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Dienstag, 2. April 2019

"Wir haben es satt!"

chreien Marie-Theres Beeler, Angela Büchel Sladkovic, Nico Derksen, Monika Hungerbühler, Jacqueline Keune, Elke Kreiselmeyer und Felix Senn als Unterzeichner einer ebenso betitelten Liste von "Konkretisierungen anlässlich des Gesprächs der unterzeichnenden TheologInnen mit Bischof Felix Gmür und Generalvikar Markus Thürig von Mitte Juni 2019".

Stattfinden soll dieses Gespräch "auf Wunsch der Eingeladenen ausserhalb des Ordinariats im Kapuzinerinnenkloster Namen Jesu, einem Frauenort, der Offenheit und Weite atmet". Diese Einleitung sorgt dafür, daß die Konkretisierungen außerhalb meines Toleranzbereiches stattfinden, welcher leider nur ein Alterweißermännerort ist, der in Verschlossenheit und Enge erstickt.

Scherz beiseite. In Wirklichkeit ist es so, daß das Schreiben mich seit fast einem Jahr Abstinenz ausgerechnet in der Fastenzeit mal wieder hinter dem Ofen hervorholt, um einen weiteren Rant abzusetzen. Zarte Gemüter mögen mir den Ausbruch verzeihen und sich mit dem Wissen trösten, daß ihnen dank meiner unterdrückten Tobereien der vergangenen elf Monate sehr viel Empörung, vielleicht gar Riechsalzgebrauch erspart geblieben ist.

Vieles ließe sich über dieses Dokument sagen. Ich will weniger auf die einzelnen Punkte eingehen, die sich manchmal ungeschminkt gegen die kirchliche Lehre richten ("... dass nicht nur keine und keiner vom Tisch Jesu ausgeschlossen wird, sondern explizit alle eingeladen werden), manchmal das in trotzigem Stolz ausgeübte Beschreiten eigener Wege als Gewissensentscheidung verkaufen ("... dass sie nicht nur auf weltkirchliche Antworten warten, sondern – ungeachtet römischer Direktiven ihrem Gewissen folgend – persönlich Verantwortung übernehmen und regionale Lösungen umsetzen") und manchmal in ihrer Dreistigkeit unfaßbar dämlich sind ("... dass sie [die angeschriebenen Bischöfe] keine Männer mehr zu Diakonen und Priestern weihen, bis der Zugang zu diesen Ämtern auch Frauen offensteht").

Ich möchte lieber einmal ganz allgemein darauf aufmerksam machen, daß einerseits aus der Ecke der Unterzeichner immer und immer wieder der "Klerikalismus™" angeprangert wird, es aber andererseits innerhalb der Kirche keine Gruppe gibt, die so sehr auf den Klerus fixiert ist, wie die von unten kirchenden Los-von-Rom Volksbegehrer. Wenn ich diese Konkretisierungen oder vergleichbare Dokumente lese, dann scheint es mir manchmal, als beschäftigten die Worte und Handlungen der Priester die Verfasser nicht nur den lieben, langen Tag, sondern als folgten sie ihnen gar bis in ihre Träume.

Wenn ich als Gemeindepriester an den vollkommen entspannten Augenhöhen-Umgang denke, den meine Schäfchen mit mir pflegen, und wenn ich mir die Selbstverständlichkeit vor Augen rufe, mit der die Ministranten, Lektoren, Musiker und Kantoren ihre Dienste ausüben, dann drängt sich mir dann schon die Frage auf, wer es denn eigentlich ist, der den Klerus auf ein so hohes Piedestal stellt.

Und das ist dann auch der fiese Trick dieser Leute. Denn natürlich gibt es den Klerikalismus auch in kirchlich konservativen Kreisen. Dort tritt er aber meiner Erfahrung nach in der Form auf, daß Laien den Priester auf den Sockel heben (wollen) und der Priester ihnen charmant-bestimmt zu verstehen gibt, daß er sich dort oben viel zu wichtig vorkäme.

Die von den Nörgelprogressisten auf das Piedestal gehievten Priester können aufgrund der Natur der ausgesprochenen Forderungen von dort oben leider nicht runterklettern, denn das würde bedeuten, daß sie nicht das Bild, welches die Laien sich von ihnen machen (wollen) zurechtrücken, sondern daß sie ihre priesterliche Identität leugnen. So können also die Verfasser der Konkretisierungen und ihre Vormacher, Nachmacher, Mitmacher und Jubelalraunen über eine kunstvoll erschwindelte Erhöhung die Nase rümpfen, wohl wissend, daß sie - wenn sie schon nicht den Sieg davontragen werden - ihre selbstgedrechselte Existenzberechtigung (nämlich das Fordern, Jammern und Anprangern) nie verlieren werden.

