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Dienstag, 25. April 2017

Jetzt, wo der Frühling da ist...

s gibt neue Musik! Und da der Frühling sich jetzt auch (zumindest in Klosterneuburg) wettermäßig bemerkbar macht, ist erst einmal Schluß mit den eher herbstlich-dunklen Klängen. Dafür gibt es mal wieder klimpernd hüpfendes, sphärisch hauchendes, schamlos poppiges Mittwipp-Ohrenfutter, bei dem sich (gefälligst) gleich mal gute Laune breitmacht. Das gibt mir auch die Gelegenheit, eine neue Cover-Gestaltung auszuprobieren. Das Stück heißt Umlaufbahn und ist mit seinen etwas über drei Minuten im Grunde so schnell wieder weg, wie es da war. Reinhören könnt Ihr hier.

Montag, 13. Februar 2017

Neue Musik

ch stecke momentan in einer zart-industrial Gespenster-Phase und koste das mit dem neuen Stück auch hemmungslos aus. Sorry für den Krach im Hintergrund, aber der gehört leider dazu. Dafür wird's am Ende wieder lieber, klimpriger, entspannter. Das Stück wollte, daß ich es "Abhöranlage in der Seelenfabrik" nenne. Von mir aus. Reinhören könnt Ihr hier.

Montag, 12. Dezember 2016

Die Rettung!

enn Ihr keine Lust mehr habt, beim Wort "Weihnachtshit" automatisch an Wham! oder Chris Rea oder Tom Petty denken zu müssen, dann könnt Ihr nun entspannt aufatmen und Euch zurücklehnen: Es gibt nun - je nachdem - eine Ersatzdroge bzw. ein Gegengift. Ich habe mir erlaubt, einen kleinen, albernen Weihnachtshit zu basteln, der sich immerhin rühmen darf, die geziemende Menge an Schellen, Glöckchen, Glühweinseligkeit und Mitsummabilität mitzubringen. Das Stück heißt (gewichtiger, als es sich eigentlich gehört) "(Niemals sah ich) Schnee auf Deinem Haar", und reinhören könnt Ihr wie üblich auf hier auf Soundcloud!

Montag, 17. Oktober 2016

Entspannung...

ieses Stück basiert auf einer Akkordfolge und einer Melodie, dich ich bereits vor fast 30 Jahren für die Band komponiert habe, in der ich damals Keyboard spielte. Es ist mittlerweile ein komplett anderes Teil geworden: Von solidem Rock zu schlagzeugloser Entspannung. Ich weiß immer noch nicht genau, ob und wie weit man seine eigenen Werke gern haben bzw loben darf, aber An Deinen Quellen, o Niemandsland gehört schon eher zu den Stücken, von denen ich ziemlich angetan bin. Reinhören könnt Ihr hier.

Samstag, 27. August 2016

When we were young...

ch habe in meinem Leben in genau zwei Bands gespielt, habe also schon mal doppelt so viel gemacht, wie ich mir mit 12 oder 13 Jahren (als ich zum ersten mal Depeche Mode gehört habe) ursprünglich vorgenommen hatte. Die erste Band war eine Synth-Pop-Combo aus Düsseldorf (1984-1987), mit der ich immerhin drei kurze Demos aufgenommen und ein anständiges und amtliches Konzert im Zakk gespielt habe. Die zweite Band war eine Indie-Rock-Band aus Freiburg i.Br. namens "The Sons". Ich habe da von 1987 bis 1989 Keyboard gespielt, aber die Band hat vorher schon und nachher auch noch ein wenig existiert. Wir haben damals eine handvoll Konzerte in Freiburg und Frankreich gespielt und haben auch zwei schicke Demos aufgenommen. Und wir hatten eine ausgedehnte Photo-Session, weil wir unsere Demos auch an ein paar Labels verschicken wollten und da natürlich nachdrücklich darauf hinweisen mußten, daß wir nicht nur coole Songs komponierten, sondern auch voll nach Teenie-Ohnmacht aussahen! Von genau dieser Photo-Session stammt dieses Bild. Das war eine hammergeile Zeit mit den Jungs! Danke für die Erinnerungen an (v.r.n.l.) Thomas (Schlagzeug), Roland (Gitarre), Wolfgang (Bass) und Achim (Gesang). Ganz links der blutjunge Herr Alipius, damals noch Claus.


