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Dienstag, 9. Februar 2016

Hunde sind immer noch menschlicher als Föten!

ARAL, die "politische Vereinigung in den Vereinigten Staaten, deren Hauptziel ein freierer Zugang zu Abtreibungseingriffen und die Aufwertung der Entscheidungskompetenzen von schwangeren Frauen und Mädchen sind (Pro-Choice)", hat arge Schmerzen. Denn beim fünfzigsten Superbowl gab es in der Werbepause einen Spot, der Unerhörtes tat: Er nahm menschliche Eigenschaften und sprach diese einem Fötus zu!


"Das muß man sich echt einmal vorstellen! Diese Lebensschützer schrecken auch wirklich vor keinem noch so miesen Trick zurück! Jetzt tun die schon so, als seien Föten menschlich! Dagegen muß man sich einfach wehren, denn... Hey! Schau mal! Ein Spot mit niedlichen Hunden! Totes adorbs!"


Der Schmerz ist beträchtlich, aber angesichts einer gewissen Abhärtung gegenüber brutalstmöglichen Argumentations- bzw. Rechtfertigungsfehlschlägen aus dem Pro-Choice-Lager nicht unerwartet.

Donnerstag, 6. August 2015

Öhm...

Barack Obama während einer Rede an die Young African Leaders Initiative:
    "But the truth of the matter is, is that if you’re treating people differently just because of who they love and who they are, then there’s a connection between that mindset and the mindset that led to racism, and the mindset that leads to ethnic conflict. It means that you’re not able to see somebody else as a human being."

Freitag, 31. Juli 2015

#ProTortureAndDeathPenalty (ButPleaseLeaveTheLionsAlone)

Weil dieser Hashtag etwas zu kompliziert und zu ehrlich ist, macht er seit einigen Tagen in der etwas geschmeidigeren Form #CecilTheLion auf facebook und twitter die Runde. Und mit "Er macht die Runde" meine ich: Der Hashtag verhält sich zum Internet wie die Buchstabennudeln zur Suppe in meinem Teller, nämlich Tausende zu ein paar Tropfen.

Na klar ist Walter Palmer nicht ganz dicht. Um sich das "Recht" zu erkaufen, "legal" einen Löwen abzuknallen, blättert er zuerst eine Geldsumme hin, von der ein Ölscheich sich einen juwelenbesetzten Elfenbein-Rückenkratzer hätte kaufen können. Dann geschieht irgendetwas, das ursprünglich möglicherweise so nicht vorgesehen war (der Löwe wird aus dem Schutzgebiet gelockt, mit Pfeil und Bogen angeschossen und bekommt dann nach 40 Stunden den Gnadenschuß verpaßt). Und jetzt ist Palmer der bestgehaßte Mann unserer Tage.

Na? Hat's sich gelohnt?

Grundsätzlich bekomme ich immer deftiges Ohrensausen, wenn ich im Internet Photos sehe von mittelalten, übergewichtigen, weißen Männern, die neben ihrem erlegten Groß- und Größtwild posen wie Howard Wolowitz neben einer Katalogbraut. Die haben erstens das mit der Verantwortung für die Schöpfung voll kapiert. Und zweitens frage ich mich immer, was die so machen, wenn sie mal nicht auf Jagd sind. Palmer ist Zahnarzt.

Ah... Okay... Gut...

Wenn sich so ein "Ich muß jetzt mal wieder 'was abknallen, bevor mein inneres Gleichgewicht gefährdet ist"-Typ mit Bohrer über mich beugt und sagt "Jetzt bitte gaaaaaaaaanz weit aufmachen und stillhalten", dann fühle ich mich doch gleich geborgen und entspannt.

Daß Palmer und seine Helfer in der Geschichte die Arschlöcher sind, muß man eigentlich niemandem unter Zuhilfenahme kleiner, handgemachter Zeichnungen verdeutlichen. Das drängt sich durch die bisher bekannte Sachlage und die Berichterstattung auf.

Dennoch gibt es im Internet eine nicht unerhebliche Zahl von Zeitgenossen, die der Urteilsfähigkeit ihrer Mitmenschen nicht wirklich trauen. Die aktivieren dann die Empörungssirene, deren Lautstärke über den kürzestmöglichen Zeitraum auf "Startet da eine Boeing, oder ist es ein Shitstorm?" anschwillt und dort erst einmal verharrt.

All aboard the Empörungs-Train sind dann nicht nur die entspannten Zeitgenossen mit sachlichen Kommentaren, sondern auch...

Moment... Falscher Anfang...

Nochmal: Neben den beiden entspannten Zeitgenossen mit sachlichen Kommentaren treten diejenigen auf, die ganz genau wissen, was Walter Palmer in diesem Moment seines Lebens wirklich braucht. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, daß die Vorschlägen jeden denkbaren, schnellen bis qualvollen Tod umfaßten und bei den angedachten Foltermethoden auch nicht grade unkreativ oder zimperlich waren.

Ich kann die Wut über den erlegten Löwen verstehen. Erstens ging es unfair zu und zweitens ist die Jagd etwas, das fränkischen Fürstbischöfen vorbehalten sein sollte.

Jedoch schießen sich die Cecil-Freunde sofort in den eigenen Fuß, wenn sie als Wiedergutmachung Blut und Tränen und Folter und Tod sehen wollen.