Hinzu kommt für mich persönlich der Zweifel, daß es in der herbeigesehnten "herrschaftsfreien Anderskirche" (kein Scheiß!) tatsächlich so herrschaftsfrei und machtentsagend zugehen wird. Dafür schwingt im Stil dieses Dokuments für meinen Geschmack einfach viel zu viel Glaube an die eigene Unfehlbarkeit mit.

Dienstag, 8. Mai 2018

Abriss

ein. Ich will nicht versuchen, das Internet in heillose Verwirrung zu stürzen, indem ich in seit langem unerhörter Weise an zwei Tagen zwei Beiträge absetze. Ich muß nur aus vielen gegebenen Anlässen mal eben ranten.

[HINWEIS: Wie alle Rants ist auch dieser sicherlich an der einen oder anderen Stelle nicht wasserdicht. Aber wie bei allen Rants ist auch bei diesem Text die vornehmste und erste Aufgabe, den Druck auf das Gemüt der Verfassers zu erleichtern]

Wir sind ja in der Kirche seit einigen Jahren in diese heiße Phase eingetreten, in der wir die Ernte einfahren von einer Elterngeneration, die null und nichts über den Glauben weiß (wissen will), in dem sie einst getauft wurde. Klar, daß man dann von Kindern nichts erwarten darf, die von ihrer Mama mit folgender Information in die Erstkommunion-Vorbereitung geschickt werden: "Die Hostie ist nur ein Keks".

Aber Erstkommunion bitte trotzdem und unbedingt, weil halt irgendwie nett und Tradition und so.

Natürlich: Als Priester ist es nicht nur meine Aufgabe sondern auch meine Pflicht, da etwas entgegenzusetzen. Und das tue ich während der Stunden, die ich mit den Kleinen verbringe selbstverständlich auch. Die haben, wenn sie zum ersten Mal den Leib Christi empfangen, aus meinem Munde mehr als einmal gehört, was so eine Hostie wirklich ist. Und sie haben es auch irgendwie kapiert. Das erkenne ich an dem kindlich-feierlichen Ernst, mit dem sie die Hostie entgegennehmen und sich in den Mund stecken (wenn sie sich die Hostie nicht von mir direkt auf die Zunge legen lassen, was auch vorkommt, da ich ihnen natürlich beide Empfangsalternativen beibringe). Das Problem ist, daß ich im gesamten Alltag und Leben der EK-Kinder nur als kurzer Blitz vorkomme, der im Idealfall auch mal die Eltern kurz aus dem Halbdunkel ihres Couch- und Koma-Christentums aufschreckt, bevor alles wieder ermattet die Hintern in die vorgeformten Polsterkuhlen fallen läßt. Von diesem Zeitpukt an gehören die Kinder dann wieder den Eltern und deren Nicht-Interesse an allem, was Christus, Kirche und Glaube ist.

Mein jährlicher Stimmungsverlauf im Zusammenhang mit der Erstkommunion und der Vorbereitung darauf ist dieser: Anfangs blankes Entsetzen wegen der totalen Ahnungslosigkeit fast aller (95%, schätze ich mal) Kinder: Kreuzzeichen? Wie geht'n das? Vaterunser? Ist das 'ne Band? Jesus? Ich glaube, den haben wir in Reli mal gemalt und besungen! Während der EK-Vorbereitung keimt dann Hoffnung auf, weil es offensichtlich ist, daß die Kleinen durchaus Interesse haben und neugierig sind. Nach der Erstkommunion dann milde Resignation, weil alles, was aufgebaut wurde, in relativ kurzer Zeit wieder eingerissen wird.

Eine verschwindend geringe Zahl von Erstkommunion-Empfängern sehe ich in den darauffolgenden Wochen ein- oder zweimal in der Sonntags-Messe, bis Papa und Mama dann irgendwann meinen, daß es nun aber auch genug ist mit dem gezeigten guten Willen. Es geschieht sogar, daß Kinder, die bei mir zur Erstkommunion gegangen sind, plötzlich sonntags in der Sakristei auftauchen und ministrieren möchten. Bombe! Aber: Wenn sie dann plötzlich nicht mehr kommen und ich sie zufällig auf der Straße treffe und anspreche, dann heißt es: "Meine Eltern wollen das nicht".