P.S.: Ich habe dieses Bild mit diesem Text gestern auch schon auf facebook geteilt, aber da ist es - aus welche Grund auch immer - nur in meiner Timeline erschienen und nicht auf der allgemeinen Wall. Weil ich aber erstens das Bild zu cool finde und weil es zweitens streng genommen auch ein Geburtstagsgeschenk war, poste ich es jetzt nochmal hier auf dem Blog mit entsprechenden Hinweisen auf facebook, in der Hoffnung, daß dieses Mal nicht irgendwelche komischen Algorithmen die gar köstliche Information von geneigten Lesern und Hinguckern fernhalten.

Samstag, 18. Juni 2016

Re: Sommer, Wetter, Musik

as Wetter spielt ja in einigen Gegenden nicht so mit, wie man es sich im Sommer wünscht. Da springe ich mal hilfreich in die Bresche und veröffentliche meine persönliche Top-15-Sommerhit-Liste. Hierbei handelt es sich um Songs, die im Sommer sowieso funktionieren, die einem aber auch bei schlechtem Wetter ein Grinsen auf die Lippen zaubern können (inkl Links zum Reinhören).

1.) The Housemartins - Happy Hour

2.) Swing Out Sister - Breakout

3.) The Boo Radleys - Wake up Boo!

4.) Dodgy - Staying Out for the Summer

5.) Supergrass - Moving

6.) Cornershop - Brimful of Asha

7.) Marianne Mendt - Wie a Glockn

8.) The Beatles - Paperback Writer

9.) The Lotus Eaters - The First Picture of You

10.) The Secret Goldfish - Dandelion Milk Summer

11.) Bill Pritchard - Invisible State

12.) And also the Trees - The Beautiful Silence

13.) Belly - Slow Dog

14.) Madness - Night Boat to Cairo

15.) The Smiths - Some Girls are Bigger than Others

Mittwoch, 27. Januar 2016

Musik darf auch nicht fehlen...

ines der absolut coolsten Stücke von einer meiner absoluten Lieblingsbands!

The Chameleons mit "Swamp Thing".

Keine Panik: Das Intro ist mit seinen fast 2 Minuten sehr episch, aber es folgen auch noch Gesang und Song und so (und zwar nicht zu knapp!).

Freitag, 31. Juli 2015

Nie wieder schlechte Laune!

Es gibt diese seltenen Momente im Leben, da weiß man, daß man auf eine zunächst nicht näher definierbare Art bereichert wurde.

Einige oder viele von Euch kennen wahrscheinlich die Show Britain's Got Talent. Wie der Name verrät ist es eine Talentshow, und zwar der britische Ableger der weltweiten "Got Talent"-Franchise. Jetzt bin ich nicht unbedingt ein großer Freund von Talentshows. Daher weiß ich eigentlich auch überhaupt nicht, was in diesem Sektor so abgeht. Ein großer Fehler, wie sich gestern Abend herausstellte.

Da machte ich nämlich mal wieder einen dieser unvorsichtigen aber unterhaltsamen Youtube-Streifzüge, bei denen ich einfach in der Spalte rechts immer auf das Video klicke, was grade am interessantesten aussieht.

So landete ich irgendwann bei Britain's Got Talent, und zwar bei einem Vorsingen der diesjährigen Staffel, die im Mai zu Ende ging. Ihr guckt Euch jetzt BITTE erst eimal das Video an UND ZWAR OHNE VORSPULEN ODER SO!!!



Ladies and Gentlemen: Lorraine Bowen! Die 53-jährige Klavierlehrerin, die sich auch von drei Buzzern nicht aus der Ruhe bringen läßt sondern einfach ganz charmant und selbstverständlich ihren Wahnsinn durchzieht, bis das Publikum, das anfangs eher in einer "Naja..."-Stimmung verharrte, zuerst mitgackert und mitklatscht und dann ausflippt. Der einzige Juror, der's wirklich kapiert hat, ist David Walliams, der seinen drei Mitrichter-Banausen mal eben in die Suppe spuckt und ihren Rauswerf-Buzzern den "Goldenen Buzzer" entgegenhält, der den sofortigen Einzug ins Halbfinale garantiert.