Gilt Eure Sorge der Gerechtigkeit? Dann unterstützt die strafrechtliche Verfolgung von Palmer, sofern sie in den Bereich des Machbaren rückt. Gilt Eure Sorge Eurer Positionierung auf der "Wieviel Aufschrei reinigt mich vom Verdacht, ein stillschweigender Jagdfreund zu sein?"-Skala? Dann erklärt auf facebook oder twitter Euer Entsetzen über die Tat. Gilt Eure Sorge dem Verschlafen eines Megatrends? Dann legt Euch ein Leben zu.

Gilt Eure Sorge dem Leben? Dann laßt Euren Unmut nicht in haßerfüllte Bequemlichkeit umschlagen.

Montag, 29. Juni 2015

Muß man sich mal vorstellen...

Deutschlandradio Kultur berichtet:
    Die Publizistin und Grünen-Mitbegründerin Jutta Ditfurth beobachtet einen wachsenden gesellschaftlichen Einfluss von Abtreibungsgegnern in Deutschland. Es gebe "sehr viele Frauen in diesem Land, die ungewollt schwanger sind und trotzdem das Kind austragen", sagte sie am Montag im Deutschlandradio Kultur.
Panik!

Entsetzen!

Riechsalz her!

Und dabei ist das nur die Spitze des Skandal-Eisbergs. Denn:
    Es gebe in Deutschland rund 20 Millionen Frauen im gebärfähigen Alter, aber nur 100.000 Abtreibungen im Jahr. Dies sei "eine auf verrückte Weise niedrige Zahl", so Ditfurth. Sie vermutet, "dass der moralische Druck, die Zwangsmaßnahmen, der Stress, den Abtreibungsgeber auf erfahrene Ärzte machen, immens groß ist".
Kann doch eigentlich gar nicht sein! Im Land mit der niedrigsten Geburtenrate der Welt gibt es "nur" 100.000 Abtreibungen pro Jahr? Da ist doch bestimmt noch ganz viel Platz nach oben. Fragt mal die andere supertolle Partei. Die haben schon Ideen, wie man gegen die religiösen "Fundamentalistinnen und Fundamentalisten" mit ihren "mittelalterlichen Parolen" angeht!

Da wird sich auch Jutta nicht zweimal bitten lassen, wenn es darum geht, der "rechtspopulistische[n] Bewegung" mit ihren "sexistischen Arschlöcher[n]" (also die Leute, die darum bitten, im Sexleben ein wenig Verantwortung zu zeigen, damit man später kein Leben beenden muß) die Zunge rauszustrecken.

Bißchen Antifa. Bißchen "Hätte Maria abgetrieben". Bißchen Rempeln und Spucken und Kreuze-Zertreten. Bißchen Verächtlich-Machen. Und dann nach Hause gehen und sich ganz toll fühlen, weil man die Welt wieder ein Stück besser gemacht hat.

Ist aber okay. Wir Arschlöcher kommen nächstes Mal trotzdem wieder.

Und einige bringen sogar ihre Kinder mit.

Dienstag, 12. Mai 2015

"Rape-Apologists"...

So dürfen sich in den USofA nun Leute nennen lassen, die darauf hinweisen, daß Vergewaltigungen natürlich und offensichtlich furchtbar sind, daß man dies aber von den Kindern, die durch eine Vergewaltigung gezeugt werden, nicht sagen kann.

Ein Apologet ist jemand, der eine (oft religiöse) Weltanschauung verteidigt oder rechtfertigt. Ein Rape-Apologist (also ein Vergewaltigungs-Apologet) ist demnach jemand, der Vergewaltigungen verteidigt oder rechtfertigt. Und um in der Vorstellung gewisser Zeitgenossen als ein Mensch zu gelten, der Vergewaltigungen verteidigt oder rechtfertigt, reicht es heutzutage offenbar, zu sagen "Natürlich sind Vergewaltigungen furchtbar", vorausgesetzt, es folgt der Hinweis darauf, daß Kinder, die durch eine Vergewaltigung gezeugt werden, dennoch gut und liebenswert und schön sein können und daß man sie deswegen nicht abtreiben sollte.

Der verlinkte Artikel lüftet den Vorhang, so daß wir Einblick erhalten in eine Welt, in der Abtreibung notwendigerweise richtig ist und in der daher anders lautende Meinungen mit wenig Inhalt und viel Häme und noch mehr Behauptungen abgetan werden können. Sinnerfassendes Lesen oder gar logisches Denken sind da schon lange keine Argumente mehr.

Der Republikaner Brian Kurcaba sagte laut verlinktem Artikel wörtlich: "Obviously rape is awful. What is beautiful is the child that could come from this" [Natürlich ist eine Vergewaltigung furchtbar. Was schön ist, ist das Kind, das daraus entstehen könnte]. Nun will ich gar nicht leugnen, daß man hier eine Einladung zur Vergewaltigung herauslesen kann ("Macht nix, weil Baby"), wenn das Parteibuch und/oder die Ideologie verlangen, daß man diese unbedingt herauslesen muß. Man braucht dazu aber drei Dinge: Eine blühende Phantasie, einen eisernen Willen und einen bedingungslosen Glauben an das Böse im Menschen.