Es gibt keinen Nährboden mehr. Es kann nichts mehr wachsen.

Wie verhindern wir das totale Abreißen der Überlieferung unseres Glaubens? Wahrscheinlich bleibt letztlich nur das persönliche Zeugnis und die Standhaftigkeit. Ich habe mehr und mehr das Gefühl, daß die Priester nur noch für diejenigen da sind (wegen der Mehrfachbelastung in diesen Zeiten oft auch nur noch da sein können), die ohnehin noch - aus welchen Gründen auch immer - mit an Bord sind. Die Kirche aber, das sind wir alle. Somit sind wir alle aufgerufen, den Glauben unverfälscht und unverdünnt zu vermitteln. Nicht mit diesem "Ich bin nicht hier, um Freunde zu machen und populär zu sein, sondern um Euch getauften Heiden die Wahrheit zu verkünden!"-Opferstolz. Sondern mit der einzigen Einstellung, in der die oft bemühte und oft begähnte "Augenhöhe" wirklich einmal Sinn ergibt: Von Sünder zu Sünder.

Natürlich wird im öffentlichen Diskurs bei vielen Gelegenheiten gerne der Begriff der "Barmherzigkeit" bemüht. Aber dieses Prinzip der Barmherzigkeit kann ja erst dort Früchte tregen, wo es innerhalb des Koordinatensystems der Gebote unseres Herrn und der Lehre der Kirche angewendet wird.

Wird durch eine pussyfizierte, zuckerwattige Beliebigkeit in Glaubens- und Praxis-Fragen die Schar der Schäfchen anwachsen? I don't think so. Wer die Kirche und mit ihr den von Christus über die Apostel und die Väter auf uns gekommenen Glauben retten möchte, der muß mit dafür Sorge tragen, daß die Wahrheiten und Realitäten dieses Glaubens unverdünnt und unerschüttert hinabfließen auf die dürstende Masse. Es gibt nur eine "Lebensrealität", in der die Menschen "abgeholt werden müssen". Und diese lautet:

Wir alle sind Sünder, doch keiner von uns ist verloren. Hier sind Christi Gebote, für alle bewahrt und weitergereicht durch die Kirche in ihrer Lehre. Halten wir uns daran. Sonst gehen wir zugrunde.

Samstag, 21. Mai 2016

"Liebe Christen!

ir möchten sicherlich nicht den Eindruck erwecken, als hießen wir Gewalt gegen Euch gut. Aber wenn Ihr vor Ausgrenzung, Unterdrückung, Verfolgung und Gewalt flieht, dann glaubt bitte nicht, daß Deutschland für Euch eine Lösung darstellt."

Die katholischen Laien Deutschlands warnen vor einer nach Glauben getrennten Unterbringung in Flüchtlingsheimen:
    Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) lehnt eine getrennte Unterbringung von christlichen und muslimischen Flüchtlingen entschieden ab. Der Präsident der katholischen Laienvertretung, Thomas Sternberg, warnte im Gespräch mit der "Welt" vor einem "verheerenden Signal", das damit verbunden wäre. Sternberg argumentiert, wenn man Flüchtlinge hierzulande "nach Religion getrennt unterbrächte, würde man dem Eindruck Vorschub leisten, wir seien nicht fähig zur friedlichen Koexistenz". Man dürfe nicht "den Irrglauben schüren, dass Christen und Muslime nicht gut zusammenleben könnten".
Sprich: Die Erzählung von Friede, Freude und Eierkuchen muß aufrecht erhalten werden, und dafür lassen wir es auch gerne zu, daß in Flüchtlingsunterkünften weiterhin Christen von Muslimen ausgegrenzt, bedroht und verletzt werden. Denn das sendet sicherlich kein verheerendes Signal.

Massiv alimentierte Sesselpupser-Katholiken, die aus der Deckung ihres Blümchenpflücker-Vereinshauses solche Empfehlungen in die Welt setzen, haben sehr viel kalkulierte und kalte politische Korrektheit zu bieten, aber nur sehr wenig intuitive und umfassende Nächstenliebe.