Nach diesem Video war ich natürlich scharf auf mehr. Also zog ich mir auch gleich noch den Halbfinalauftritt von Lorraine Bowen rein. Hier isser:



Aaaaaaaaaaaahhhhhrghhh! Diese Bühnenshow! Dieser coole Easy Listening Tune! Dieser Spaß an der Freud! Was für ein Glück, daß nach dem Halbfinale für Lorraine Schluß war, denn so gerät sie nicht in die Mühlen der Industrie und kann einfach weiter so sein, wie sie ist: Leicht durchgedreht, aber ziemlich selbstbewußt, tierisch unterhaltsam und so ansteckend fröhlich, daß ich in Zukunft bei schlechter Laune einfach nur eines der beiden Videos anschauen werde.

Seit gestern bin ich Lorraine-Bowen-Fan!

Donnerstag, 11. Juni 2015

Musik-Geschichte...

[WARNUNG: Im ersten Abschnitt dieses Beitrags taucht der Bandname Simple Minds auf. Bitte dennoch nicht kopfschüttelnd den Browser quitten! Es geht hier nicht um die politpredigenden Bombastrocker mit ihrem Schnabeltassen-Stadionrock, sondern um die kreativen New-Wave-Heroen der frühen 80er. Daß es sich hier um zwei Inkarnationen ein und derselben Band handelt, kann ich übrigens ebenso wenig glauben, wie der Rest der Welt...]

Jetzt erst entdecke ich, daß vor drei Jahren eine CD-Box mit den ersten 5 Alben der Simple Minds veröffentlicht wurde. Ich glaube nicht, daß Jim Kerr, Charlie Burchill & Co das Geld nötig haben, deswegen betrachte ich diesen Eintrag auch nicht als Werbeeinschaltung sondern als Orientierungshilfe für Leute, die irgendwann mal morgens aufwachen und sich denken 'Hmm... Ich würde musikalisch gerne mal in essentiellen frühen 80er-Kram einsteigen, aber ich weiß einfach nicht, womit ich beginnen soll...'

Die Box trägt den Titel "x5", aber man hätte sie auch "Unsere besten Jahre" oder "Macht Euch um den Rest mal keine Gedanken"* nennen können.

Jedermann weiß, daß die frühen Simple Minds in der Tat die besten Simple Minds sind, aber wie gut sind die frühen Simple Minds, wenn man sie nicht neben ihrem späteren Werk sondern neben der gesamten Konkurrenz sieht?

Kurze Antwort: Splendiferös!

Lange Begründung: Begonnen hat alles im April 1979 mit der Veröffentlichung des Debut-Albums "Life in a Day". Es ist die schwächste Scheibe der Box, aber es ist immer noch ein solider Anfang.

[Kurzer Ausflug in die Debut-Alben-Philosophie: Jede Band, die sich zusammentut, hat musikalische Vorbilder und klingt daher während der ersten gemeinsamen Proben in der Regel so, wie eine bereits existierende Band. Die Musik-Kritiker tun das Ihre dazu, indem sie jeden neuen Act darauf untersuchen, wo seine Einflüsse kommen. Sollte es zu einem Plattenvertrag kommen, spielen nicht nur die Kompositionen sondern auch die Produktion eine Rolle. Die wenigsten Bands sind dazu in der Lage, gleich im ersten Anlauf Musik zu bieten, die man so noch nie gehört hat. Es spielt sicherlich auch eine Rolle, daß man als junger Mucker, der den ersehnten Star-Status noch vor sich hat, ganz genau weiß, welcher Stil im eigenen Genre im Moment angesagt ist und die Fans ins Boot holt. Im Grunde ist es fast unmöglich, ein Debut-Album zu veröffentlichen, daß nicht wenigstens Elemente enthält, die man so oder ähnlich bereits gehört hat.]

"Life in a Day" ist ein munteres und irgendwie durchschaubares Durcheinander all jener Einflüsse, die die Simple Minds damals ins Studio trieben. Roxy Music, Cars, Magazine, Bowie und diverse andere glammige, postpunkige, newwavige Acts geben sich die Klinke in die Hand und sorgen für ein zwar durchaus hörbares aber nicht aufhorchen lassendes Debut.

