kleinen Boot seinen Jüngern. Und mehr noch: Gott ist den Menschen nahe und er steht ihnen bei in der Not, wenn sie ihn voll Vertrauen und Glauben bitten.
Nun mag man sich wundern, daß Jesus seinen Jüngern einen Rüffel erteilt hat, nachdem der See beruhigt war. Aber die Fragen "Warum habt ihr so viel Angst?" und "Habt Ihr noch keinen Glauben?" sind kein Vorwurf an die Hilfe suchenden Jünger, sondern im Gegenteil, ein Vorwurf an die Jünger, die eben nicht um Hilfe gerufen sondern stattdessen mehr oder weniger direkt dem Herrn einen Vorwurf gemacht haben: "Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?"
Dieser Frage enthält den Kern jener heutzutage so beliebten, selbstdramatisierenden Rolle des Anklägers und Opfers. Das Individuum fragt: "Wem kann ich vorwerfen, daß er nicht genug getan hat?" anstatt zu fragen "Habe ich genug getan?"
Was wäre im Fall der Jünger im Boot genug gewesen? Ich denke, ein leichter stoß in die Rippen des schlafenden Jesus und zwei Worte, in tiefem Vertrauen und Glauben gesprochen: "Herr! Hilf!"
Gott ist uns nahe und Gott wird uns in der Not beistehen, wenn unser Vertrauen und unser Glaube stark sind.
Man hört heute in der Kirche häufig das Wort "dürfen": "Wir dürfen darauf vertrauen..." oder "Wir dürfen glauben..." oder "Wir dürfen den Herrn bitten...".
Das ist alles richtig. Richtiger aber noch sind diese Sätze: "Wir müssen vertrauen. Wir müssen glauben. Wir müssen bitten".
Denn tun wir es nicht, dann ergibt die ganze Geschichte unseres HErrn Jesus Christus von der Empfängnis im Schoß seiner Mutter bis zur Auffahrt zu seinem Vater im Himmel für uns keinen Sinn.
Sonntag, 24. Mai 2015
Die Gabe, die zum Geben befähigt...
- Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.
(Johannes, 20,19-23)
Er sagt nicht: "Kauft den Heiligen Geist!" oder "Findet den Heiligen Geist!"
Der Heilige Geist ist somit ein Geschenk, eine Gabe. Da der Heilige Geist aber auch Gott ist, schenkt sich Gott im Heiligen Geist selbst, so, wie er sich in Jesus Christus geschenkt hat.
Der Heilige Geist ist nicht nur eine Gabe, sondern er bringt auch noch seine eigenen Gaben mit. Diese Gaben des Heiligen Geistes sind Weisheit, Gottesfurcht, Verstand, Rat, Frömmigkeit, Stärke und Erkenntnis. Sie helfen dem Menschen, sich im richtigen Verhältnis zu Gott und zum Nächsten zu sehen und sind somit der Nährboden, auf dem in demjenigen, der den Heiligen Geist empfangen hat, die Früchte des Heiligen Geistes wachsen können. Diese sind Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Treue, Sanftmut, [Bescheidenheit,] Enthaltsamkeit [Keuschheit] (Galater 5,23 in der Übersetzung von Dr. Konstantin Rösch O.M.Cap.).
Sind die Früchte des Heiligen Geistes einmal gereift, so kann man sie ernten. Aber nicht, um sie für sich zu behalten, sondern um sie weiterzugeben in den Werken der Barmherzigkeit. Von diesen gibt es die sieben Geistlichen (die Unwissenden lehren, die Zweifelnden beraten, die Trauernden trösten, die Sünder zurechtweisen, den Beleidigern gern verzeihen, die Lästigen geduldig ertragen, für die Lebenden und Verstorbenen beten) und die sieben Leiblichen (Hungrige speisen, Obdachlose beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke besuchen, Gefangene besuchen, Tote begraben, Almosen geben).
Die Werke der Barmherzigkeit sind Gaben des Menschen an den Menschen. Und somit sehen wir eine Kette, an deren Beginn der Heilige Geist steht, welcher nicht nur selbst Gabe ist, sondern auch zum Geben befähigt in den Werken der Barmherzigkeit.
Weil der Heilige Geist aber eine Gabe ist, müssen wir um ihn bitten. Und natürlich tun wir dies am besten im treuen und beständigen Gebet, so daß wir nicht nur das Geschenk empfangen, sondern auch selbst zum Geschenk werden.
Abonnieren
Posts (Atom)