Freitag, 29. April 2016

Wenn 23 Bier kaum ausreichen...

ch empfinde in den letzten Monaten immer weniger und immer seltener die Lust, mich zu kirchlichen und/oder politischen Angelegenheiten zu äußern, weil mir das Klima da draußen schlicht zu krass geworden ist. In erster Linie liegt das wohl daran, daß nicht nur in Foren und Kommentarbereichen, sondern sogar in "großen" Tages- und Wochenzeitungen mittlerweile nicht mehr entsprechend den Anforderungen der Logik geschrieben - geschweige denn argumentiert - wird (was alleine schon genug ist, mich schreiend durch die Türe zu jagen). In den Foren und Kommentarbereichen kommt dann noch hinzu, daß der Umgangston zu gossig, die Haut zu dünn und der Ruf nach Zensur bzw Inquisition zu häufig ist.

Jetzt hat man es aber mit vereinten Kräften dann doch fertig gebracht, mich mal wieder hinterm Ofen hervorzuholen. Die Geschichte geht so: Nach der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl in Österreich lag der FPÖ-Mann Norbert Hofer mit 35,1% der Stimmen auf Platz 1, gefolgt vom Grünen Alexander Van der Bellen mit 21,3%.

Eva Trimmel, Wirtin des Wiener Lokals "Fett und Zucker" ("... feministisch und queer und so bleibt es auch") stellte daraufhin ein Schild vor die Türe ihres Etablissements mit der Aufschrift: "Wenn du bei diesen 35 % dabei bist, geh doch BITTE einfach weiter. DANKE #rightwingnotwelcome".

Selbstverständlich völlig unerwartet (das hashtag-Zeichen war schließlich ein eindeutiger Hinweis, daß man es hier nicht mit dem Wunsch nach großer Öffentlichkeit zu tun hatte...) erfolgte auf diesen Akt der Ausgrenzung öffentlich demonstrierter Seelenreinheit und politischer Unverdächtigkeit ein Shitstorm, welcher immerhin den Vorteil mit sich brachte, daß die Auslöserin noch gewaltiger auf die selbstdramatisierende Tube drücken konnte ("Fürchte um mein Leben...").

Jetzt soll sie angeblich auch noch Angst um ihre Freiheit haben, denn die FPÖ - der linksqueerfeministisch-antifaschistischen Szene in pucto Fettnäpfchenfindpotential kaum einmal wirklich hinterherhinkend - ist nun auf die spitzenmäßige Idee gekommen, Anzeige zu erstatten wegen... aufgepaßt!... "...des Verdachts auf Verletzung der Menschenwürde und Verächtlichmachung bzw. Herabsetzung einer Wählergruppe aufgrund ihrer Weltanschauung".

Ach Gottchen! Sind das die tapferen Kämpfer, die das Abendland ("Daham statt Islam") retten wollen? Rennen schon zu Mami, wenn irgendwo das menschgewordene Äquivalent eines umfallenden Sacks chinesischen Reises eine Tafel beschreibt?

Werdet endlich erwachsen, alle miteinander!

Dienstag, 26. April 2016

Leer

ch habe eben auf facebook wieder einmal die Ikone der koptischen Märtyrer gesehen. Und während ich das Bild betrachtete fiel mir zum ersten Mal auf, daß das Martyrium der 21 Männer nicht nur etwas über ihren Glauben aussagt, sondern auch etwas über die Sinnlosigkeit all der schrecklichen Handlungen der IS-Terroristen.

Man stelle sich das wirklich einmal vor: Da toben irgendwelche dahergelaufenen Identitäts-Sucher hysterisch herum, fuchteln mit Maschinengewehren, schmeißen gürtelbombend ihr Leben weg, reißen andere Menschen mit in den Tod, kreuzigen, erschießen und schneiden Kehlen durch und berufen sich dabei auf einen Gott, zu welchem sie ihre Opfer nur zu gerne bekehrt hätten. Kann man sich etwas Mickrigeres und Erbärmlicheres vorstellen, als die Demaskierung dieser Wichte, die in lebensleerer, seelendunkler, tränenvoller Verzweiflung alles so kaputt, sinnlos und vertiert haben wollen, wie sie selbst es sind? Die wütend am Glauben ihrer Opfer kratzen und rütteln und doch nichts weiter zu hören bekommen als "Mein Herr Jesus Christus"?