Nur ein halbes Jahr nach "Life in a Day" veröffentlichten die Jungs bereits ihr zweites Album. Wenn man dem Debut etwas böse nachsagen kann, daß hier tatsächlich hin und wieder schlichte Gemüter durchschienen, so wurde dieser Eindruck mit "Real to Real Cacophony" gründlichst auf den Kopf gestellt und dann in Stücke gehauen. In der Tat fällt es schwer zu glauben, daß hier die gleiche Band am Werk ist. Auf dem zweiten Album sagen die Minds nicht mehr "Das sind unsere Einflüsse" sondern "Das sind wir, wenn wir von der Leine gelassen werden". "Real to Real" ist eine Kirmes. Vollgepfropft mit dubiosen Vergnügungen, zuckerreichen Zerstreuungen und gefährlichen Fahrgeschäften nimmt einen die Scheibe von einem Augenaufreißen mit ins nächste. Die Rhythmus-Sektion, Drummer Brian McGee und Bass-Gott Derek Forbes, werden über schlanken, manchmal minimalistischen Song-Strukturen etwas in den Vordergrund geschoben. Elektronik fiepst und blubbert, Melodien mogeln sich durch zerrüttete Taktarten, der Gesang macht so ziemlich, was er will, wüste Klänge raufen miteinander, poltern aus allen Richtungen heran und bilden im Hirn doch ein Ganzes. Auf der zweiten Hälfte wird die Musik etwas rockiger und normaler, ohne allerdings ihren ganz speziellen Reiz zu verlieren. Wenige Bands haben je so geklungen, und die Simple Minds taten es - leider oder zum Glück? - auch nie mehr.

Die Köpfe der Jungs müssen in diesen Jahren vor lauter Ideen förmlich geplatzt sein, denn es dauerte wieder nur 10 Monate, bis der nächste Longplayer in den Regalen stand: Es ist unglaublich, daß "Empires and Dance" von der Plattenfirma nur widerwillig und in minimaler Auflage auf den Markt gebracht wurde, denn die Scheibe ist ein Klassiker. Der "Empires"-Anteil bezieht sich auf die ausgedehnten Touren der Band durch Europa und die dabei erlebten Geschichten, die wohl nicht immer schön waren. Der "Dance"-Anteil wird offensichtlich, sobald die Nadel das Vinyl berührt. Denn der Opener "I Travel" geht mit seinen blubbernden Sequenzern, giggelnden Synthesizern, kielholenden Gitarren, pumpenden Drums und Aufmerksamkeitsdefizit-Bass ab wie Giorgio Moroder in einem Maserati, der Koks getankt hat. Auch die paranoide Disco-Nummer "Thirty Frames a Second", das bei aller Monotonie extrem unterhaltsame "Celebrate" und die 7-Minuten-Hypno-Oper "This Fear of Gods" laden zum mitswingen ein. Ansonsten herrscht der große Minimalismus. Keyboards und Rhythmus bestimmen die Songs, während die schwer mit Effekten verarbeitete Gitarre häufig eher im Hintergrund als Klebstoff dient. Jim Kerr, damals noch Meilen vom Prediger-Nebelhorn entfernt, jault und kiekst und nölt sich mit Anstand und Leidenschaft durch die Lieder.

Wieder nur ein Jahr dauerte es, bis man erneut von den Simple Minds hörte. Sie waren mittlerweile von Arista zu Virgin gewechselt und durften gleich mal ein Doppel-Album veröffentlichen. Oder zwei einzelne Alben... Oder ein Album und eine Extended-Play-Dreingabe... Es ist etwas kompliziert, weil "Sister Feelings Call" ursprünglich den ersten 10.000 Pressungen von "Sons and Fascination" beigelegt wurde, aber später als eigenständiges Album ein Re-Issue bekam. Es wurden jedenfalls im September 1981 fünfzehn neue Songs veröffentlicht, die alle aus den selben Probe- und Songwriting-Sessions stammen. Mit den Singles "The American", "Love Song" und "Sweat in Bullet" tauchte die Band erstmals spürbar in den internationalen Charts auf. A propos "tauchen": Das Doppelalbum genießt am am besten, indem man sich einfach in die Songs hineinplumpsen und sich von ihnen davontreiben läßt. Alles ist ein wenig weicher, reicher, vielschichtiger als auf dem Vorgänger. Selbst monoton stampfende Songs wie der Opener "In Trance as Mission" oder das rabaukig bassende "Sons and Fascination", deren Rhythmus-Sektion noch wie aus "Empires and Dance" mitgebracht scheint, werden durch harmonische Synth/Keyboard-Arbeit etwas entschärft und wirken weniger extrovertiert. Mit "Theme for Great Cities" enthält das Album eine der ganz großen Instrumental-Nummern der 80er. Balladige Stücke wie "This Earth that you Walk upon" und "Seeing out the Angel" haben einen leicht melancholischen Touch und bleiben lange im Ohr hängen. Das Album hat von Elekro-Exotik über Tanz-Pop bis zu Weirdo-Rock einiges zu bieten.