Und selbst wenn ein schwacher Getaufter seinen Glauben leugnen sollte und sich zu Mohammed bekehrt: Womit wollen die IS-Terroristen sich denn brüsten? "Hohoho... Guck mal! Der ist jetzt Moslem, weil wir ihm ein Messer an die Kehle gehalten haben...". Wie klingt das denn im Vergleich zu einem Ex-Moslem, der sagt: "Ich bin jetzt Christ, weil ich gesehen habe, wie die Christen sich in meinem Land um alle Menschen kümmern, nicht nur um ihre Brüder und Schwestern im Glauben"?

In diesen Tagen habe ich oft den Verdacht, daß es sich bei bestimmten gewaltsamen Aktionen eigentlich eher um Reaktionen handelt, um eine Art letztes Aufbäumen in einem Todeskampf, dessen Sinnlosigkeit zwar erkannt aber nicht akzeptiert wurde. Je düsterer die Aussichten, desto heftiger die Gewalt. Wenn man schon sonst nichts hat, dann muß man eben mit Gewehren, Säbeln und Bomben bekehren, damit der alte Spruch gilt: "Unser Gott ist exakt nur so groß, wie unsere Waffen ihn machen".

Freitag, 22. Januar 2016

Nö...

m IDEA-Magazin ist zu lesen
    Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I. (Moskau), gibt der Verweltlichung im Westen eine Mitverantwortung dafür, dass die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) entstehen konnte. Der IS erschaffe eine Zivilisation, „die neu ist im Vergleich zu der etablierten, die gottlos ist, verweltlicht und in ihrer Verweltlichung sogar radikal“, zitiert die Zeitung „The Independent“ (London) Äußerungen des Kirchenführers. ... Während Paraden sexueller Minderheiten nicht nur gestattet seien, sondern auch noch Unterstützung fänden, würden etwa Demonstrationen von einer Million Christen in Frankreich für die traditionelle Familie und gegen die Homo-Ehe von der Polizei aufgelöst.
Daß der Westen am der Entstehung und auch der Erstarkung des IS nicht ganz unschuldig ist, pfeifen ja eh schon lange die Spatzen von den Dächern. Da will ich auch gar nicht widersprechen.

Aber die Begründung des Patriarchen finde ich gewagt. Der IS erschafft also eine Zivilisation, die neu ist im Vergleich zu der etablierten, die gottlos und verweltlicht ist? Was ist denn bitteschön am IS NICHT gottlos und verweltlicht? Soll all das Morden, Vergewaltigen, Erpressen, Zerstören, Vertreiben, Unterdrücken, sollen all die Aktivitäten des IS jetzt also die gebenedeite Alternative darstellen für all jene, die mit dem gar schröcklich entgotteten Westen mit seinem pfuien Sex und seiner entarteten Religionsfreiheit irgendwie unzufrieden sind?

Humbug.

Natürlich ist der Westen gottlos und verweltlicht.

Aber die Leute gehen doch nicht zum IS, weil sie so mega-spirituell sind und dringend eine authentische Gotteserfahrung brauchen. Die Leute gehen doch nicht zum IS, weil sie dort keine Paraden gewagt gekleideter Gays ertragen müssen. Die Leute gehen doch nicht zu IS, weil sie endlich der Hölle auf Erden entfliehen wollen.

Die Leute gehen zum IS, weil irgendwelche machtgeilen Manipulatoren unbedeutenden Verlierern ein Ziel und eine Gemeinschaft geben und sie so in Kanonenfutter für ihre Gewaltorgien und Weltherrschaftsphantasien umwandeln. Wenn ein streng dreinblickender, bärtiger Herr mit ernster Stimme verkündet, daß das schon alles okay ist so, weil es schließlich Gottes Zustimmung findet, dann werden aus schüchternen Pickelmännchen blitzschnell dauergeile Wüstenrambos. Und da selbst in den Hirnen tumber Illiteraten offenbar immer noch Platz ist für eine "Aber im Koran steht/Aber Allah will..."-Monokultur, läßt sich jede noch so abartige Tat im Handumdrehen rechtfertigen.

Aber nur weil Allah drauf steht, erzähle man mir nicht, hier ginge es um geistliche Erfahrung, um spirituelle Sehnsucht oder gar um das Gegenteil von Gottlosigkeit und Verweltlichung. Hier geht es schlicht und einfach um eine simple Ausrede, ein nutzloses Schmarotzerdasein noch mit etwas Recht des Stärkeren würzen zu können, um sich all jene Träume zu erfüllen, die damals, in der ach so gottlosen Zivilisation des Westens, leider meilenweit entfernt waren, weil es dort gewisse Grundvoraussetzungen gab und gibt.

Und jetzt kommt mir nicht mit den Armen, den zu kurz Gekommenen, den Chancenlosen, den Mißverstandenen und all den anderen Variationen des offiziellen Verstehertums. Wer Energie genug hat, in ein fernes Land zu reisen, um dort zu morden und zu zerstören, der hat auch genug Energie, um in dem Land, in dem er sich befindet, an etwas Gutem mitzuwirken, ja vielleicht sogar etwas Gutes anzustoßen und ins Rollen zu bringen.

Es ist eine Frage der Wahl. Wer beim IS mitstinkt, der hat die falsche Wahl getroffen und braucht sich über kein noch so hartes Urteil zu beschweren.

Donnerstag, 7. Januar 2016

Köln...

ür Köln und Hamburg und Stuttgart und alle vergleichbaren Situationen gilt: Nur Idioten gehen hin und sagen "Aha! Und so sind sie alle, die männlichen Ausländer, Flüchtlinge und Moslems!"

Ich will damit nicht sagen, daß es keine Idioten gibt. Ich will damit auch nicht sagen, daß man diesen Idioten nicht beibringen muß, wie die Welt tatsächlich funktioniert. Aber muß man sich die Arbeitseinteilung wirklich so sehr von diesen Idioten diktieren lassen, daß man zuerst bei ihnen am Tisch steht und das von ihnen bestellte Menü aus Beschwichtigung und Mahnung bringt, wenn einen Tisch weiter begrapschte und quasi vergewaltigte Frauen im Schockzustand sitzen und zwei Tische weiter heitere Täter die Tatsache feiern, daß sie aus der Überforderung bzw Unterbesetzung der Polizei Kapital schlagen konnten?

Für den Augenblick hätte ich gerne nur Antworten auf zwei Fragen: Wie kann man verhindern, daß sich solche Vorfälle künftig wiederholen? Und wie sicher kann ich sein, daß entsprechende Maßnahmen auch umgesetzt werden?

Ich befürchte aber, daß ein Teil dieser Antworten die Bevölkerung um circa eine Armlänge verunsichern würde.

Samstag, 28. November 2015

Pünktlich zum Advent...

Es gab in den vergangenen Wochen unzählige Ereignisse, zu denen ich mich in der Vergangenheit normalerweise zu Wort gemeldet hätte.

Manchmal habe ich mich zu diesen Ereignissen dann auch tatsächlich geäußert. Häufiger habe ich es gelassen.

Warum? Weil mir das Internet mittlerweile oft viel zu schnell ist.

Beispiel Terror in Paris: Abgesehen von der Tatsache, daß mir anfangs sowieso erst einmal die Worte fehlten, war ich dann nach einer gewissen Verdauungszeit auch nicht mehr willens, in den Chor noch einzusteigen. Alle wußten sowieso sofort alles, und es braucht keinen Sheldon Cooper, um zu erahnen, daß die aus qualmenden Tastaturen ins Internet geschossenen Urteile sich stets brav widersprachen: "Schuld ist der Islam!" - "Der Islam ist unschuldig!" - "Noch mehr Einwanderung bedeutet noch mehr Terrorgefahr!" - "Einwanderungszahlen haben mit dem Terror null zu tun!" - "Die werden doch nur zu Terroristen, weil sie keine Perspektiven haben und sich nicht willkommen fühlen!" - "Die kriegen eh schon den roten Teppich ausgerollt, aber die wollen sich einfach nicht integrieren, sondern hier ihre Nummer abziehen!" - "Wir werden alle sterben, weil der Terror wächst!" - "Alles ist cool, weil der Terror nur zeigt, wie verzweifelt und am Ende die Islamisten mittlerweile sind!" undsoweiter...

Man bedenke auch dies: Der Zyklus von "Ich schmücke mein facebook-Profilbild mit einer transparenten Frankreich-Flagge, um Mitgefühl zu zeigen" über "Haha! Da glauben Leute, daß man durch die Veränderung des facebook-Profilbildes den Terror bekämpfen kann" und "Wer bei den Anschlägen in X nicht trauerte, braucht jetzt auch nicht heuchlerisch einen auf 'Je suis' zu machen" bis hin zu "Hört doch auf mit dem ätzenden Grief-Shaming!" war - glaube ich - in 48 Stunden durch.