Mit "New Gold Dream 81-82-83-84" wurde im September 1982 dann das Album veröffentlich, welches nach Meinung der meisten Fans die Band auf ihrem Höhepunkt findet. Auf neun polierten, hyper-massiv-produzierten Stücken demonstrieren die Musiker, daß sie gelernt haben, aufeinander Rücksicht zu nehmen und dabei so prachtvolle Hochglanz-Popmusik zu schmieden, daß man hin und wieder mal zu den Boxen schielt, um sicherzugehen, daß da nicht soeben kleine Brillanten herausrieseln. Die Single "Someone, Somwehere in Summertime" ist ja eh Standard. Aber auch weniger bekannte Stücke überzeugen voll und ganz. Das coole "Colours Fly and Catherine Wheel" schichtet auf einer unsterblichen Bassline an genau den richtigen Stellen Elektronika und Stimmen bis zum Pupillenstillstand. Zart und schleppend lädt "Big Sleep" tatsächlich zum Träumen ein und beweist (wie auch "Glittering Prize") einmal mehr, daß die Minds ohne Bassist Derek Forbes nur die Hälfte wert gewesen wären. Das anfangs leicht bedrohlich anschwellende "Hunter and the Hunted" erweist sich schnell als eine weitere perfekte Pop-Nummer, veredelt durch ein Keyboard-Solo von Herbie Hankock. "King is White and in the Crowd" beginnt wie "Hunter and the Hunted" auch irgendwie bedrohlich, hält diese Stimmung aber mit seinen an- und abschwellenden Instrumental-Sprenkeln und seinem stellenweise gebellten Gesang bis ans Ende durch. Der Titelsong "New Gold Dream" ist möglicherweise (es ist schwierig, sich da festzulegen) der Höhepunkt des Albums. Sechs Minuten Sequenzer-/Keyboard-Glückseligkeit mit plump-tanzbarem Cowbell-4/4tel, im Hintergrund herumrührendem Bass und diversen eingängigen Melodien machen es praktisch unmöglich, den Song nach einmal Hören wieder aus der Rübe zu kriegen. Auf ihrem fünften Album haben die Simple Minds uns einen kurzen Einblick in eine perfekte Pop-Welt gegönnt. Die Instrumente spielen im besten Sinne zusammen. Die Keyboards beißen nicht mehr, sondern umhüllen. Die Gitarren liefern sparsame aber wichtige Akzente. Die Stimme wirkt manchmal wie ein Instrument. Die Drums sind auf den Punkt. Das Einzige, was noch rabauken darf, ist der Bass, aber mit einem Derek Forbes an den Saiten wird das nie zur Ego-Show sondern zu einem der Gründe, warum diese Scheibe überhaupt so heiß und unsterblich ist.

Fazit: Die Box vereint das Beste von den Simple Minds und bietet dem Käufer mit den Alben zwei bis fünf nicht nur ein ausgesprochen abwechslungsreiches Hörvergnügen sondern auch mindestens zwei der besten Alben der 80er.
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* Das ist nicht ganz richtig: Sparkle in the Rain (1983) ist auch noch ziemlich großes Kino. Es ist krachender und rockiger als seine Vorgänger, kommt stellenweise sogar ein wenig bombastisch daher, hat aber noch nicht die riesigen Arena-Ambitionen. Die Singles "Speed your Love to Me" und "Waterfront" sind großartig, die Coverversion von Lou Reed's "Street Hassle" ist gelungen und mit "White Hot Day" und "C Moon Cry like a Baby" enthält die Scheibe zwei Juwelen aus der Kategorie "Zum Warmwerden mehrmals hören und dann nie wieder loslassen".