Beispiel Terror durch die Antifa: Man kann ja gar nicht so schnell screenshooten, wie peinliche - weil kritische - Kommentare auf einschlägigen linksextremen Seiten wieder verschwinden und stattdessen die nächste Drohwelle auf (unter anderem) die katholischen Blogger zurollt. Und was soll man - außer einem extrem angepissen Rant - schon noch groß zu dem Thema schreiben? Wenn irgendwer 'ne Idee hat, wie man diese weltfremden Frustfürsten mit ihrem Richterkomplex auch nur ansatzweise auf einer Ebene erreichen kann, auf der Brandsätze, Springmesser, Zwillen, Pflastersteine und in bedrohliche, große Worte gepackte kleine Gedanken erst einmal kein Thema sind: Gerne.

Beispiel Rußland/Türkei: Klaro waren entweder alle oder keiner Schuld. Und es ist ja auch völlig neu, daß Herrscher (plus jeweiliger Clique) lieber Mal bezüglich eines oder mehrerer Menschenleben Fünfe grade sein lassen, und ihren Auftrag als "Alle kacke außer Ich (und vielleicht noch ein paar Speichellecker)!" mißverstehen. Da muß ich dringend auch noch meinen Senf zu geben.

Aber jetzt habe ich dann gestern doch noch etwas gesehen, welches genug "Blut wird in den Adern zu Eis"-Potential besitzt, um es hier mal kurz anzusprechen: Die Rede ist von der totalen Zombifizierung der USofA am sogenannten "Black Friday".

Der traditionelle Beginn der Weihnachts-Einkaufssaison lockt Konsumenten mit abgrundtiefen Super-Sonder-Angeboten schon donnerstags vor die geschlossenen Ladentüren, damit jeder nur ganz weit vorne steht und somit zu den Ersten gehört, die sich von Geld, welches sie meistens gar nicht haben, Dinge kaufen, die sie in der Regel gar nicht brauchen, um Schulden anzuhäufen, die sie lieber gar nicht hätten. Wäre das Ganze nun ein gesitteter Vorgang, während welchem jeder sich ganz individuell in den Ruin stürzt, weil er eben doch den Bildschirm mit 5 cm mehr Durchmesser oder den Gemüsedämpfer für 50% weniger braucht, dann könnte man vielleicht noch mit der Schulter zucken. Aber die ganze Aktion ist leider ein gnadenloser Beutezug egoistischer Shopping-Mall-Gladiatoren, die bei Ladenöffnung mit solcher Bestimmtheit auf die ihnen ohne jeden Zweifel bereits gehörenden Waren zuhechten, daß dabei auch mal jemand hinfällt und überrannt wird. Und wehe demjenigen, der von einem begehrten und spottbillig angebotenen Produkt das letzte erwischt, aber sich von leer ausgegangenen Hyänen und Wölfen umstellt sieht. Mad Max käme da kaum unversehrt raus.

Die Pointe ist natürlich, daß diese Produkte in der Regel gar nicht so preiswert sind, wie es scheint, weil viele Unternehmen in den Wochen vor dem Black Friday ihre Preise stetig leicht anheben, um sie dann fallen zu lassen, weil nur für diesen Tag produzierte Abklatschware verhökert wird und weil die Ausgangspreise in Wirklichkeit nie so hoch waren, wie auf den Schildern angegeben, sondern einfach nur unverschämt hohe "unverbindliche Preisempfehlungen" sind.

Es gibt wahrscheinlich viele verschiedene Situationen, in denen einem Menschen ein Gedanke durch den Kopf schießen kann wie "Wir sind echt am Arsch!"

Als ich gestern in diversen Videos die Heerscharen untoter, wie ferngesteuert wirkender Konsum-Zombies sah, die sich gegenseitig Elektronik-Ramsch aus den Händen rissen, sich rauften, auf Sicherheitsleute und Cops losgingen, Läden in Schutt und Asche legten und Kinder noch lieber in die Schlacht schickten, als sich bergend über sie zu werfen, da war ich mir für einen ganz kurzen Augenblick nicht mehr sicher, ob ich mich, wenn's mal irgendwo eine universumweite 80er-Indie-Rock-Party geben sollte, dort wirklich als Mensch outen möchte.

"Hallo! Ich bin Xlotli. Vom Planeten Slogga. Ich bin ein Multide!"

"Äh... ja... Hi! Ich bin Ich. Vom Planeten Klosterneuburg. Ich bin ein Alipius!"

"Angenehm!"

"Ebenfalls!"

Donnerstag, 5. November 2015

Minus mal minus ergibt zwar plus, ...

... aber dämlich mal dämlich macht deswegen leider noch lange nicht schlau.

Die Rheinische Post berichtet:
    Rüdiger Sagel, der Vorsitzende der Linkspartei in NRW, hatte sich dafür ausgesprochen, die Sankt-Martin-Feier in "Sonne-Mond-und Sternefest" umzubenennen. Kindertagesstätten sollten muslimischen Kindern den christlichen Glauben nicht aufdrängen, erklärte Sagel.
Ansinnen: Dämlich

Begründung: Saudämlich

Ich muß immer so lachen, über PEGIDA-Mitläufer, die sich gegen eine Abschaffung des Abendlandes aussprechen und dabei auf die Muslime schielen. Mit solchen Politikern brauchen wir für diese befürchtete Abschaffung allerdings wirklich keine Muslime.

Ich muß übrigens auch lachen über Politiker, die sich immer fürchterlich aufgeklärt vorkommen und mit ihren spinnerten Ideen doch immer wieder nur beweisen, daß das Wort unseres Herrn Jesus Christus auch nach zweitausend Jahren immer noch die gefährlichste Sache der Welt ist.

Mittwoch, 4. November 2015

Erbärmlich...

Ich will jetzt gar nicht grundsätzlich werden, so von wegen "rechte Gewalt" und "linke Gewalt" ("... ganze Härte des Rechtsstaates zu spüren bekommen" oder "Müssen uns mit Härte des Rechtsstaates wehren", irgendwer?).

Aber die Gewaltbereitschaft wohlstandsverwahrloster Bildungsverweigerer, die ihre körperliche und geistige Blöße mit Antifa-Artikeln und -Parolen bedecken, die geht mir aktuell so dermaßen auf den Wecker, daß ich besser jetzt als zu spät Dampf ablasse.

In Berlin werden Fenster und Türe einer Apotheke, deren Betreiber sich für den Lebensschutz einsetzt, mit Farbe beschmiert. In Magdeburg wird ein Brandanschlag auf ein Firmengebäude von Josef v. Beverfoerde verübt, dessen Frau Hedwig v. Beverfoerde sich bei der "Demo für alle" engagiert. Und jetzt bekommt auch noch mein geschätzter Blogger-Kollege Josef Bordat massive Drohungen per E-Mail zugeschickt. Von der ganzen verbalen, psychischen und auch physischen Gewalt, den die Teilnehmer von Demonstrationen für das Leben oder gegen Genderwahn regelmäßig zu spüren bekommen, ganz zu schweigen.

Und wer zeigt sich für all diese Anschläge, die Gewalt und die Drohungen verantwortlich? Genau diese Leute, die unter bestimmten Umständen nicht laut und betroffen genug "Kein Mensch ist illegal!" in die Mikrophone und Kameras schluchzen können.

Neeeeee... Is' klaaaaaar jetzt!

"Kein Mensch ist illegal! Aber wer von diesen Legalen seine Stimme erheben oder seine Meinung äußern darf, das bestimmen immer noch wir!"

Das Hoffen auf die Einschüchterung Andersdenkender durch Gewalt und Drohung ist wahrscheinlich die kleinste Menge Macht, von der ich je gesehen habe, daß sie Menschen zu Kopfe gestiegen ist und dort irreparable Schäden angerichtet hat.

Ganz ehrlich, wer sich ständig gegen Gewalt ausspricht und sich für Toleranz einsetzt und dann durch erschreckend rücksichtslose Taten offenbart, daß er nur die Gewalt aus einer bestimmten Richtung und nur die Toleranz gegenüber bestimmten Gruppen meint, dem kann ich nicht einmal mehr raten, sich zu schämen, weil ich annehmen muß, daß in einem Kopf, der mit dieser Art von Widerspruch leben kann, ohne zu explodieren, "Scham" soviel bedeutet wie "Stolz".

Nee, liebe Antifanten, mit diesen Nummern beweist Ihr lediglich eines: Es ist einfach reiner Zufall, ob eine bestimmte Sorte Mensch nun bei den Faschos, beim IS oder bei der Antifa landet.